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Reicht deine Pension später zum Leben?

Viele stellen sich das Leben in der Pension entspannt vor: mehr Freiheit, weniger Stress, vielleicht öfter Verreisen oder Hobbys nachgehen. Was dabei oft vergessen wird: Auch in der Pension müssen Miete, Lebensmittel, Energie, Gesundheit und Freizeit bezahlt werden – nur das Einkommen ist deutlich niedriger als zuvor.

Wir zeigen, wie diese Pensionslücke entsteht und welche Faktoren sie vergrößern können. Eine Expertin erklärt, was du heute schon für deine Pensionsvorsorge tun kannst, und warum es sinnvoll ist, sich nicht erst kurz vor dem Pensionsantritt damit zu beschäftigen.

03.06.2026 | Nina Hierzenberger | 4 Min. Lesezeit

Was die Pensionslücke eigentlich bedeutet

Die Pensionslücke beschreibt die Differenz zwischen dem voraussichtlichen Einkommen im Ruhestand und dem Betrag, der benötigt wird, um den eigenen Lebensstandard zu halten. Vereinfacht gesagt: Es geht darum, was zwischen der staatlichen Pension und dem gewünschten Lebensstandard fehlt. In Österreich liegt die staatliche Pension im Schnitt bei 60 bis 70 % des letzten Nettogehalts, manchmal auch darunter, je nach Erwerbsbiografie.

Gut zu wissen

Mehr einfache Definitionen zu Finanzbegriffen findest du hier.

Die Rechnung, die viele lieber nicht machen

Eine einfache Beispielrechnung macht das greifbar: Wer zuletzt 2.500€ netto verdient hat, bekommt im Ruhestand oft nur rund 1.700€ Pension. Das sind 800€ weniger pro Monat – oder knapp 10.000€ weniger pro Jahr. Bei einer Pensionsdauer von 20 Jahren ergibt das eine Gesamtlücke von rund 200.000€.

Was bei dieser Rechnung noch fehlt, ist die Inflation, durch die das Geld sogar noch an Wert verliert. Wer heute 1.700€ zum Leben braucht, benötigt bei einer jährlichen Inflation von 2% in 35 Jahren fast 3.400€, um denselben Lebensstandard zu halten. Die Pensionshöhe auf dem Bescheid bleibt vielleicht also gleich, aber was sie kaufen kann, verändert sich.

„Bei der Pensionsvorsorge werden einige zentrale Aspekte besonders häufig unterschätzt – und genau diese entscheiden oft darüber, ob der Lebensstandard im Alter gehalten werden kann“, erklärt Andrea Kriegl, Expertin für Finanzvorsorge bei UNIQA. Neben der Inflation und der eigenen Lebenserwartung ist ein entscheidender Punkt, dass viele darauf vertrauen, dass „schon genug kommen wird“.

Wie die Pensionslücke entsteht - und wieso sie Frauen besonders trifft

Die Höhe der staatlichen Pension basiert auf den Beiträgen, die während des Arbeitslebens ins Pensionssystem eingezahlt werden. Wer lange, durchgehend und in Vollzeit arbeitet, baut sich somit eine solide Grundlage auf. Wer weniger arbeitet oder weniger verdient, zahlt weniger ein und bekommt später entsprechend weniger Pension.

Besonders stark trifft das Frauen. Die durchschnittliche Pension liegt bei Frauen in Österreich bei rund 1.500€, bei Männern bei 2.500€. Ein wesentlicher Grund dafür ist die deutlich höhere Teilzeitquote: 51% der erwerbstätigen Frauen arbeiten Teilzeit, bei Männern sind es 14%. Dazu kommen Karenzzeiten und die Pflege von Angehörigen, die Erwerbsjahre unterbrechen oder verkürzen. Diese sogenannte Vorsorgelücke durch Care-Arbeit ist ein strukturelles Problem, das sich individuell jedoch durch private Vorsorge zumindest abfedern lässt.

Was im Alter weiterläuft

Die Pension beginnt, doch die meisten Fixkosten enden nicht mit dem letzten Arbeitstag: Miete, Betriebskosten, Lebensmittel, Energie, Gesundheit und Freizeit bleiben Teil des Alltags. Wer im Alter reisen, Hobbys nachgehen oder sich einfach etwas finanziellen Spielraum verschaffen möchte, braucht ein entsprechendes Budget.

Ohne zusätzliche Vorsorge kann es deutlich schwieriger werden, den gewohnten Lebensstandard zu halten. Die gute Nachricht: Man kann gegensteuern – und dafür braucht man nicht sofort den perfekten Finanzplan, sondern erst einmal einen Anfang.

Interview: „Viele scheitern nicht am Betrag, sondern am Anfangen“


Wie man aus dieser Erkenntnis einen Einstieg in die Vorsorge macht, erklärt Andrea Kriegl, Leitung Produktmanagement Lebensversicherung bei UNIQA.

Wie können ganz konkrete erste Schritte in Richtung Vorsorge aussehen?

Kriegl: Ganz konkrete erste Schritte zur privaten Pensionsvorsorge lassen sich einfach und pragmatisch angehen. Wichtig ist: nicht perfekt starten, sondern anfangen.

Der erste Schritt ist ein Überblick: Wie viel Geld bleibt monatlich übrig? Danach hilft ein realistisches Ziel. Im dritten Schritt kann man einen Startbetrag festlegen und diesen automatisieren.

Berater:innen können dabei helfen, einen konkreten Einstiegsplan für die eigene Lebenssituation zu entwickeln und zu zeigen, wie man Vorsorge aufbaut, ohne sich finanziell einzuengen.

Welche Rolle spielt die Höhe des monatlichen Betrags beim Einstieg in die Vorsorge?

Kriegl: Die Höhe des monatlichen Betrags ist am Anfang weniger entscheidend als viele glauben. Wichtiger ist, überhaupt zu beginnen. Ein kleiner Betrag über viele Jahre kann stärker wirken als ein großer Betrag über wenige Jahre.

Ein niedriger Startbetrag senkt die Hemmschwelle, schafft Routine und lässt sich später leichter anpassen oder erhöhen. Viele Menschen scheitern nicht daran, dass sie zu wenig sparen, sondern daran, dass sie gar nicht anfangen. Wer mit 50 bis 100 € beginnt, erhöht später oft eher als jemand, der lange auf den „richtigen“ Betrag wartet.

Welche Bedeutung hat der Zeitpunkt, zu dem man mit der Vorsorge beginnt?

Kriegl: Es ist nie zu spät, vorzusorgen, solange Einkommen besteht und man bereit ist, realistisch zu planen. Gleichzeitig gilt: Je früher man beginnt, desto entspannter, günstiger und wirkungsvoller kann Vorsorge sein.

Zeit ist der stärkste Hebel, weil der Zinseszinseffekt über viele Jahre arbeiten kann. Wer mit 25 beginnt, kann mit kleineren Beträgen vorsorgen, hat mehr Spielraum bei Pausen und braucht oft weniger Risiko. Wer erst mit 45 beginnt, muss deutlich höhere Beträge aufbringen, hat weniger Erholungszeit und spürt mehr finanziellen Druck.

Welche Funktion hat eine Lebensversicherung innerhalb der privaten Vorsorge?

Kriegl: Eine Lebensversicherung kann in der privaten Vorsorge mehrere Funktionen erfüllen. Eine Risikolebensversicherung sichert in erster Linie Angehörige ab, etwa Partner:in, Kinder oder Kredite. Sie kann im Todesfall Einkommensersatz bieten und vor existenziellen finanziellen Einbrüchen schützen. Das ist keine Geldanlage, sondern reine Absicherung. Je nach Ausgestaltung kann auch Einkommenssicherung ein Ziel sein. Darüber hinaus gibt es aber auch kapitalbildende klassische oder fondsgebundene Lebensversicherungen, die den langfristigen Vermögensaufbau unterstützen.

Welche Vorsorge zur eigenen Situation passt

Private Vorsorge kann helfen, die Pensionslücke Schritt für Schritt kleiner zu machen. Welche Lösung passt, hängt von der eigenen Lebenssituation ab: vom Alter, vom Einkommen, vom Sicherheitsbedürfnis und davon, wie flexibel man bleiben möchte.

Eine klassische Lebensversicherung bietet eine garantierte Verzinsung und hohe Sicherheit. Eine fondsgebundene Lebensversicherung bietet mehr Renditechancen, ist aber mit Wertschwankungen verbunden. Auch die Auszahlung kann je nach Modell unterschiedlich gestaltet werden, etwa als lebenslange Zusatzpension, als einmalige Kapitalauszahlung oder als Kombination daraus.

Gut zu wissen

Der Mindestbetrag bei UNIQA beträgt 25 Euro für junge Leute bis 24 Jahre.

Der erste Schritt muss kein großer sein

Die Pensionslücke klingt für viele junge Menschen im ersten Moment nach einem Problem, das noch weit weg ist. In Wahrheit entsteht sie über viele Jahre hinweg – und genau deshalb muss auch die Lösung nicht auf einmal passieren.

Wichtig ist, die eigene Situation einmal durchzurechnen: Wie viel wird später voraussichtlich da sein? Welche Fixkosten bleiben? Und wie viel Spielraum möchte ich im Alter erhalten?

Wer das weiß, kann gezielter vorsorgen – und genau dafür reicht oft schon der erste kleine Schritt. In myUNIQA findest du alle Informationen zur privaten Pensionsvorsorge übersichtlich auf einen Blick, von Produktvergleichen bis zu konkreten Rechenbeispielen. Wer lieber direkt mit jemandem spricht, kann jederzeit ein unverbindliches Beratungsgespräch vereinbaren. Der Einstieg in private Vorsorge ist bei UNIQA bereits mit kleinen monatlichen Beträgen möglich.

Zur Person

Andrea Kriegl ist als Produktmanagerin für Lebensversicherung und entwickelt einfache und sichere Lösungen für die finanzielle Absicherung unserer Kundinnen und Kunden.
Sie begleitet Produkte von der Idee bis zur Umsetzung und sorgt dafür, dass unsere Angebote verständlich, fair und auf die Bedürfnisse der Menschen zugeschnitten sind.

Ihr Motto ist: Schutz, Vorsorge und Vertrauen – leicht erklärt und einfach nutzbar.

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