Unwettersicher: Wie wir unser Haus vor Starkregen und Hochwasser schützen
Starkregen und Hochwasser zählen zu den häufigsten Ursachen für schwere Schäden an unserem Haus, wenn innerhalb kürzester Zeit große Wassermassen Keller überfluten, Technik zerstören und hohe Kosten verursachen. Aber die gute Nachricht ist, dass die richtigen Maßnahmen das Risiko deutlich reduzieren können.
09.06.2026 | Claudia Balogh | 4 Min. Lesezeit

Wir zeigen, wie man sein Zuhause effektiv vor Starkregen und Hochwasser schützen kann – von der Planung über bauliche Maßnahmen bis hin zu moderner Technik und Wartung. „In der Schadenpraxis zeigt sich immer wieder: Entscheidend ist nicht nur die Intensität des Unwetters, sondern wie gut ein Gebäude auf genau solche Ereignisse vorbereitet wurde“, erklärt UNIQA Expertin Sabine Schörg, Geschäftsführerin RSG – Risiko Service und Sachverständigen GmbH.
Wann beginnt der Schutz vor Starkregen und Hochwasser?
Der Schutz vor Unwettern beginnt schon bei der Planung, also bereits mit der Wahl des Grundstücks. Seine Lage ist entscheidend, denn befindet es sich in einem Hochwassergebiet oder in einer Senke mit schlechter Wasserableitung, besteht ein erhöhtes Risiko. Auch natürliche Gegebenheiten wie Hanglagen oder bestehende Wasserabflusswege gilt es unbedingt zu berücksichtigen. Hier liefern uns Informationen der Gemeinde bzw. Erfahrungen aus der Nachbarschaft oft wertvolle Hinweise auf mögliche Gefahren.
Ein weiterer zentraler Faktor ist die Bodenversiegelung: Versiegelte Flächen wie Asphalt oder Beton verhindern das Versickern von Regenwasser. Dadurch steigt die Gefahr von Überflutungen rund ums Haus. Besser sind wasserdurchlässige Beläge, Versickerungsflächen oder sogenannte Mulden-Rigolen-Systeme, die Wasser aufnehmen und kontrolliert ableiten.
Ideal ist es, das Gelände so zu gestalten, dass Wasser gezielt vom Haus weggeführt wird. Ein leichtes Gefälle, Entwässerungsrinnen und definierte Notabflusswege können im Ernstfall entscheidend sein.
UNIQA Unwetterwarnung
Früh reagieren, Schäden vermeiden
UNIQA hilft Ihnen mit punktgenauen Unwetterwarnungen - wahlweise per SMS oder E-Mail und präzise nach Postleitzahl verschickt - rechtzeitig Ihr Hab und Gut in Sicherheit zu bringen.
Über diese Wetterereignisse informiert die UNIQA Unwetterwarnung:
- Sturm mit Spitzen ab 100km/h
- Gewitter mit Starkregen und Hagel
- Intensiver Starkregen
- Ergiebiger Neuschnee
- Eisregen
- Hochwasser
- Schneedruck, z.B. bei schweren Dachlasten durch ergiebigen Schneefall
Warum ist der Keller beim Hochwasserschutz besonders entscheidend?
Der Keller ist bei Hochwasser die zentrale Schwachstelle eines Hauses, da er üblicherweise als erster Bereich betroffen ist. In der Folge können erhebliche Schäden an der Bausubstanz, der Einrichtung sowie an der Haustechnik entstehen.
„Viele unterschätzen die finanziellen Folgeschäden von Feuchtigkeit – die größten Kosten entstehen oft nicht durch das Wasser selbst, sondern durch unterlassene oder nicht rechtzeitig gesetzte Erstmaßnahmen und die daraus resultierende Schimmelbildung“, so Sabine Schörg.
Wasser dringt vor allem dann ins Haus ein, wenn bauliche Schutzmaßnahmen fehlen, nicht ausreichen oder überlastet sind – etwa wenn die Abdichtung gegen drückendes Wasser nicht funktioniert oder eine Rückstausicherung fehlt. In solchen Fällen gelangt Feuchtigkeit auch über Kellerwände und den Boden ins Gebäude. Sind die Kanalsysteme überlastet, kann zusätzlich Abwasser in den Keller zurückgedrückt werden.
Deshalb ist rasches Handeln so wichtig: Wasser abpumpen und frühzeitig Raumlufttrockner einsetzen, um Folgeschäden möglichst gering zu halten.
Erschwerend ist, dass im Keller oft wichtige Haustechnik untergebracht ist, etwa Heizungen, Öltanks oder elektrische Anlagen. Werden sie beschädigt oder fallen aus, kann das Haus längere Zeit unbewohnbar sein – selbst wenn die oberen Stockwerke vom Wasser verschont bleiben.
Entscheidend sind daher gezielte Schutzmaßnahmen:
- Keller mit vollwertiger Abdichtung ausführen (z. B. als „schwarze“ oder „weiße Wanne“) einschließlich wasserdichter Ausführung aller Leitungs- und Rohrdurchführungen.
- Rückstauklappen oder geeignete Abwasserhebeanlagen gegen das Eindringen von Abwasser aus der Kanalisation vorsehen.
- Kellerfenster möglichst hoch anordnen und in hochwassergefährdeten Gebieten auf eine wasserdichte Ausführung achten.
- Haustechnische Anlagen hochwassersicher installieren oder in höhere Geschosse verlagern.
- Bereits kleine Stufen im Bereich von Kellereingängen können das Eindringen von Wasser reduzieren; außenliegende Treppenabgänge möglichst überdachen.
- Außenflächen mit einem Gefälle vom Gebäude weg gestalten, um Oberflächenwasser abzuleiten.
- Vor Terrassen- und Eingangsbereichen Entwässerungssysteme (z. B. Rigolen) anlegen.
- Öltanks ausreichend gegen Auftrieb sichern.
- Wertgegenstände sowie wichtige Dokumente nicht im Keller aufbewahren.
Die UNIQA Haushaltsversicherung ist auch bei Unwetterschäden für Sie da. Fragen Sie Ihre UNIQA Beraterin oder Ihren UNIQA Berater.
Wie schützen und sichern wir unser Zuhause langfristig?
Es gibt viele effiziente Möglichkeiten, sich vor Hochwasser und Starkregen zu schützen. Dabei unterscheiden wir zwischen baulichen Maßnahmen, mobilem Hochwasserschutz und der Wartung.
„Ein durchdachtes Risikokonzept kombiniert bauliche Prävention, technische Lösungen und organisatorische Maßnahmen – nur so lässt sich die Schadenhöhe nachhaltig begrenzen“, betont die UNIQA Expertin. Bauliche Maßnahmen sind beispielsweise kleine Schwellen oder Aufkantungen, um Wasser gezielt umzuleiten. Besonders wichtig ist ein funktionierender Rückstauschutz: Rückstauklappen oder Hebeanlagen verhindern, dass Abwasser aus der Kanalisation ins Gebäude zurückfließt. Auch die Haustechnik sichern wir gezielt ab, indem wir Heizungsanlagen, Stromverteiler oder Server möglichst oberhalb des Geländeniveaus installieren.

Besonders wichtig in hochwassergefährdeten Gebieten ist die Sicherung aller Gebäudeöffnungen wie Kellerabgänge, Garageneinfahrten oder Eingangstüren und Terrassentüren. Dafür eignen sich mobile Hochwasserschutzsysteme wie Dammbalken, Sandsäcke oder Schlauchsysteme.
Dammbalken sind bewegliche Elemente zum Schutz vor Hochwasser. Sie bestehen meist aus Aluminiumteilen und werden bei Gefahr in vorbereitete Schienen eingesetzt und übereinandergestapelt, zum Beispiel an Türen oder Mauern. Häufig kommen statt Sandsäcken wasser- oder luftgefüllte Schlauchsysteme zum Einsatz, die als flexible Barrieren dienen. Wassergefüllte Schläuche sind besonders stabil und dichten auch auf unebenem Untergrund gut ab, während luftgefüllte Schlauchwälle schnell aufgebaut sind und sich durch den Wasserdruck zusätzlich selbst abdichten. Tauchpumpen, Nasssauger und eine Notstromversorgung helfen eingedrungenes Wasser zu entfernen und reduzieren Folgeschäden.
UNIQA Expertin Schörg: „Versicherungsschutz ergänzt Vorsorgemaßnahmen bei Unwetter sinnvoll, ersetzt sie jedoch nicht: Je besser ein Objekt geschützt ist, desto geringer sind bei Überflutungen nicht nur die Schäden, sondern auch Nutzungsausfälle und Wertverluste.“
Für den Schutz gegen Extremwetter auf regelmäßige Wartung zu achten ist eine wichtige Aufgabe für Hausbesitzer:innen. Rigolen, Regenrinnen, Fallrohre und Abflüsse stets sauber halten, damit Wasser ungehindert abfließen kann. Auch Fenster, Türen, Lichtschächte und Kellerzugänge regelmäßig auf Dichtheit und Schäden überprüfen, um Mängel frühzeitig zu beheben.
Kann das Smart Home bei Starkregen und Hochwasser helfen?
Smart-Home-Technologien können den Schutz vor Starkregen und Hochwasser deutlich verbessern. Sensoren erkennen frühzeitig Wasseransammlungen oder Feuchtigkeit und senden Warnmeldungen direkt aufs Smartphone.
Automatisierte Systeme können im Ernstfall sogar selbst reagieren, etwa indem sie Pumpen aktivieren oder Schutzsysteme auslösen. Wichtig ist jedoch, dass alle Komponenten fachgerecht installiert und regelmäßig gewartet werden. Eine Absicherung bei Stromausfall erhöht zusätzlich die Zuverlässigkeit.
Checkliste für Eilige
Sofortmaßnahmen
- Mobile Hochwasserschutzsysteme griffbereit lagern (Sandsäcke, Dammbalken)
- Wichtige Gegenstände und Technik rechtzeitig in höhere Bereiche bringen
Kellerzugänge - Türen und Lichtschächte abdichten
- Unwetterwarnungen verfolgen und frühzeitig handeln
- Notfallausrüstung wie Pumpen und Taschenlampen bereithalten
Wartung
- Regenrinnen, Fallrohre und Abflüsse regelmäßig reinigen
- Rückschlagklappen und Hebeanlagen warten lassen
- Fenster, Türen und Kellerbereiche auf Dichtheit prüfen
- Schäden frühzeitig erkennen und sofort beheben
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