Unwettersicher: Wie wir unser Haus vor Sturm und Hagel schützen
Kündigt sich ein Unwetter an, können Sturm und Hagel innerhalb kurzer Zeit erhebliche Schäden an unserem Haus verursachen. Die gute Nachricht ist: Mit der richtigen Planung, regelmäßiger Wartung und ein paar einfachen Vorsorgemaßnahmen lässt sich das Risiko deutlich reduzieren.
09.06.2026 | Claudia Balogh | 4 Min. Lesezeit

Wir zeigen, wie man das Zuhause besser schützen kann – und
- welche Vorkehrungen Hausbesitzer:innen vor Sturm und Hagel treffen können
- welche baulichen Maßnahmen das Zuhause widerstandsfähiger machen
- warum regelmäßige Wartung entscheidend ist, um Schäden zu vermeiden
- wie technische Lösungen zusätzlich unterstützen können
„Bei Sturm- und Hagelschäden zeigt sich immer wieder: Entscheidend ist weniger das einzelne Extremereignis als vielmehr die Widerstandsfähigkeit eines Gebäudes insgesamt – also wie es geplant, ausgeführt und instandgehalten wird und welche präventiven Maßnahmen im Vorfeld getroffen wurden“, erklärt UNIQA Expertin Sabine Schörg, Geschäftsführerin der RSG Risiko Service und Sachverständigen GmbH.
Wann beginnt der Unwetterschutz beim Eigenheim?
Der Schutz vor Unwetterschäden beginnt bereits in der Planungsphase. Durch geeignete Maßnahmen – etwa die Vermeidung großer Glasdachflächen, den Einbau elektrischer Beschattungssysteme mit Wind- und Regensensoren sowie eine durchdachte Wahl von Standort und Gebäudeform – lassen sich Risiken deutlich reduzieren. Angesichts zunehmender extremer Wetterereignisse wird es immer wichtiger, das eigene Zuhause vorausschauend und bestmöglich zu schützen.
„Auch im unmittelbaren Umfeld des Gebäudes liegt großes Schadenpotenzial. Viele Unwetterschäden entstehen durch vermeidbare Risikofaktoren auf dem Grundstück – etwa durch ungepflegte Bäume oder nicht ausreichend gesicherte bzw. bei Sturmwarnungen nicht rechtzeitig entfernte Gartengegenstände wie Griller, Trampoline, Möbel oder Gartenhütten", erklärt Schörg. "Bei Starkwind können diese zu gefährlichen Flugobjekten werden und erhebliche Schäden am Gebäude verursachen. Ein vorausschauender Umgang mit diesen Risiken trägt wesentlich zum Schutz der eigenen Immobilie bei.“
UNIQA Unwetterwarnung
Früh reagieren, Schäden vermeiden
UNIQA hilft Ihnen mit punktgenauen Unwetterwarnungen - wahlweise per SMS oder E-Mail und präzise nach Postleitzahl verschickt - rechtzeitig Ihr Hab und Gut in Sicherheit zu bringen.
Über diese Wetterereignisse informiert die UNIQA Unwetterwarnung:
- Sturm mit Spitzen ab 100km/h
- Gewitter mit Starkregen und Hagel
- Intensiver Starkregen
- Ergiebiger Neuschnee
- Eisregen
- Hochwasser
- Schneedruck, z.B. bei schweren Dachlasten durch ergiebigen Schneefall
Hausbau - wie schützen wir unser Haus dauerhaft?
Beim Hausbau entscheidet die richtige Materialwahl wesentlich darüber, wie gut ein Gebäude langfristig gegen Elementarschäden geschützt ist. Gerade in Österreich, wo Hagel, Sturm und Starkregen zunehmend an Intensität gewinnen, kommt der Widerstandsfähigkeit der Gebäudehülle eine zentrale Bedeutung zu.
Die Qualität und Klassifizierung der eingesetzten Materialien beeinflussen direkt die Schadenanfälligkeit. Orientierung bietet dabei das schweizerisch-österreichische Hagelregister, in dem geprüfte Bauprodukte nach ihrem Widerstand gegen Hagel von HW1 bis HW5 klassifiziert sind. Diese Bewertung basiert auf realitätsnahen Tests, bei denen Bauteile definierten Hagelkorngrößen standhalten müssen.
Für Bauherren empfiehlt es sich, die Hagelgefährdung des Standorts frühzeitig zu analysieren und darauf abgestimmt besonders robuste Materialien für Dach, Fassade, Verglasungen und Beschattungselemente auszuwählen. Auch Photovoltaikanlagen, die häufig exponiert montiert sind, sollten gezielt nach ihrer geprüften Widerstandsfähigkeit ausgewählt werden.
Besondere Aufmerksamkeit verdient das Dach: Aufgrund seiner exponierten Lage zählt es zu den am stärksten gefährdeten Bauteilen, da Hagelereignisse in Österreich regelmäßig zu erheblichen Schäden führen. Zusätzliche Maßnahmen wie eine zweite wasserführende Ebene, verschraubte oder geklammerte Dachziegel sowie regelmäßige Kontrollen erhöhen die Widerstandsfähigkeit deutlich.
„Insgesamt zeigt sich: Wer bereits in der Planungsphase auf geprüfte Materialien und standortgerechte Schutzmaßnahmen setzt, kann das Schadenrisiko nachhaltig reduzieren und die Lebensdauer des Gebäudes wesentlich verlängern“, betont Sabine Schörg.
Hagelsichere Bauweise ist vor allem an folgenden Stellen wirksam gegen Schäden durch Unwetter:
- Dachhaut (äußerste, schützende Schicht eines Daches)
- Dachlichteinlässe (z.B. Dachflächenfenster)
- Energiesysteme
- Dachsonderbauteile (spezielle Elemente, die Dachflächen regensicher abschließen, Übergänge abdichten oder für die Entwässerung sorgen)
- Fassade
- Verglasung der Fassade
- Beschattung (z.B. Markisen, Rollläden)
- Schwimmbadabdeckungen
Die UNIQA Haushaltsversicherung ist auch bei Unwetterschäden für Sie da. Fragen Sie Ihre UNIQA Beraterin oder Ihren UNIQA Berater.
Wie bleibt unser Zuhause wetterfest?
Regelmäße Kontrolle und Wartung beugen Schäden vor: Regenrinnen, Fallrohre und Abläufe regelmäßig von Laub und Ästen befreien, damit Wasser bei Starkregen rasch abfließen kann. Auch Fassaden, Fensterrahmen, Dachanschlüsse und Lichtschächte in regelmäßigen Abständen auf lose oder beschädigte Stellen prüfen. „Viele Schäden entstehen nicht plötzlich, sondern entwickeln sich aus kleinen, unbeachteten Mängeln – regelmäßige Wartung ist daher einer der wirksamsten Schutzfaktoren überhaupt“, erklärt die UNIQA Expertin.
Was tun, wenn Sturm und Hagel nahen?
Sobald ein Unwetter aufzieht, sollten Fenster geschlossen sowie Markisen und Jalousien rechtzeitig eingefahren werden. Automatische Windwächter können hier unterstützen. Lose Gegenstände wie Blumenkästen, Gartenmöbel oder Mülltonnen sollten frühzeitig gesichert oder verstaut werden, da sie bereits bei zunehmendem Wind zu riskanten Gefahrenquellen werden können.
Wichtig zu beachten ist: Eine Windgeschwindigkeit von rund 60 km/h wird zwar in Versicherungsbedingungen bereits als Sturm eingestuft, im tatsächlichen Schadensbild handelt es sich jedoch oft noch nicht um ein Extremereignis. Dennoch können auch in diesem Bereich erste Schäden entstehen – insbesondere durch ungesicherte Gegenstände, die vom Wind erfasst werden.
„Bei aufziehendem Sturm hat der Schutz von Menschen immer oberste Priorität. Lose Gegenstände sollten daher frühzeitig gesichert werden – jedoch niemals unter Gefährdung der eigenen Sicherheit“, betont die UNIQA Expertin. Ist niemand vor Ort, kann es sinnvoll sein, Nachbarn um Unterstützung zu bitten, etwa um bewegliche Gegenstände rechtzeitig in geschützte Bereiche zu bringen.“
Kann das Smart Home bei Wind und Wetter helfen?
Grundsätzlich gilt: Wenn Smart-Home-Geräte fachgerecht installiert sind und das System sinnvoll abgesichert ist, können sie bei Unwettern einen echten Mehrwert bieten. Deshalb setzen auch immer mehr Hausbesitzer:innen auf Smart Homes, also intelligente Tools, die das Leben in den eigenen vier Wänden einfacher und effizienter gestalten sollen.
Eine mögliche Schwachstelle bleibt die Stromversorgung, die in Extremfällen ausfallen kann. Hier helfen unterbrechungsfreie Stromversorgungen (USV) oder andere Notstromlösungen für besonders wichtige Systeme. Zusätzlich empfiehlt sich ein geeigneter Überspannungsschutz, um empfindliche Elektronik besser vor Blitz- und Spannungsschäden zu bewahren. Auch bei Photovoltaik-Anlagen und vernetzten Haustechniksystemen sollte geprüft werden, ob Installation, Befestigung und elektrische Absicherung auf extreme Wetterlagen ausgelegt sind.
Das Smart Home kann einen wichtigen Beitrag leisten, um Schäden frühzeitig zu erkennen oder im besten Fall ganz zu verhindern. Moderne Systeme melden etwa, wenn bei Regen noch Fenster geöffnet sind, und Wasserstandsmelder schlagen Alarm, sobald sich an kritischen Stellen Wasser sammelt. Intelligente Rollläden oder Markisen reagieren automatisch auf Wind, und vernetzte Kameras ermöglichen auch unterwegs einen Blick rund ums Haus. So lassen sich Risiken schneller erkennen und Schutzmaßnahmen rechtzeitig einleiten – vorausgesetzt, Technik und Infrastruktur sind professionell geplant und regelmäßig gewartet.
Checkliste für Eilige
Sofortmaßnahmen
- Lose Gegenstände im Außenbereich sichern oder verstauen.
- Fenster schließen, Markisen und Jalousien einfahren.
- Bei Abwesenheit Nachbarn um Unterstützung bitten.
- Wichtig: Selbstschutz geht immer vor Sachschutz.
Wartung
- Regenrinnen, Fallrohre und Abläufe sauber halten.
Dach, Fassade, Fensterrahmen und Lichtschächte regelmäßig prüfen.
- Kleine Schäden frühzeitig beheben.
- Technische Systeme regelmäßig kontrollieren und warten.
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