Fruchtbarkeit: BPA-frei zahlt sich aus
Bisphenol A, kurz BPA, ist eine hormonell wirksame Chemikalie, die der Fruchtbarkeit schadet. Die gute Nachricht: BPA kann man im Alltag meiden. Wie, lesen Sie hier.
Was ist Bisphenol A?
Bisphenol A (BPA) begleitet uns im Alltag ständig: Die chemische Verbindung steckt als Kunststoff-Bestandteil in Gegenständen aus Plastik, beispielsweise in Mikrowellengeschirr, Polykarbonatflaschen und in der Innenbeschichtung von Konserven- und Getränkedosen. BPA wird aus Kunststoffen freigesetzt und geht so in die Lebensmittel über. Es wurde zudem in Thermopapier, das für Kassenbons und Quittungen verwendet wird, bis zum Verbot im Jahr 2020 eingesetzt. Sowohl durch Essen als auch durch Hautkontakt bahnt sich BPA seinen Weg in unsere Blutbahn und gelangt so in unsere Gewebe. Dort entfaltet es seine negative Wirkung.
BPA imitiert Hormone
Bisphenol A gehört zu einer Gruppe von Substanzen, die hormonähnlich wirken, den so genannten endokrin aktiven Substanzen. So mischt sich BPA ungehindert in den Haushalt weiblicher (Östrogene) und männlicher (Androgene) Geschlechtshormone ein, die so aus der Balance gebracht werden können. Bisphenol A ist EU-weit als "besonders besorgniserregender Stoff" für die menschliche Gesundheit und die Umwelt und als reproduktionstoxisch eingestuft. Dies bedeutet, dass die Fruchtbarkeit bei Frau und Mann beeinträchtigt werden kann.
So vermeiden Sie BPA
Mit ein paar einfachen Maßnahmen können Sie die Aufnahme von BPA reduzieren. Am besten starten Sie noch heute – mindestens aber drei bis vier Monate, bevor Sie schwanger werden wollen. Und setzen Sie die Maßnahmen fort, wenn Sie bereits schwanger sind. So schützen Sie auch Ihr Kind.
1. Greifen Sie Kassenbons, Paketaufkleber, Eintrittskarten etc. wenig an.
Zwar darf Bisphenol A nicht oder nur mehr in sehr geringen Mengen in Thermopapier enthalten sein. Das meist als Ersatzstoff eingesetzte Bisphenol S scheint jedoch aufgrund seiner chemisch sehr ähnlichen Struktur ähnliche Risiken für Mensch und Umwelt zu haben wie BPA. Waschen Sie sich bei der nächsten Gelegenheit die Hände, wenn Sie einen Kassenbon, ein Ticket oder einen Paketaufkleber angegriffen haben. Oder entscheiden Sie sich am besten für einen digitalen Beleg anstatt des physischen Papierbelegs.
2. Meiden Sie Plastikbehälter und -trinkflaschen.
Steigen Sie am besten auf Glas-, Edelstahl- und Keramikbehälter um. BPA-freie Plastikbehälter sind keine gute Alternative, da sie auch Stoffe freisetzen können, die der Gesundheit schaden könnten.
3. Meiden Sie Konserven- und Getränkedosen.
Es besteht für Konserven- und Getränkedosen, die Bisphenol A enthalten, keine Kennzeichnungspflicht. Daher sollten Sie auf Konserven- und Getränkedosen generell verzichten.
4. Verzichten Sie in der Küche möglichst auf Kunststoff.
Greifen Sie lieber zu Edelstahl und Glas und verwenden Sie kein mikrowellengeeignetes Kunststoffgeschirr.