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Impfpass-Check mit den neuen Impfempfehlungen

Welche Impfungen für wen und wann empfohlen sind, ist im aktuellen Impfplan nachzulesen. Die aktuellen Empfehlungen legen die Expert:innen des Nationale Impfgremiums fest.

13.01.2026 · Redaktion · 5 Min. Lesezeit

Ampulle mit Impfstoff

Impfungen zählen zweifellos zu den wichtigsten medizinischen Errungenschaften. Durch das Verabreichen der Vakzine baut der menschliche Körper einen wichtigen Schutz gegen oft schwer bis sogar tödlich verlaufende Infektionserkrankungen auf. Wie viele Menschenleben Impfungen retten, kann die Weltgesundheitsorganisation WHO konkret beziffern: 154 Millionen Menschen, davon 146 Millionen Kinder unter fünf Jahren waren es demnach weltweit in den letzten 50 Jahren.

Weniger Masern-Impfungen, mehr Masern-Fälle

Besonders deutlich wird der Nutzen der Impfungen am Beispiel Masern. Sie sind der einzige wirksame Schutz gegen diese für Menschen hochansteckende Viruserkrankung – und das nicht nur individuell. Bei einer konsequent hohen Impfrate innerhalb der Bevölkerung können Krankheiten wie Masern sogar vollständig ausgerottet werden.

Impfungen schützen Leben - aber nur, wenn man sie nutzt

„Wir sehen deutlich, dass es viele Infektionskrankheiten gar nicht mehr gäbe, würden sich möglichst alle Menschen dagegen impfen lassen“, appelliert Széll. Eine gewisse Rückläufigkeit bei Impfungen beobachten er und seine Kolleg:innen quer durch alle Bevölkerungsgruppen. „Die Impfraten sind generell relativ niedrig, wir bräuchten aber zum Beispiel bei Masern 95 Prozent Durchimpfungsraten, damit es eine Herdenimmunität gibt“, erklärt der Experte. Eine allgemeine Impfpflicht besteht in Österreich nicht. Doch tatsächlich werden wichtige Impfauffrischungen oft schlichtweg vergessen, bei vielen Erwachsenen zum Beispiel die Polioimpfung.
Senior:innen ab 60 Jahren wird aktuell die Impfung gegen Pneumokokken und Gürtelrose kostenlos angeboten.

Wer soll sich impfen lassen und wann?

Um sich selbst und andere zu schützen, sollte jeder Mensch in jedem Alter auf seinen persönlichen Impfschutz achten. Welche Impfungen empfohlen sind, fasst das NIG im jährlich aktualisierten Impfplan zusammen. Dieser ist für Hausärzt:innen, Impfärzt:innen, Impfprogramme usw. die wesentliche Grundlage. Die Ärzt:innen sind auch verpflichtet, über die Impfungen aufzuklären.

Entsprechende Beratungen durch Hausärzt:innen, auf Impfungen spezialisierte Ordinationen oder Impfstellen in den Bezirken sind selbstverständlich ratsam, weiß Széll, der solche in seiner „Tropenordination“ selbst durchführt: für Auslandsreisen genauso wie fürs Inland. Er weiß aus seiner Praxis, wie erstaunt manche Patient:innen reagieren, wenn er etwa vor der geplanten Brasilien-Reise nicht nur die Impfung gegen Gelbfieber empfiehlt, sondern auch einen Blick auf die sogenannten „Kinderimpfungen“ wirft und feststellt, dass die zweite Masern-Impfung fehlt oder der Hepatitis-B-Schutz aufgefrischt werden sollte. „Der Nationale Impfplan ist quasi die Vorstufe zu den Reiseimpfungen“, sagt er.

Noch ist der Papierimpfpass unersetzlich

Welche Impfungen im Laufe eines Lebens wann verabreicht wurden, ist idealerweise im Impfpass dokumentiert. Für neue Impfungen ist der e-Impfpass praktisch, allerdings ist das Nachtragen alter Impfungen relativ aufwendig und daher meist kostenpflichtig. Bisher sind Ärzt:innen nur bei folgenden Impfungen verpflichtet, eine Eintragung in den e-Impfpass vorzunehmen: Influenza, Covid, HPV und MPOX. Es laufen jedoch die Vorbereitungen dafür, den e-Impfpass auf eine neue Stufe zu bringen, damit in Zukunft etwa auch automatisierte Impferinnerungen möglich werden.

Wann ein Titer-Test sinnvoll ist - und wann nicht

Ist der Papier-Impfpass verloren gegangen oder bestehen Unsicherheiten, klingt die Möglichkeit einer allgemeinen Titer-Bestimmung sicher verlockend. Doch da winkt der Experte ab. Mittels Titer-Test kann der aktuelle Impfschutz in vielen Fällen zwar bestimmt werden, doch die Aussagekraft hängt mitunter auch von anderen Faktoren ab und sollte daher immer ärztlich abgeklärt werden. In manchen Fällen kann es sogar sinnvoll (und günstiger) sein, eine Impfung einfach nachzuholen, weil in der Regel keine Gefahr eines „Überimpfens“ besteht. Bei der FSME-Impfung etwa, wo die Durchimpfungsraten in Österreich bis heute etwa gleichbleibend hoch sind, ist das der Fall.

Reise- und Indikationsimpfungen: Immer aktuell informieren

Wer eine Auslandreise plant, sollte sich möglichst frühzeitig mit dem Thema Impfungen befassen. In vielen Ländern besteht sogar eine Impfpflicht für bestimmte Krankheiten. Abhängig vom Reiseziel können Impfungen mindestens ratsam sein und unter Umständen sollen auch hierzulande empfohlene Impfungen aufgefrischt werden. Grundsätzlich gilt: Je genauer die Reiseroute feststeht, umso besser können Expert:innen für Reise-/Tropenmedizin sagen, welche Impfungen notwendig sind – damit Reisende nur schöne Erinnerungen und Souvenirs nach Hause bringen und keine langwierigen bis sogar potenziell tödliche Infektionskrankheiten.

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