Corona-Impfung: Die meisten Impfreaktionen sind ganz normal

Nach einer Corona-Schutzimpfung kann man sich abgeschlagen und müde fühlen, Kopfschmerzen oder sogar Fieber bekommen. Dabei handelt es sich um Impfreaktionen – harmlose, aber zuweilen lebhafte Reaktionen des Immunsystems, die nach wenigen Tagen komplett abklingen. 

Mann mit FFP2-Schutzmaske

Impfreaktionen: meist harmlose Begleiterscheinungen

Die typischen Impfreaktionen bedeuten nicht, dass der Körper den Impfstoff nicht verträgt. Sie hängen im Wesentlichen mit der gewünschten Wirksamkeit, nämlich der Stimulation des Immunsystems, zusammen. 

Beim Auftreten der Reaktionen zeigen sich übrigens Unterschiede zwischen den beiden mRNA-Impfstoffen Moderna und Comirnaty und dem Vektorimpfstoff AstraZeneca: Während Reaktionen wie z.B. Fieber und Kopfschmerzen bei Moderna und Comirnaty eher nach der zweiten Teilimpfung und bei jüngeren Personen beobachtet werden, ist dies bei AstraZeneca eher nach der ersten Teilimpfung der Fall.

Im Dezember 2020 wurden in Großbritannien mehrere Fälle von (vereinzelt schweren) allergischen Reaktionen unmittelbar nach der ersten Impfung mit Comirnaty gemeldet. Die schweren allergischen Reaktionen – sogenannte anaphylaktische Schocks – traten allerdings bei zwei Personen auf, die bereits eine bekannte Neigung zu anaphylaktischen Schocks hatten. Laut dem deutschen Bundesinstitut für Impfstoffe und biomedizinische Arzneimittel (Paul-Ehrlich-Institut) traten in der klinischen Phase-3-Studie zur Zulassung von Comirnaty und Moderna vereinzelt Überempfindlichkeitsreaktionen auf. Keiner der Studienteilnehmer berichtete allerdings über eine lebensbedrohliche Sofortreaktion.  

Corona-Impfstoffe: Sind Langzeitfolgen zu befürchten? 

Bei Impfungen sind Langzeit-Nebenwirkungen, die erst nach Jahren auftreten, generell nicht zu erwarten. Impfreaktionen treten üblicherweise innerhalb weniger Stunden bis Tage auf, selten nach einigen Wochen oder Monaten. Zu allergischen Reaktionen kommt es rasch nach der Verabreichung. Als sehr seltene Nebenwirkungen sind Autoimmunreaktionen möglich, selbst diese treten aber spätestens nach ein paar Wochen auf. 

Wenn Mediziner von Langzeitfolgen sprechen, sind dies keine Nebenwirkungen, die sehr lange nach der Impfung auftreten. Vielmehr sind es sehr seltene Nebenwirkungen, die man erst erkennt, wenn der Impfstoff lange Zeit auf dem Markt ist und – weil diese Nebenwirkungen so selten sind – hunderttausendfach oder millionenfach geimpft werden muss, bis sie überhaupt auftreten. Gegen COVID-19 wurden weltweit bereits an die 200 Millionen Impfstoffdosen verabreicht.

COVID-19-Impfstoffe unter ständiger Beobachtung

Alle Impfreaktionen und möglicherweise neu auftretende Nebenwirkungen werden auch nach der Marktzulassung eines Impfstoffs ständig erfasst. In Österreich ist das Bundesamt für Sicherheit im Gesundheitswesen (BASG) dafür zuständig. Es kontrolliert darüber hinaus – unabhängig von den Impfstoff-Herstellern – auch die Wirksamkeit des Impfstoffs und wertet fortlaufend neue wissenschaftliche Literatur dazu aus.

Gut zu wissen

(Vermutete) Nebenwirkungen von Arzneimitteln werden in Österreich von Patienten sowie deren Angehörigen (auf freiwilliger Basis) sowie Angehörigen von Gesundheitsberufen wie Ärzte und Apotheker (verpflichtend) direkt an das BASG gemeldet. Für Patienten ist dies auch einfach über ein Online-Formular möglich. Weitere Informationen zur Nebenwirkungsmeldung finden Sie auf der Website des BASG.


Österreich: 10.000 COVID-19-Impfungen – 39 Meldungen 

In Österreich steigt die Menge verimpfter Dosen an COVID-19-Vakzinen stetig an – bis 12. Februar wurden über 377.000 Impfungen in e-Impfpässen eingetragen. So kann man auch schon eine erste Bilanz zu den gemeldeten Impfbeschwerden ziehen: Dem BASG lagen zu diesem Zeitpunkt 1.489 Meldungen vor, durchschnittlich kommen demnach auf 10.000 geimpfte Personen 39 Meldungen über Impfbeschwerden. Die häufigsten waren Impfreaktionen wie Kopfschmerzen, Fieber, Müdigkeit, Schmerzen an der Impfstelle, Muskelschmerzen, Gelenksschmerzen, Übelkeit, Schüttelfrost, Schmerzen in einer Extremität und Schwindel. Weniger als 20 Patienten berichteten von vorübergehenden Impf-Nebenwirkungen: allergischen Reaktionen oder Beschwerden an den Gesichtsnerven. 

Die Daten nach verabreichtem Impfstoff im Detail:  Mit 365.039 Dosen erhielt der Großteil der Impflinge eine Comirnaty-Impfung, 1.384 der damit Geimpften klagten über Beschwerden, von Moderna liegen 8.057 Eintragungen und 46 Meldungen und von AstraZeneca 3.961 Eintragungen und 59 Meldungen vor.

Quellen:
Robert Koch Institut: Sicherheit von Impfungen
https://www.rki.de/DE/Content/Infekt/Impfen/Nebenwirkungen/nebenwirkungen_node.html
(Zugriff am 16.2.2021)

BASG: Nebenwirkungen
https://www.basg.gv.at/marktbeobachtung/meldewesen/nebenwirkungen#c22950
(Zugriff am 16.2.2021) 

BASG: Meldung nach COVID-19 Impfung
https://www.basg.gv.at/ueber-uns/covid-19-impfungen
(Zugriff am 18.2.2021)

Bundesministerium für Soziales, Gesundheit, Pflege und Konsumentenschutz: Corona-Schutzimpfung – Häufig gestellte Fragen – Impfstoffentwicklung und -zulassung
https://www.sozialministerium.at/Corona-Schutzimpfung/Corona-Schutzimpfung---Haeufig-gestellte-Fragen/Corona-Schutzimpfung-%E2%80%93-Haeufig-gestellte-Fragen---Impfstoffentwicklung-und--zulassung.html
(Zugriff am 16.2.2021) 

Petra Falb (Gutachterin in der Zulassung für Impfstoffe beim BASG): COVID-Impfstoffe und (keine) „Langzeitdaten“
https://verdareno.wordpress.com/2021/01/01/covid-impfstoffe-und-keine-langzeitdaten/
(Zugriff am 18.2.2021)

Paul-Ehrlich-Institut: Wie hoch ist das Risiko allergischer Reaktionen nach Impfung mit den zugelassenen Impfstoffen?
https://www.pei.de/SharedDocs/FAQs/DE/coronavirus/sicherheit-wirksamkeit-impfstoff/16-coronavirus-impfstoff-covid-19-wie-hoch-risiko-allergischer-reaktionen.html;jsessionid=3AC1FBA7324712985451880720CB20CD.intranet211?nn=172182
(Zugriff am 18.2.2021)

Sie möchten immer gut informiert sein?

Am Ball bleiben ist das Um und Auf. Mit Ihrer Einwilligung erhalten Sie Informationen zu Produkten, Services und Aktionen rund um Gesundheit, Familie, Freizeit und Auto.

Kontakt