Weihnachtsgeschenke mit Suchtfaktor

Kind spielt mit Smartphone

Smartphone, Tablet & Co im Dauereinsatz
Egal ob beim Essen, bei den Hausübungen oder draußen unterwegs: Der ständige Blick auf das neue Handy gehört seit Weihnachten fest zum Alltag dazu.  Bei vielen Erwachsenen läuten die Alarmglocken: Ist das schon Sucht? Doch keine Panik: Nur die wenigsten Dauernutzer sind wirklich krankhaft süchtig. Trotzdem kann die ständige Erreichbarkeit schnell aus dem Ruder laufen. Wir haben einige Tipps für Sie, wie Sie Ihre Kids beim vernünftigen Umgang mit digitalen Medien unterstützen können – und ab wann Sie sich wirklich Sorgen machen sollten.

Wer kennt das nicht: Früh morgens reißt uns der Wecker aus dem Land der Träume und unser erster Blick gilt – richtig, dem Handy. Wie verlockend, noch vor dem Aufstehen einen schnellen Blick auf Facebook zu werfen oder auf eine neue WhatsApp-Nachricht zu antworten. Nicht selten endet der Tag dann so, wie er begonnen hat – auch für Kinder und Jugendliche. Verständlich, dass sich viele Eltern Sorgen machen. Doch was ist noch „normal“?

Wer ständig aufs Handy schaut, ist nicht gleich süchtig
Die gute Nachricht: Auch wer viel Zeit mit Smartphone & Co. verbringt, ist nicht gleich süchtig. Sucht ist eine Krankheit, keine schlechte Angewohnheit! Nur ein sehr kleiner Teil der Bevölkerung, etwa drei Prozent, leidet tatsächlich an Internet-Sucht. Diese Menschen brauchen professionelle Hilfe, denn von alleine kommen sie aus der Sucht nicht wieder heraus. Betroffene können an nichts Anderes mehr denken, müssen ständig die „Dosis“ steigern und bekommen regelrechte Entzugserscheinungen wie Zittern und Schwitzen, wenn das Handy einmal nicht in Reichweite ist. Solange Kinder aber normal in die Schule gehen, sich die Noten nicht verschlechtern und andere Interessen nicht zu kurz kommen, können Eltern aufatmen.

Digitale Sucht

Das Handy als Tor zur eigenen Welt
Für Kinder und Jugendliche bedeutet das Smartphone mehr als schnöde Technik – für die meisten ist es das Tor zu „ihrer“ Welt. Jugendliche wollen im Freundeskreis am Ball bleiben, sich mit Klassenkollegen austauschen und in gewisser Weise auch die Kontrolle darüber behalten, was sich in ihrem Umfeld so tut. Experten nennen dieses Verhalten auch „FOMO – Fear of Missing out“, also die Angst, etwas zu verpassen. Dabei handelt es sich aber keineswegs um ein Krankheitsbild. Ziehen sich Jugendliche etwa mit dem Handy in ihr Zimmer zurück, wollen sie vor allem in Ruhe gelassen werden – mit Handysucht hat das nichts zu tun.

Der Apfel fällt nicht weit vom (Smartphone)-Stamm

Auch wenn die Einsicht unangenehm ist: Der Dauerblick aufs Handy betrifft nicht nur die Kids – auch wir Erwachsenen müssen uns hier öfter mal an der Nase nehmen. Eltern sind auch in Sachen Handy ein Vorbild! Beobachten Sie einmal selbst, wie oft und in welchen Situationen Sie zum Smartphone greifen. Besonders ganz kleine Kinder prägt es, wenn Mama und Papa am Spielplatz die meiste Aufmerksamkeit dem Handy schenken. Bei älteren Kindern gilt: Gibt es in der Familie medienfreie Zeiten – etwa beim Essen –, müssen sich auch die Erwachsenen daran halten. Andernfalls können es die Kids nicht nachvollziehen, warum ausgerechnet sie das Handy weglegen sollen.

5 Tipps für Eltern um Kinder beim Umgang mit Handy und Internet zu unterstützen

1. Kinder begleiten
Lassen Sie Ihr Kind bei den ersten Schritten mit Handy & Internet nicht alleine! Begeben Sie sich gemeinsam auf Entdeckungsreise – so können Sie selbst mögliche Gefahren besser einschätzen. Seien Sie dabei ein Vorbild!

2. Interesse zeigen
Lassen Sie sich die Lieblings-Webseiten Ihres Kindes zeigen und fragen Sie nach, welche Apps und Spiele gerade angesagt sind. So bekommen Sie einen Eindruck davon, was Ihr Kind im Internet so tut und was es daran faszinierend findet.

3. Regeln statt Verbote
Vereinbaren Sie mit Ihrem Kind klare Regeln für die Handy- und Internetnutzung – etwa hinsichtlich Dauer, Kosten, Inhalte oder Weitergabe von persönlichen Daten. Sprechen Sie auch über mögliche Konsequenzen, sollten Regeln nicht eingehalten werden. Reine Verbote sind meist alles andere als hilfreich – und machen das Handy noch interessanter.

4. Alternativen anbieten
Bringen Sie andere Aktivitäten ins Spiel, wenn Ihr Kind zu viel Zeit mit dem Handy oder im Internet verbringt. Das können sportliche Aktivitäten, Familienausflüge, ein Zoobesuch oder ein neues Hobby sein.

5. Gelassen bleiben
Die Chancen von digitalen Medien übertreffen die Risiken bei weitem – Kinder müssen lernen, mit Handy & Co. verantwortungsbewusst umzugehen. Wenn Ihr Kind einmal im Internet über ungeeignete Inhalte stolpert, ist das nicht gleich ein Grund zur Panik. Nutzen Sie diese Gelegenheit, um genau über diese Inhalte zu diskutieren und Regeln aufzustellen.

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Weitere Informationen und Hilfe:

  • Saferinternet.at: Tipps und Infos rund um die sichere Internet- und Handynutzung mit eigenem Eltern-Bereich: www.saferinternet.at
  • Frag Barbara! Elternratgeber für den Alltag im Internet:www.fragbarbara.at
  • 147 Rat auf Draht: Notruf für Kinder, Jugendliche und deren Bezugspersonen – anonym, kostenlos, rund um die Uhr. Per Telefon unter 147 oder online unter www.rataufdraht.at
  • Familienberatungsstellen: Kostenlose Unterstützung und Beratung für Familien in ganz Österreich, auch zum Thema Sucht: www.familienberatung.gv.at
  • Anton-Proksch-Institut: Ambulante und stationäre Therapien für Internet- und Computersüchtige
  • Suchthaufen: Fragen und Antworten zum Thema Mediensucht: www.suchthaufen.net
  • Selbsttest: Bin ich süchtig? www.ins-netz-gehen.de/check-dich-selbst/bin-ich-suechtig