Back to school: Das kindliche Immunsystem stärken

Krabbelstube, Kindergarten und Schule: Wo viel gelernt, gespielt, diskutiert und interagiert wird, werden mitunter auch viele Viren von einem Kind zum anderen weitergereicht. Das ist ganz normal und ein guter „Truppenübungsplatz“ für die Abwehrkräfte. Ein paar wirkungsvolle Maßnahmen stärken das Immunsystem und bereiten ihr Kind optimal auf die virale Herausforderung vor.

kinder bewegen sich in schule
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„Es ist nicht nur von Vorteil, Infekte vermeiden zu wollen. Denn diese sind auch sinnvoll“, weiß Tamás Fazekas, Kinderarzt in Wien. Das Immunsystem müsse viele unterschiedliche Viren kennenlernen, um sie in weiterer Folge bekämpfen zu können. „Wenn ein Kind häufig krank ist, heißt das nicht zwangsläufig, dass sein Immunsystem schwach ist – es kennt nur das entsprechende Virus noch nicht.“ Dennoch gäbe es eine Reihe von Möglichkeiten, den eigenen Nachwuchs robuster zu machen. Die Gesundheitsvorsorge für Kinder ist hier ein wichtiger Punkt.

Kleinkinder impfen lassen 

Für Kleinkinder, vor allem jene, die in einer Krabbelstube untergebracht sind, empfiehlt der Experte alle Impfungen laut Impfschema. Heuer würde er sogar bei den Kleinsten schon eine Grippeimpfung vornehmen lassen, um eine Doppelinfektion zu vermeiden. Ein Punkt sei auch noch die übertriebene Sauberkeit: Nach der Coronakrise wird das ständige Waschen nicht mehr erforderlich sein. 

Schulkinder: Leistungsdruck rausnehmen 

Bei Schulkindern gäbe es schon mehr Faktoren, die das Immunsystem schwächen können. So etwa Stress: „Wenn möglich sollte Leistungsdruck vermieden und die Verwendung digitaler Medien zumindest zwei Stunden vor der Schlafenszeit eingedämmt werden.“  

In Sachen Ernährung nimmt der Arzt besorgten Eltern den Druck: „Kein Kind bei uns isst gar keine Vitamine und die allerwenigsten haben einen diesbezüglichen Mangel.“ Das heißt: In Österreich sind Kinder im Schnitt ausreichend mit den meisten Vitaminen und Mineralstoffen versorgt – sie brauchen in der Regel keine Nahrungsergänzungsmittel, es sei denn, ein Kinderarzt diagnostiziert einen Mangel. 

Viel wichtiger sei, ausreichend zu trinken – denn auf trockenen Schleimhäuten können sich Viren viel besser ansiedeln. Von 4 bis 10 Jahren sind etwa 1 bis 1,2 Liter Flüssigkeit optimal, an heißen Tagen mit Sport und Spiel kann sich der Flüssigkeitsbedarf erhöhen. Es gilt: Wasser ist das ideale Getränk, Fruchtsäfte sind keine Durstlöscher. Falls sie Ihren Kindern Fruchtsäfte anbieten, dann am besten nur selten und in verdünnter Form (3 Teile Wasser, 1 Teil Saft). Andere zuckerhaltige beziehungsweise gesüßte Getränke wie Limonaden, Fruchtnektar oder verdünnter Sirup sind für Kinder nicht empfehlenswert, koffeinhaltige Getränke wie Kaffee oder Energy-Drinks sind in diesem Alter ungeeignet.

Jugendliche: Zu Bewegung motivieren 

Bei Jugendlichen sind es häufig Bewegungsmangel, zu wenig frische Luft und mangelnde UV-Strahlen, die schwächend wirken. Ebenso wichtig: ausreichend Schlaf und eine ausgewogene Ernährung. Der Verzicht auf bestimmte Lebensmittelgruppen, wie etwa jegliche tierische Lebensmittel, kann das Risiko für Nährstoffdefizite und damit das Risiko für Gesundheitsstörungen erhöhen. Daher wird von einer veganen Ernährung im gesamten Kindes- und Jugendalter abgeraten. Auch Nikotin und Alkohol, deren Konsum im Teenie-Alter attraktiv wird, sollten als immunschwächend von den Erziehungsberechtigten zumindest angesprochen werden. 

Zur Person:
DDr. Tamás Fazekas ist Facharzt für Kinder- und Jugendheilkunde mit Spezialgebiet Pädiatrische Pneumologie mit Allergologie sowie Daseinsanalytische Psychotherapie. Seine Praxis ist in Wien.

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