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Erkältungsviren & Co: Was unser Immunsystem jetzt stärkt

Damit unsere Abwehrkräfte gut arbeiten, spielt nicht nur die Gesundheit des Körpers, sondern auch der Psyche eine große Rolle.

Aktualisiert: 05. 01. 2026 · Alexandra Wimmer · 5 Lesezeit

Drei Personen verbringen gemeinsam Zeit auf einem Sofa. Ein Kind sitzt auf den Schultern einer anderen Person.

Weil er unseren körpereigenen „Virenschutz“ herabsetzt, sollten wir uns besonders vor chronischem Stress durch anhaltende Ängste und Sorgen schützen. „Wenn wir chronisch unter Druck stehen und Angst haben, werden im Immunsystem genau jene Faktoren herunter reguliert, die uns vor einer Infektion schützen“, warnt Univ. Prof. Dr. Dr. Christian Schubert von der Medizinischen Universität in Innsbruck. Als Psychoneuroimmunologe beschäftigt er sich mit dem Wechselspiel von Psyche, Nerven- und Immunsystem.

Gute und schlechte Seite von Angst

Angst ist an sich nicht schlecht. Sie besteht als Emotion nicht nur aus dem Gefühl von Angst, sondern auch aus einer Reihe von physiologischen Veränderungen und Anpassungen im Verhalten, um mit der bedrohlichen Situation angemessen umzugehen. „Kurzfristig dient Angst dem Überleben, indem sie dazu führt, dass im Körper Energie bereitgestellt wird, damit der Mensch Schutzmaßnahmen ergreifen kann, wie beispielsweise vor der Bedrohung zu flüchten“, erklärt der Mediziner, Psychologe und Psychotherapeut.

Auf der anderen Seite kann Angst auch ungünstige Handlungen fördern. Und Menschen, die starke Angst etwa vor einer Infektion durch Grippe- oder Coronaviren haben, können Symptome einer Infektionserkrankung entwickeln, ohne tatsächlich infiziert zu sein. „Menschen sind in der Lage, ihre psychische Belastung über den Körper zu äußern, beispielsweise im Rahmen von somatoformen Störungen“, veranschaulicht Schubert.

Chronischer Stress schwächt Abwehrkraft

„Dauert Angst länger an, ist sie mit chronischem Stress verbunden und das fördert die Gefahr von Atemwegsinfektionen“, betont der Psychoneuroimmunologe. Beispielsweise ist dann die für die Krankheitsbekämpfung wichtige zelluläre Immunaktivität eingeschränkt. Bestimmte weiße Blutkörperchen (Leukozyten), natürliche Killerzellen und T-Helfer-Typ 1-Lymphozyten, sorgen für den immunologischen Schutz gegenüber viralen Eindringlingen. Die Aktivität dieser Immunzellen nimmt bei dauerhaftem Stress ab – Erreger wie Viren haben dann ein leichtes Spiel. „Durch die vermehrte Ausschüttung der Stress-Botenstoffe Cortisol und Katecholamine kommt es zu einer Verminderung von Anzahl und Aktivität der natürlichen Killerzellen und einer Verschiebung der T-Helferzell-Balance“, erklärt Schubert. „Es fehlen dann genau die Immunfaktoren, die verhindern, dass das Virus in den Körper eindringt, oder die, wenn das Virus in den Körper eingedrungen ist, dafür sorgen, dass die Virusausbreitung eingedämmt wird.“

Umgekehrt reduziert ein starkes Immunsystem einerseits das Risiko, sich überhaupt mit diversen Erregern zu infizieren, und andererseits das Risiko für einen schweren Krankheitsverlauf.

Nähe zu anderen und Vertrauen

Was uns außerdem immunologisch stärkt: Ein gutes soziales Netz. Wir Menschen brauchen die Nähe zu anderen. Positive und liebevolle Beziehungen sind eine besondere Kraft- und Gesundheitsquelle. Miteinander spielen, kuscheln und lachen – all das fördert gesunde Abwehrkräfte.
Auch eine vertrauensvolle, zuversichtliche Haltung dem Leben gegenüber, tut gut. „Spiritualität und Glaube sind für viele ganz wichtige Faktoren“, ergänzt Schubert. „Wir wissen zum Beispiel von der immunstärkenden Rolle von Achtsamkeitsmeditation, von Yoga, der inneren Einkehr.“ Auch Lachen stärkt die Abwehrkräfte, zum Beispiel bei einem lustigen Film. Die Fähigkeit, Dinge möglichst gelassen zu nehmen, trägt erheblich zur Entspannung bei. „Durch Entspannung wird weniger von den Stressbotenstoffen Katecholamine und Cortisol ausgeschüttet und die zelluläre antivirale Immunaktivität gestärkt“, betont Schubert.

Bewegung im Freien, Sonnenlicht, bunte Kost

Das Immunsystem stärkt man auch durch Bewegung im Freien, das Tanken von Sonnenlicht und mentale Übungen. Gehen Sie deshalb öfter ins Freie: Mithilfe von Sonnenlicht erzeugt unser Körper Vitamin D3, das immunschützend und immunstärkend wirkt. Unseren Abwehrkräften schmeckt zudem eine ausgewogene, vitamin- und ballaststoffreiche Kost: Essen Sie viel frisches Gemüse, Obst und Vollkornprodukte. Im Darm sitzen 70 bis 80 Prozent unserer Immunzellen: Durch Probiotika lässt sich die Darmflora stärken. Diese stecken in Nahrungsergänzungsmitteln und in Lebensmitteln wie Joghurt, Käse und fermentiertem Gemüse wie Sauerkraut. Auch ausreichend zu trinken ist wichtig: Flüssigkeit befeuchtet die Schleimhäute und unterstützt sie beim Loswerden von Erregern.

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