Zum Hauptinhalt

Checkliste: Wie verhalte ich mich bei einem Wildunfall richtig?

Ein Reh am Straßenrand, ein Wildschwein, das plötzlich die Fahrbahn quert, oder ein Hirsch in der Dämmerung: Gerade im Herbst sind viele Wildtiere auf den Straßen unterwegs. Worauf ist beim Autofahren besonders zu achten – und was ist zu tun, wenn einmal etwas passiert?

29.10.2026 · Nina Hierzenberger · 4 Min. Lesezeit

Wildwechsel erkennen & richtig verhalten

Viele Tiere folgen ihren gewohnten Wegen zu Nahrungsplätzen oder zwischen ihren Ruheplätzen und nehmen dabei instinktiv die kürzesten Wege – egal, ob das ein Feldweg oder eine Landstraße ist.

Vorsicht gilt also nicht nur bei ausgeschilderten Wildwechsel-Schildern: Auch auf Straßen entlang von Wald-, Feld- und Wiesenrändern kann jederzeit ein Tier die Fahrbahn queren. Gerade, wenn es dämmert oder schon dunkel ist, gilt es also, besonders aufmerksam zu fahren, die Geschwindigkeit zu reduzieren und die Fahrbahnränder zu beobachten.

Gut zu wissen: Reh, Wildschwein & Co.

Je nach Tier unterscheiden sich die Verhaltensweisen und das Risiko bei einem Wildunfall. Rehe sind etwa häufig in Gruppen unterwegs: Ist ein Tier auf der Straße, ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass weitere folgen. Hirsche und Wildschweine sind aufgrund von Größe und Gewicht besonders gefährlich. Auch kleinere Tiere wie Füchse oder Hasen können brenzlige Situationen auslösen – hier gilt ebenso: keine hektischen Manöver, die eine noch größere Gefahr verursachen.

Wenn plötzlich ein Tier auf der Straße steht

Was aber ist zu tun, wenn tatsächlich plötzlich ein Reh, Hirsch oder Wildschwein vor dem Auto auftaucht? Zu allererst: Ruhe bewahren! Steht das Tier am Straßenrand, reicht oft schon, das Fernlicht abzublenden, das Tempo deutlich zu reduzieren und bremsbereit zu sein. Ist das Tier mitten auf der Fahrbahn, hilft hupen und kontrolliertes Bremsen.

Wichtig: Obwohl der erste Reflex zunächst vielleicht Ausweichen ist, ist stark bremsen, Lenkrad festhalten und Spur halten oft die sicherere Wahl. Wer das Lenkrad abrupt herumreißt, kann in den Gegenverkehr geraten, gegen einen Baum fahren oder im Straßengraben landen.

Wildunfall passiert, was jetzt?

Ist es trotz aller Vorsicht zu einer Kollision gekommen, sind folgende Maßnahmen zu beachten:

  • Sicher anhalten und Warnblinkanlage einschalten
  • Warnweste anziehen
  • Unfallstelle mit dem Pannendreieck absichern
  • Polizei verständigen
  • Sind Personen verletzt, haben Erste Hilfe und die Rettung unter 144 Vorrang!

Ein verletztes Tier sollte nicht selbst versorgt oder transportiert werden. Richtig ist: Abstand halten und die Versorgung den zuständigen Fachleuten überlassen.

Auch wenn das Tier nach dem Zusammenstoß davonläuft und am Fahrzeug auf den ersten Blick kaum Schaden sichtbar ist, muss der Wildunfall gemeldet werden. Für die Schadenabwicklung mit der Versicherung ist die polizeiliche Dokumentation später oft entscheidend. Die Polizei informiert in der Regel auch die zuständige Jägerschaft bzw. Jagdaufsicht – und veranlasst bei Bedarf eine Nachsuche.

Schaden dokumentieren & Versicherung informieren

Ist die Unfallstelle abgesichert und die Polizei verständigt, sollte der Schaden möglichst gut dokumentiert werden.

Fotos vom Fahrzeugschaden, von der Unfallstelle und möglichen Spuren – etwa Brems- oder Haarspuren – helfen später bei der Schadenabwicklung mit der Versicherung. Außerdem ist es wichtig, Ort und Zeitpunkt des Unfalls sowie – soweit bekannt – die Tierart festzuhalten. Die polizeiliche Bestätigung gehört ebenfalls dazu: Sie ist in der Praxis oft Voraussetzung dafür, dass die Kfz-Kaskoversicherung den Schaden reguliert. Eine polizeiliche Anzeige über den eingetretenen Wildunfall ist unverzüglich zu erstatten.

Der Schaden muss möglichst rasch bei der Versicherung gemeldet werden. Bei UNIQA kann die Schadenmeldung direkt über die entsprechenden Services erfolgen.

Gut zu wissen

→ Schaden ganz einfach online über die UNIQA Schadenmeldung einreichen.

Welche Kfz-Versicherung zahlt bei einem Wildunfall?

Ob und wie ein Schaden durch einen Wildunfall gedeckt ist, hängt vom Versicherungsschutz und vom Unfallhergang ab.

  • Die Kfz-Haftpflichtversicherung ist in Österreich zwar für jedes Fahrzeug vorgeschrieben – sie deckt aber nur Schäden, die du anderen zufügst. Den Schaden am eigenen Auto bezahlt sie nicht: Dafür braucht es eine Kfz-Kaskoversicherung.
  • Welche Leistungen die Kfz-Teil- und Vollkaskoversicherung im konkreten Fall übernimmt, hängt vom gewählten Versicherungsschutz ab. Bei UNIQA sind Schäden durch Tiere grundsätzlich sowohl in der Kfz-Teil- als auch in der Vollkasko versichert. Die Kfz-Vollkasko bietet darüber hinaus Schutz bei selbst- oder fremdverschuldeten Unfällen: Das ist etwa relevant, wenn das Tier gar nicht getroffen wird, das Auto bei einem Ausweichmanöver aber gegen einen Baum oder in den Straßengraben fährt.

Was Sie noch interessieren könnte

Konaktaustausch zwischen Autofahrer:inn nach einem Kfz-Unfall

Häufige Irrtümer rund um Kfz-Unfall, Schuldfrage und Versicherung

Ein Verkehrsunfall ist schnell passiert. Sobald der Schock sich gelegt hat, tauchen zwangsläufig Fragen auf …
Zu den Kfz-Irrtümer
Paar im Auto

Stressfreies Autofahren

Lange Fahrten, unvorhergesehene Staus, rücksichtslose Verkehrsteilnehmer und quengelnde Kinder - Autofahren kann stressig sein. Mit diesen Tipps sind Sie am Steuer entspannter.
Jetzt lesen
Frau in Hocke vor Auto mit Warnschild

Verkehrsunfall – was tun?

Verkehrsexperte Klaus Robatsch vom Kuratorium für Verkehrssicherheit gibt uns einen kompakten Leitfaden für eine Stresssituation, die keine:r will, in die aber jede:r geraten kann.
Zur Checkliste