2 Alternativen zu Alexa und Google Home

Wir stellen zwei Smart Assistant-Anbieter vor, die es anders machen — und erklären, warum es so wenige gibt.

frau auf couch mit smart assistant
© Adobe Stock | rh2010

Sie machen unser Leben einfacher, komfortabler, gelegentlich vielleicht ungewollt gruseliger – die Rede ist von smarten Assistenten. Und unter Umständen bedeuten sie einen Kompromiss in puncto Privatsphäre. Wie sicher sind die Daten der User, stellt sich hier öfters die Frage. Die Marktführer tun einiges, um auf Bedenken zu reagieren, zum Beispiel, indem sie klar anzeigen, wann ein smarter Assistent aufzeichnet, oder indem sie Gespräche nicht mehr von Menschen auswerten lassen. Doch das ändert nichts daran, dass aufgezeichnet wird und Daten mindestens temporär auf den Servern großer Tech-Konzerne landen. Was sind die Alternativen? 

Ein kleiner Markt

Vielleicht müssen wir direkt zu Beginn ein wenig die Erwartungen dämpfen: Es gibt keinen blühenden Markt für Indie-Sprachassistenten, von dem Sie bislang einfach nichts mitbekommen haben. Stattdessen gibt es derzeit vor allem zwei Anbieter, die marktreife Produkte mit etwas Bekanntheitsgrad geschaffen haben.

Da wäre einmal Mycroft. Die Firma startete bereits 2015, also noch vor Amazon, und wurde damals für ihre Idee belächelt (und nach Amazons Einstieg dafür, sich mit dem Konzern anlegen zu wollen). Mit einigen Millionen Euro an Crowdfunding gelang die Produktentwicklung und nun ist Mycroft mit einem eigenen smarten Assistenten und smartem Lautsprecher am Markt.

Mycroft verspricht, keinerlei Daten auf eigenen Servern zu speichern. Es sei denn, der Kunde erlaubt es explizit, um dem Team bei der Verbesserung seiner Software zu helfen. Auch werden keinerlei Daten an Werbetreibende verkauft, um personalisierte Werbung zu schalten. 

Gut zu wissen

52% der Nutzer von smarten Assistenten haben Sorgen über Datenschutz und Privatsphäre, doch gleichzeitig sind 80% zufrieden, so eine Microsoft-Studie.


Außerdem ist Mycrofts Software open source. Das heißt: Jeder kann an der Software basteln, um eigene Ideen zu verfolgen oder Verbesserungen für das Mycroft-Produkt vorzuschlagen.  Die Software ist damit transparent und mit externen Programmen kompatibel.

Auch Snips bietet einen smarten Lautsprecher mit KI-Assistent an, der auf Privatsphäre setzt. Das Produkt soll “dezentralisiert” sein, also keine Daten in der Cloud speichern. Dafür hat die Firma 13 Millionen Dollar, also etwa 11,5 Millionen Euro, von Geldgebern eingesammelt. Die Snips-Software ist kein Open-Source-Produkt.

Die Zukunft: Ein Datenutopia voller Kameras?

Der Snips-Chef sieht in seinem Produkt eine Mission: Wenn Kunden sich nicht mehr um Datenschutz sorgen, wären sie bereit, smarte Assistenten tiefer in ihr Leben zu lassen.

Das könnte zu einer Zukunft führen, in der Lautsprecher und Kameras uns laufend zuhören oder beobachten und uns unterstützend mit Informationen versorgen. Heute stehen uns dabei vielleicht die Haare zu Berge, doch wäre dem immer noch so, wenn wir uns sicher wären, dass unsere Daten bei uns bleiben? Schwer zu sagen, ob diese Sicherheit jemals ausreichend gegeben sein wird.

Die “Killzone” und ihre Assistenten

Warum gibt es eigentlich so wenige Anbieter? Ein Grund ist der finanzielle Vorteil, mit dem Amazon, Apple, Microsoft und Google starten. Wenn ein Kunde erstmal gewonnen ist, ist es schwierig, ihn von seinem Sprachassistenten wegzulocken. Gerade, da die Assistenten oft mit anderen Smart-Home-Anwendungen verknüpft sind. Doch so ganz kann man das Argument nicht gelten lassen: Mit dem Slogan “Mehr Datenschutz!” müsse sich ja zumindest eine Marktnische bedienen lassen.

Außerdem werden kleinere Anbieter immer wieder aufgekauft. So erging es sowohl Bloomsbury und Oz, beide von Facebook erworben, als auch Semantic Machines (Microsoft) und Dialogflow (Google). Für die Konzerne geht es oftmals darum, Software-Expertise unter ihr Dach zu holen, der verringerte Wettbewerb dürfte ein gern gesehener Nebeneffekt sein.

Gut zu wissen

Tech-Konzerne sind derart effektiv darin, aufstrebende Wettbewerber aufzukaufen, dass inzwischen von einer killzone um Google, Facebook, Apple, Amazon und Microsoft die Rede ist.


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