Lernen leicht gemacht – die wichtigsten Tipps

Nur die Übung macht den Meister – das gilt nicht nur für Athleten und Musiker, sondern auch für’s Pauken von Vokabeln und Formeln. Hier die wichtigsten Tipps für erfolgreiches Lernen.

Junge und Mädchen beim Lernen

Viele Wege führen zum Lernziel

Sinneseindrücke spielen beim Lernen eine wesentliche Rolle. Jeder Mensch hat dabei unterschiedlich stark ausgeprägte Sinnesorgane, die sich in Lerntypen widerspiegeln:

1. Visueller Typ

Er lernt durch Visualisieren des Lernstoffes, Mindmaps, Grafiken, Lernplakate...

2. Auditiver Typ

Lautes Durch- und Vorlesen von Texten, mündliche Erklärungen und das Führen von Selbstgesprächen lassen diesen Lerntyp gut lernen.

3. Kommunikativer Typ

Er lernt am besten durch Gespräche und Diskussionen, setzt sich mit Lernstoff sprachlich auseinander und lässt sich Dinge erklären um sie zu verstehen.

4. Motorischer Typ

Dieser „learning by doing“-Typ verarbeitet Infos am besten durch Bewegung. Er lernt nicht sitzend beim Schreibtisch sondern im Stehen oder Gehen und indem er Handlungsabläufe selber ausführt, etwa durch Ausprobieren, Gruppenarbeiten und Rollenspiele.

„Da die meisten Menschen Mischtypen sind, ist es für einen größtmöglichen Lernerfolg am besten, so viele Sinneskanäle wie möglich anzusprechen“, weiß Expertin Christina Riegler, Heilpädagogin und Mutter eines 10-jährigen Sohnes. Neuer Lernstoff sollte daher im besten Fall mit unterschiedlichen Ansätzen vermittelt werden: Akustisch durch einen Vortrag. Visuell durch Bilder, Plakate oder Videos. Experimente, Spiele oder Gruppenarbeiten bieten die Möglichkeit, sich mit der neuen Materie auseinander zu setzen. Probieren Sie mit Ihrem Kind aus, welche Ansätze im individuellen Fall am besten funktionieren.

Christina Riegler
in Kooperation mit
Mag. Christina Riegler
Sonder- und Heilpädagogin

10 Tipps für erfolgreiches Lernen


1. Richtiges Zeitmanagement

Den Lernstoff am Nachmittag nach der Schule zu Hause nochmal kurz in Ruhe durchlesen hilft, das Gehörte zu festigen. Planen Sie mit Ihren Kindern fixe Lernzeiten und teilen Sie den Lernstoff gemeinsam ein. Wichtig ist, nicht zu kurz vor Prüfungen und Schularbeiten zu lernen zu beginnen. 

Lernpausen helfen, sich über einen längeren Zeitraum konzentrieren zu können.
Nach 30 Minuten sollte eine Mini-Pause von 5 Minuten, nach einer bis eineinhalb Stunden eine Midi-Pause von 15-20 Minuten und nach drei Stunden eine Maxi-Pause von mindestens einer Stunde gemacht werden. Wichtig: In den Pausen das Gehirn nicht mit Fernsehen oder Computer-Games belasten. Am besten durch Bewegung an der frischen Luft den Ausgleich zum Lernen finden. Lernstoffe mit ähnlichen Inhalten zeitlich trennen bzw. erst weiterlernen, wenn der Lerninhalt gefestigt ist.

2. Fragen ausarbeiten

Jede Lehrerin, jeder Lehrer hat einen bestimmten Fragestil und unterschiedliche Schwerpunktsetzungen. Die meisten Lehrer stellen während dem Unterricht Fragen und beantworten diese selbst. Am besten die Fragen notieren und zur Prüfungsvorbereitung ausarbeiten.

3. Lernplatz/Arbeitsplatzgestaltung

Am Lernplatz sollten nur Dinge liegen, die man zum Lernen braucht. Ablenkungen wie zum Beispiel das Handy gehören nicht auf den Schreibtisch. Zudem sollte der Arbeitsplatz ruhig und gut beleuchtet sein. Am besten für die Augen ist natürliche Beleuchtung, deshalb sollte der Tisch am Fenster stehen.

4. Mind-Mapping-Methode

Im Unterricht möglichst viel mitschreiben, die Mitschrift gut strukturieren, farblich gestalten und durch Skizzen ergänzen. Den gelernten Stoff mit Bildern verknüpfen und in eigenen Worten nochmal aufschreiben. Lernposter neben dem Bett oder im Bad aufhängen. Bewährt hat sich auch das Lernen mit Lernkarteiboxen. Im Internet gibt es zahlreiche Anleitungen für’s Selberbasteln von solchen Lernkarteiboxen sowie Infos wie man mit ihnen effizienter lernen kann.

5. Schauspieler-Technik

Texte laut vorlesen, Vokabeln laut lernen, den gelernten Stoff sich selbst laut vortragen. Durch das laute Sprechen und gleichzeitige Hören merkt man sich Texte besser. Den Lernstoff durch Mimik und Gesten ergänzen und auf Ruhe achten. Laute Geräuschkulissen oder Musik lenken leicht vom Lernen ab.

6. Bewegung macht schlau

Das gilt auch beim Lernen: Im Zimmer auf- und ablaufen, in den Händen einen Stift wandern lassen oder einen Stressball kneten. Auch Lernmaterialien helfen beim Lernen: Vokabeln und Rechtschreibung lassen sich leichter mit Scrabble-Steinen merken. Auch Kaugummi kauen kann beim Lernen helfen. Wer besser im Sitzen lernt, sollte sich in den Pausen bewegen, damit wieder mehr Sauerstoff in das Gehirn gelangt.

7. Verknüpfungen herstellen

Gelerntes mit vorhandenem Wissen verknüpfen. Es fällt leichter sich Neues zu merken, wenn man logische Zusammenhänge damit herstellen kann: Vokabeln in ganze Sätze verpacken, sich Geschichten in Bildern vorstellen, chemische Reaktionen aufzeichnen oder Grammatikregeln mit Reimen verknüpfen: „Nach vom zum beim, schreib niemals klein.“

8. Üben und Wiederholen

Gelerntes durch Diskussionen und Gespräche wiederholen. Fragen und Antworten helfen beim Lernen. Sich selbst abfragen oder von Freunden und Eltern abprüfen lassen. Den Lernstoff als Quiz verpacken.

9. Das Gehirn füttern

Das Gehirn verbraucht ein gutes Fünftel unserer Energie. Umso wichtiger ist es, die Gehirnzellen mit allen Stoffen zu versorgen die es braucht.  Die Grundlage für eine gute Leistungs- und Konzentrationsfähigkeit sind mehrere ausgewogene, kleine Mahlzeiten am Tag mit Vollkornprodukten, viel Gemüse, Hülsenfrüchten und Obst. Fisch, Fleisch und Eier bringen ein weiteres Plus für die Gehirnleistung. Am besten legt man nach dem Essen eine kurze Pause ein – ein voller Bauch studiert bekanntlich nicht gern.

Aber auch genügend trinken ist wichtig, um konzentriert zu lernen. Geeignete Getränke sind (stilles) Mineralwasser, Kräutertees, Früchtetees und verdünnte Fruchtsäfte.

10. Jogging für’s Gehirn

Man kann Konzentration und Aufmerksamkeit trainieren – z.B. mit folgenden kurzen Übungen:

  • Gegenstand auf Fingerspitze oder Handrücken balancieren
  • Zungenbrecher aufsagen
  • Mandala malen
  • Rückwärts buchstabieren (mit Z beginnen)
  • In einem Text alle „und“ zählen
  • Stadt – Land – Fluss spielen 


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