Gesund ins Alter: So wichtig ist Bewegung
Warum jetzt der beste Zeitpunkt ist, mehr Bewegung zu machen – und warum es nie zu spät ist, aktiv zu werden.
Gesundheit im Alter ist kein Zufall – sie ist das Ergebnis von Entscheidungen, die wir im Laufe unseres Lebens treffen. Einer der wichtigsten Faktoren dabei ist Bewegung. Menschen, die regelmäßig körperlich aktiv sind, leben länger. Und was noch wichtiger ist: diese Lebensjahre sind gesünder.
Daten & Fakten: Lebenserwartung in guter Gesundheit
In Österreich beträgt die Lebenserwartung aktuell für Frauen rund 85 und für Männer knapp 80 Jahre. Davon leben Frauen derzeit knapp 65 Jahre und Männer rund 63 Jahre in „guter Gesundheit“. Für Ende der 70er Jahre geborene Österreicher:innen beträgt die Lebenserwartung in guter Gesundheit nur rund 53 bzw. 52 Jahre. Was helfen kann, diese Differenz von rund 20 Jahren zu verringern? Richtig: Bewegung.
Selbstbestimmt und aktiv leben im Alter
Gesund zu altern heißt nicht, den Alterungsprozess aufzuhalten, sondern ihn aktiv zu gestalten. Bewegung ist dabei eines der wirksamsten Mittel. Regelmäßige Bewegung reduziert entzündliche Prozesse, verbessert die Sauerstoffversorgung, stärkt das Herz-Kreislauf-System und wirkt dem altersbedingten Muskelabbau entgegen. Wer sich bewegt, investiert nicht nur in seine Gesundheit – sondern in ein selbstbestimmtes und erfülltes Leben bis ins hohe Alter.
Use it or lose it - Ran an die Hantel!
Es ist nie zu spät mit Krafttraining zu beginnen. Im Gegenteil: Vor allem im Alter ist das Muskeltraining besonders wichtig, um dem altersbedingten Abbau der Skelettmuskulatur vorzubeugen. Denn schon ab dem 30. Geburtstag verlieren wir jedes Jahr etwa ein Prozent unserer Muskelmasse. Krafttraining oder auch einfache Übungen mit dem eigenen Körpergewicht helfen dabei, die Muskulatur zu erhalten und die Selbstständigkeit im Alltag zu sichern.
Die Weltgesundheitsorganisation empfiehlt Erwachsenen mindestens 150 Minuten moderate Bewegung pro Woche für Erwachsene. Das sind 21 Minuten täglich – mit dem Rad zur Arbeit, ein Spaziergang in der Mittagspause oder eine Abendrunde mit dem Hund, und das Pensum ist erfüllt. Zusätzlich empfiehlt die WHO zweimal pro Woche Kraft und Muskeln zu trainieren.
Mehr Muskeln, bessere Gesundheit
Muskeln verbrauchen Energie – auch im Ruhezustand. Mehr Muskelmasse bedeutet also höheren Kalorienverbrauch und eine bessere Regulation des Blutzuckers.
Aktive Muskeln schütten sogenannte Myokine aus. Diese Botenstoffe reduzieren Entzündungen, stärken das Immunsystem und senken das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Zudem entlasten Muskeln die Gelenke, beugen Verletzungen vor und schützen vor Osteoporose. Gerade im Alter reduzieren sie das Risiko zu stürzen.
Regelmäßigkeit schlägt Intensität
Der menschliche Körper ist nicht darauf ausgerichtet, nur zu ruhen. Er will bewegt werden. Wichtig ist dabei nicht nur die Intensität, sondern die Regelmäßigkeit. Dabei muss es kein Leistungssport sein, schon tägliche Spaziergänge, leichtes Krafttraining oder sanfte Bewegungsformen wie Yoga können einen großen Unterschied machen. Entscheidend: eine Form der Bewegung zu finden, die Freude bereitet und sich dauerhaft in den Alltag integrieren lässt.
Fitter werden geht schneller als man denkt – auch im Alter
Studien zeigen, dass Menschen, die erst mit 50, 60 oder sogar 70 Jahren mit regelmäßiger Bewegung beginnen, innerhalb weniger Monate signifikante Verbesserungen bei Ausdauer, Muskelkraft und Herzgesundheit erzielen. Jede Gewohnheit, die heute etabliert wird, zahlt sich morgen aus – in Jahren gesunder Lebenszeit.
Das passiert im Körper – durch die Jahrzehnte
- Die 20er - Die goldene Aufbauphase
Das Fundament legen. Muskeln wachsen schnell, Knochen erreichen ihre maximale Dichte. Wer jetzt regelmäßig trainiert, baut ein riesiges biologisches Kapital auf – und entwickelt Gewohnheiten, die ein Leben lang halten.- Die 30er - Der Wendepunkt
- Aufgebautes halten. Der erste leichte Muskelabbau beginnt. Regelmäßiges Kraft- und Ausdauertraining bremst diesen Prozess massiv. Wer jetzt aktiv ist, bemerkt den Unterschied im nächsten Jahrzehnt kaum.
Die 40er - Der Realitätscheck
- Die Schere öffnet sich. Zwischen aktiven und inaktiven Menschen wird der Unterschied spürbar: Ausdauer, Gelenkgesundheit, mentale Fitness. Wer noch nicht angefangen hat: Es ist nicht zu spät – aber es lohnt sich, sofort zu starten.
50+ Immer noch: nie zu spät!
- Sport wirkt auch jetzt noch. Studien zeigen: Selbst Menschen, die erst mit 50 oder 60 mit regelmäßiger Bewegung beginnen, profitieren enorm. Risiken sinken, Lebensqualität steigt – der Körper ist anpassungsfähiger als wir denken.
Fittes Hirn & soziale Kontakte
Bewegung fördert die Durchblutung des Gehirns, unterstützt die Bildung neuer Nervenzellen und trägt dazu bei, geistig fit zu bleiben. Wer sich regelmäßig bewegt, bleibt also nicht nur körperlich, sondern auch mental länger leistungsfähig. Studien zeigen, dass körperliche Aktivität auch das Risiko für kognitive Erkrankungen wie Demenz verringern kann. Nicht zuletzt reduziert Bewegung Stress, verbessert die Stimmung und lindert Symptome von Depressionen.
Gerade im Alter, wenn soziale Kontakte manchmal weniger werden, kann Bewegung – sei es im Verein, in einer Gruppe oder einfach draußen in der Natur – ein wichtiger Anker für Lebensfreude und soziale Teilhabe sein.
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