COVID-19 und Impfen: Das sollten Sie jetzt wissen

Der Wissenstand der breiten Bevölkerung über Medizin und Gesundheit hat einen ziemlichen Schub bekommen, seit so sperrige Begriffe wie Inzidenz und Mutationsrate die Gasthäuser und Talksendungen erobert haben.

Arzt mit FFP2-Maske spricht mit Patientin

Aber mit dem Wissen ist es ja so eine Sache, es ist eine Tochter der Zeit und das gilt ganz besonders für die oft kurzlebigen Gewissheiten in der COVID-19-Pandemie. Und so tauchen immer neue Fragen auf, die in vielen Fällen leider auch von bestinformierten Immunologinnen und Immunologen nicht beantwortet werden können, weil die Wissenschaft mit dem Wissen-Schaffen den vielen Vermutungen zum Teil deutlich hinterherhinkt.

Wie wirksam sind die einzelnen COVID-19-Impfstoffe im Vergleich?

Da ist zum Beispiel die Sache mit der Schutzwirkung der Impfung. Es ist wichtig, sich vor Augen zu halten, dass wir nie zu 100 Prozent geschützt, aber auch nie zu 100 Prozent ungeschützt sind. Bei den nun folgenden Zahlen sollte unbedingt bedacht werden, dass diese für die verschiedenen Impfstoffe bei zum Teil unterschiedlichen Populationen erhoben werden. Es gibt bisher auch keine direkten Vergleichsstudien zwischen den Vakzinen.

Das Kriterium „Wirksamkeit gegen eine symptomatische COVID-19-Infektion“ ist beim Impfstoff von BioNTech/Pfizer zu 95 % gegeben, beim zweiten mRNA-Impfstoff von Moderna zu 94 %, beim AstraZeneca-Vakzin zu 70 %. Eine schwere Covid-19-Erkrankung ist in den BioNTech/Pfizer-Studien einmalig in der Vakzingruppe und neunmalig in der Placebogruppe aufgetreten. Beim Moderna-Impfstoff lag dieses Verhältnis bei 0 zu 30 und beim AstraZeneca-Impfstoff bei 0 zu 2. All diese Daten sind grundsätzlich erfreulich, die Vergleichbarkeit ist wie gesagt nur eingeschränkt gegeben. 

Beim Johnson & Johnson-Impfstoff wurden die Kriterien etwas anderes definiert. „Wirksamkeit gegen eine mittelschwere bis schwere COVID-19-Erkrankung“ wurde in den Studien zu 66 % erfüllt, vor einer schweren Erkrankung schützt dieser Impfstoff isoliert betrachtet zu 85 %. Vorteil der Johnson & Johnson-Impfung: Sie muss nur einmal verabreicht werden, um ihre volle Wirksamkeit zu entfalten.

Nochmal: „Volle Wirksamkeit“ bedeutet nicht, dass man ganz vor der Krankheit geschützt ist. Es ist jedoch weniger wahrscheinlich, dass man erkrankt und weniger wahrscheinlich, dass es im Falle einer Erkrankung zu einem schweren Verlauf kommt. Auch das Risiko, dass man die Infektion weitergibt, ist mit der Impfung nicht null, aber deutlich kleiner.


Was tun, wenn man vor dem Impftermin erkrankt?

Wer aktuell erkrankt ist, der sollte mit der Impfung jedenfalls um einige Wochen warten, den Impftermin also über die Gesundheits-Hotline 1450 verschieben. Das gilt bei COVID-19 genauso wie bei anderen akuten Infekten.

Nach einer laborgesicherten COVID-19-Infektion sollte laut dem Nationalen Impfgremium sogar sechs bis acht Monate mit der Impfung gewartet werden. In diesem Zeitraum besteht mit großer Wahrscheinlichkeit eine „natürlich“ erworbene Immunität. Eine Impfung ist dann zwar nicht weniger verträglich, aber nicht zwingend notwendig. 


Ist die Einnahme von schmerz- und fiebersenkenden Mitteln vor und nach der COVID-19-Impfung zu empfehlen?

Wie Professor Paul Sax, Infektiologe an der Harvard Medical School im renommierten New England Journal of Medicine betont, sind schmerz- und fiebersenkende Mittel wie Ibuprofen und Paracetamol gut wirksam gegen die lokalen und systemischenNebenwirkungen der Impfung. Dazu zählen Schmerzen an der Einstichstelle, Fieber sowie Kopf- und Muskelschmerzen. Eine vorbeugende Einnahme vor der Impfung sei jedoch nicht zu empfehlen, da es theoretisch zu einer Schwächung der durch den Impfstoff ausgelösten Antikörperreaktion kommen kann.

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