Wann kommt die COVID-19-Impfung für Kinder?

Für Kinder werden die COVID-19-Impfstoffe nicht so bald zugelassen werden. Warum das so ist und wo wir derzeit stehen.

Mädchen mit Schutzmaske

Kinder sind die schützenswertesten Mitglieder unserer Gesellschaft, warum also schützen wir sie derzeit noch nicht mit einer COVID-19-Impfung? Nun, das hat im Wesentlichen zwei Gründe: 

Höchste Anforderungen bei Impfstoff-Zulassung

Zum einen gibt es bei Kindern und Jugendlichen aufgrund des eingangs angeführten Umstandes höhere Sicherheitsanforderungen für die Zulassung eines Arzneimittels oder einer Impfung. Im Fall der Impfung gegen SARS-Covid-2 bedeutet das, dass zuerst ausreichende Daten bei Erwachsenen vorliegen müssen, damit Studien bei unter 12-Jährigen erlaubt sind.

Wenige schwere Erkrankungen

Der zweite Grund liegt im Umstand, dass COVID-19, also die von einer Infektion mit SARS-Covid-2 ausgelöste Erkrankung, bei Kindern und Jugendlichen im Allgemeinen einen leichteren Verlauf nimmt. Sie zählen daher nicht zu den Risikogruppen. Tatsächlich erkranken viele Kinder gar nicht an COVID-19, obwohl sie mit dem Virus infiziert sind. Jene Kinder, die erkranken, erholen sich meist innerhalb von ein bis zwei Wochen.

Halbwegs beruhigende Zahlen aus England zeigen, dass es auch in der zweiten, hauptsächlich von der Mutation B.1.1.7 dominierten COVID-19-Welle keinen höheren Anteil an schwer erkrankten Kindern gab.


EMA fordert Studienergebnisse in 2024 

Zurück zur Impfung. Trotz der meist leichten Krankheitsverläufe ist es natürlich wünschenswert, sobald wie möglich auch eine zuverlässige und sichere Impfung für Kinder und Jugendliche zur Verfügung zu haben – nicht zuletzt, um diese Altersgruppe als Infektionsquelle für erwachsene Menschen aus den bekannten Risikogruppen zu reduzieren.

Die EMA, also die Europäische Arzneimittelbehörde, hat daher die Impfstoffhersteller aufgerufen, spätestens bis Ende 2024 ausreichende Daten für die Zulassung bei Kindern und Jugendlichen zur Verfügung zu stellen.


2024 ist noch weit weg – wo stehen wir derzeit?

Nun, der Impfstoff von BioNTech/Pfizer ist bereits seit Anfang Februar für Jugendliche zwischen 16 und 18 Jahren zugelassen. Bereits Mitte Oktober 2020 wurden zur Hauptstudie für die Zulassung noch zwei Studienarme mit Teilnehmern von 12 bis 16 Jahren hinzugefügt, einer mit der „echten“ Impfung und ein Placeboarm zum direkten Vergleich, wie es das Zulassungsprotokoll vorsieht. Die Jugendlichen erhalten dabei die gleiche Impfstoffdosis wie die erwachsenen Teilnehmer.

Auch Moderna, der zweite Hersteller eines mRNA-Impfstoffes gegen SARS-Covid-2, hat nach den guten Ergebnissen bei Erwachsenen in Hinblick auf Wirksamkeit und Verträglichkeit eine klinische Studie mit 3.000 Teilnehmern im Alter von 12 bis 17 Jahren angemeldet. Beide Unternehmen planen so rasch wie möglich, auch Kinder unter 12 Jahren in die Studien miteinzubeziehen.

Der britisch-schwedische Hersteller AstraZeneca hat derzeit noch keine Studien mit Kindern laufen, dies sei jedoch in Planung.

Der zu Johnson & Johnson gehörende Hersteller Janssen-Cilag führt seit August 2020 eine Phase-II-Studie mit Teilnehmern ab 12 Jahren durch. Bis dato sind noch keine Ergebnisse bekannt.


Impfstoff aus Österreich für Kinder geeignet?

Der erste SARS-Covid-2-Impfstoff aus vollständigen, inaktivierten Viruspartikeln des österreichisch-französischen Unternehmens Valneva ist derzeit noch in einer frühen Phase der klinischen Erprobung bei 150 Probanden im Alter zwischen 18 und 55 Jahren.  Basierend auf den anschließenden Phase-III-Studien erhofft sich der Hersteller, dass sich der Impfstoff auch für Kinder und Schwangere eignet.


Fazit: Wann ist also eine Corona-Impfung für Kinder zu erwarten?

Derzeit ist bereits ein Impfstoff für Jugendliche ab 16 zugelassen, Studien mit Jugendlichen ab 12 Jahren laufen bereits bei einigen Herstellern. Studien für Kinder und Jugendliche unter 12 Jahren sind derzeit noch nicht erlaubt. Sie können erst durchgeführt werden, wenn ausreichend verlässliche Daten bei Erwachsenen vorliegen. Allerdings hat die EMA den Impfstoffen bei Erwachsenen eine „Bedingte Zulassung“ erteilt, die an die Durchführung von Untersuchungen bei den unter 12-Jährigen geknüpft ist. Die Impfhersteller müssen also so bald wie möglich mit den Studien bei dieser Zielgruppe starten und der Europäischen Arzneimittelbehörde bis Mitte/Ende 2024 deren Ergebnisse liefern. 

Sicher eine Herausforderung: Derzeit können die Hersteller noch nicht starten, bis 2024 müssen sie aber damit fertig sein. Die Verfügbarkeit von wirksamen und sicheren SARS-Covid-2-Impfstoffen für Kinder und Jugendliche sind ein wesentlicher Puzzlestein in der Bekämpfung der Pandemie. Valide Studiendaten sind nicht nur für die Anforderungen der Zulassungsbehörden, sondern auch für das Vertrauen der Öffentlichkeit wichtig.

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