Vision Board statt Neujahrsvorsatz: So geht’s!

Ziele und Vorhaben lassen sich leichter umsetzen, wenn man sie fokussiert und vor allem inspiriert angeht. Genau dabei hilft ein Vision Board. Eine Expertin erklärt, wie das funktioniert und worauf es ankommt.

Frau erstellt ein Vision Board

„Ich höre auf zu rauchen.“ – „Ich werde fünf Kilo abnehmen.“ – „Ich will mehr Work-Life-Balance.“ Vor allem beim Jahreswechsel sind solche Vorsätze schnell ausgesprochen. Einzig an der Umsetzung scheitert es oft. „Das Problem ist, dass solche Vorhaben zu vage formuliert sind. Die gesteckten Ziele mögen vernünftig klingen – was aber fehlt, sind die Inspiration und der Antrieb, warum man das Ganze erreichen will. Das muss man fühlen“, erklärt Charlyne Hochreiter-Götz, Expertin für psychosoziale Beratung. „Je konkreter die eigenen Visionen sind und je detailreicher und positiver man sich seine Zukunft ausmalt, desto mehr Vorfreude stellt sich ein – und diese wiederum ist die beste Motivation, um etwas zu verändern.“

Ziele visualisieren mit einem Vision Board

Ein Vision Board ist ein kunterbuntes Sammelsurium aus inspirierenden Fotos, Bildern, Worten und Mantren. Es kann bei der Zielerreichung enorm helfen. „Vision Boards bilden den Fokus für das nächste Jahr oder für einen gewissen Zeitraum ab“, so Hochreiter-Götz. Sie können als Pinnwände oder Collagen angelegt werden – oder auch digital. Vereinfacht gesagt, geben Vision Boards unseren Träumen mithilfe von Bildern, Fotos und Farben eine Form.

Aber wie entsteht nun ein Vision Board? Hier vier Tipps von der Expertin:

Schritt 1: Ziele formulieren 

Dabei helfen folgende Fragen: Wo will ich eigentlich hin? Was will ich an meinem Leben ändern, und warum strebe ich das an? Welche positiven Effekte erwarte ich mir? Wie wird mein neues Ich aussehen? Welche Schritte kann ich dafür setzen?

Hochreiter-Götz rät dazu, nicht zu viele Lebensbereiche auf einmal abzubilden. „Man kann auch mehrere Vision Boards erstellen – eines für die Gesundheit, eines für die Karriere und so weiter.“ Fragen, die große Themen behandeln, sind etwa: Wie sieht mein ideales Familienleben aus? Wie will ich meine Wohnsituation verbessern? Was wünsche ich mir im Job? Wie viel Raum will ich meiner persönlichen Entwicklung künftig geben? Welche Reiseträume will ich mir unbedingt erfüllen? Was sieht meine Vision eines erfüllten Soziallebens aus? 

Dabei ist es wichtig, die Ziele konkret zu formulieren. Ein „glückliches Leben" ist wenig greifbar. Was bedeutet für mich ein glückliches Leben genau? Zusätzlich ist es wichtig die Ziele zeitlich einzuordnen. Möchte ich manche Dinge in einem Jahr erreicht haben oder erst in zehn? Gibt es Zwischenziele am Weg zum großen Ziel?

Schritt 2: Aktiv werden, nicht warten

Auch wenn die Gestaltung von Vision Boards mitunter Fragen aufwirft, auf die man nicht gleich eine Antwort weiß, sollte man einfach loslegen. „Im Tun entstehen neue Ideen. Man kann nichts falsch machen, nur gewinnen. Hauptsache, man erlaubt sich zu träumen: Je größer die Träume, desto besser. Auf ein Vision Board darf alles, was einen positiv berührt und Leidenschaften weckt. Das können Fotos oder spezielle Bildausschnitte sein, einzelne Worte, die man aus einer Zeitung ausschneidet, oder Weisheiten aus Büchern.“ Dabei wird kreativ gezeichnet, gemalt, geschrieben, geklebt … 

Für ein analoges Vision Board sollte Folgendes griffbereit liegen:

  • Schere, Klebstoff und (buntes) Papier
  • Farben: Buntstifte, Wasserfarbe, Wachsmalkreide - alles ist erlaubt
  • ein Stapel alter Zeitschriften mit hohem Bildanteil oder ausgedruckte Bilder
  • inspirierende Fotos von erlebten Reisen oder Momenten 
  • ein Untergrund - z. B. ein großer Karton oder eine Pinnwand - auf dem alles gesammelt werden kann

Für die digitalen Vision Boards hilft es, beim Surfen im Internet inspirierende Bilder und Sprüche in einer eigenen Fotobibliothek zu speichern, um sie dann mithilfe von einfachen Grafikprogrammen (z. B. www.canva.com) zu einem Vision Board zusammenzufügen.

„Man kann Vision Boards auch gemeinsam mit dem Partner oder mit Kindern erstellen“, sagt Hochreiter-Götz. „Dabei sollte man nur abschließend innehalten und sich fragen: Ist es das, was ich will, oder sollen wir eine gemeinsame Schnittmenge abbilden – und jeder bekommt zusätzlich eine eigene Ecke auf dem Vision Board?“  

Schritt 3: Vision Board gut sichtbar aufhängen 

„Ich muss mein Vision Board regelmäßig sehen und mir meine Ziele vor Augen führen, sonst ergibt das Ganze keinen Sinn“, so Hochreiter-Götz. „Vision Boards können mitunter auch unbewusst wirken, weil man im Vorbeigehen spezielle Worte oder Bildstimmungen aufschnappt.“ Sollte man sich unwohl damit fühlen, dass andere Menschen die eigenen Visionen sehen können, kann man sie im privaten Wohnbereich, zum Beispiel im Arbeits- oder Schlafzimmer, aufzustellen.

Wer sein Vision Board digital gestaltet hat, kann es beispielsweise als Bildschirmschoner installieren oder sich täglich einen Erinnerungs-Alarm setzen.  

Schritt 4: Hinterfragen

Es ist okay, zu fragen: „Passt das noch für mich?". Fühlt sich das, worauf ich hinarbeite, weiterhin gut an? Muss ich meinen großen Traum vielleicht in kleine Etappen aufteilen? Jedes Vision Board kann und darf nachgebessert werden. Einfach Stifte und Schere auspacken – und keine Sorge, das macht Spaß! Die Leinwand des Lebens aktiv zu gestalten, ist immer ein positiver Prozess.

Zur Person:

Charlyne Hochreiter-Götz ist diplomierte Lebens- und Sozialberaterin sowie Expertin für psychosoziale Beratung. Im Rahmen des „consentiv Employee Assistence Service“ unterstützt sie Klienten sowohl bei privaten als auch bei beruflichen Themen. Ihr Leitmotiv: „Das Leben ist unser Lehrmeister.“ 

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