Wie gesund ist Kokosöl?

Lange Zeit wurde Kokosöl als unfehlbares Wundermittel gefeiert. Mittlerweile gibt es auch kritische Stimmen …

Frau hält Kokosöl in Glas
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Abnehm-Hilfe, perfekt für Haut und Haar, natürliches Sonnen- und Insektenschutzmittel, Superfood … Tatsächlich findet sich kaum eine segensreiche Kraft, die dem Öl der Kokospalme nicht schon zugeschrieben wurde. Kein Wunder, wenn die Wissenschaft bei soviel heiler Kokoswelt ein wenig skeptisch wird.

„Belegt sind tatsächlich nur wenige der positiven Wirkungen“, so UNIQA VitalCoach Karin Pauer. Von großen Versprechen hält die Ernährungswissenschafterin wenig, letztendlich müsste man ein Lebensmittel ein Jahr lang isoliert zu sich nehmen, um valide Aussagen über dessen gesundheitlicher Wirkung treffen zu können… Pauer: „Sicher ist, dass Kokosnussöl oder Kokosfett neben Spuren von Mineralstoffen, Aminosäuren und Vitamin E einen hohen Anteil an gesättigten Fettsäuren hat – mehr als Palmöl, Schweineschmalz oder Butter.“

Diese sollten laut Expertenempfehlungen nicht mehr als zehn Prozent der Ernährung ausmachen, sonst bestünde die Gefahr, das sogenannte „schlechte Cholesterin“ zu erhöhen. „Ich halte natives Öl aus Kokosfleisch für das beste, um damit zu kochen. Es lässt sich viel stärker erhitzen als etwa Olivenöl“, so Pauer.

Variantenreich ölen

Wie häufig bei Ernährungsthemen empfohlen, ist auch hier Abwechslung und Ausgewogenheit angesagt. Karin Pauer etwa empfiehlt als Basisöl kaltgepresstes Olivenöl. Ghee (geklärte Butter) oder Butterschmalz wäre ebenfalls eine gesunde Variante für Fleischesser und auch wunderbar zum Kochen geeignet

„Wer sich besonders Gutes tun will, verwendet ausgesuchte, regionale Öle wie etwa Hanf-, Lein-, Walnuss- oder auch Kürbiskernöl, die mit zahlreichen gesundheitsfördernden Inhaltsstoffen punkten können. Letzteres ist primär geschmacklich interessant.“ Diese Öle eigen sich besonders gut etwa für Salate. Mit Vorsicht zu genießen sei hingegen Sonnenblumenöl, da es zu viel an entzündungsfördernden Omega 6 enthielte.

Fette beobachten

Generell gilt: Jedem sein individuell angepasster Fettkonsum. Zumindest wäre das ein anzustrebendes Ideal. Mittels Bluttest in Speziallabors kann der Fettsäurestatus gemessen und der körpereigene Bedarf festgestellt werden.

Karin Pauer: „Mittels DNA-Analyse kann man ermitteln, welche Lebensmittel und somit auch welche Fette für den eigenen Körper am besten sind.“ Das könne im einen oder anderen Fall durchaus von gängigen Empfehlungen abweichen.

Erkältungsschutz

In jedem Fall hat die Ernährungsexpertin noch einen Tipp zum Ausprobieren: Täglich einen Teelöffel Kokosöl mit einem Tropfen ätherischen Oreganoöl  (aus der Apotheke) schlucken. Wirkt antibakteriell und kann vor allem zu dieser Jahreszeit vor Erkältungen schützen.