Was tun am Feiertag?

„Single-Feiertage“ sind eine gute Gelegenheit, einfach mal nichts zu tun. Eine kleine Gedankenreise und ein Plädoyer für einen „Tag der Entschleunigung“, der am 15. August gut passen würde.

Frau entspannt auf Wiese
© Adobe Stock | Patrick Daxenbichler

„Nach dem 15. August ist der Sommer vorbei.“ So ist das. Die Quelle dazu ist eine alte Familienweisheit mit langer Tradition. Über viele Jahre hat sie die Sommerplanung meiner gesamten Familie bestimmt, sie kann nicht irren.

Alles hängt mit dem Geburtstag meiner Großmutter zusammen, der auf den 15. August fiel und ein Fixtermin war. Urlaube waren dieser unausgesprochenen Familienregel zur Folge immer davor zu konsumieren. Zu Mariä Himmelfahrt waren dann alle da, um gemeinsam auf Omas Geburtstag anzustoßen. Dem 15. August umgab also eine besondere  Aura, es war ein doppelt – oder sagen wir dreifach – zu begehender Feiertag. Ferragosto, wie die Italiener sagen, ist einer der höchsten kirchlichen Feiertage, wird aber auch als Höhepunkt des Sommers verstanden.

Höhepunkt des Sommers? „Nach dem 15. August, da „herbstelt’s“, war sich mein Clan sicher. Also feierten wir gleich mehrfach: den Oma-Geburtstag, den Sommerhöhepunkt, den Beginn des Herbstes und natürlich alles, was uns sonst gerade in der Hitze der Sommerstunden so einfiel.

Summer time, when the livin´ is easy

Seit einiger Zeit fehlt uns dieses Ritual, und dieser hochsommerliche Feiertag muss schleunigst mit neuem Sinn befüllt werden. Muss er das? Was wäre, wenn der Kalender an diesem Tag einfach leer bliebe? Nichts, nada, rien. „Summertime, when the livin´ is easy“ als Motto für den 15. August. Keine Termine, keine Pläne , einfach aufwachen und schauen, wohin die Reise geht? Einfach SEIN, guten Gewissens, nichts machen. Das passt doch eigentlich wunderbar zum Hochsommer, oder etwa nicht?

Ideen zum hochsommerlichen Entschleunigen

Mitte August, wenn ganz Europa unterwegs ist, NICHTS tun. „Beim Nichtsmachen bleibt nichts ungemacht“, heißt es bereits in der altchinesischen Spruchsammlung Tao Te King. Ob diese wirklich vom legendären Philosophen Laotse stammt, der im 6. Jahrhundert vor Christus gelebt haben soll, ist ungewiss. Doch der Rat gilt noch heute: Viele Psychologen, Philosophen und Managementtrainer raten zum Innehalten – oder dazu, eine Zeit lang absolut nichts zu tun.

Fragen wir uns also nicht, was wir am 15. August tun, sondern, wie wir am besten nichts tun.

Nicht allen Menschen fällt es leicht, nein zu Aktivitäten oder Einladungen zu sagen, einfach mal ganz bewusst in den „Nichts-Tun-Modus“  zu schalten. Hier einige Anregungen, auf dem Weg in Richtung Langsamkeit mit Entschleunigungseffekt:

  • Einen Gang zurückschalten in der Kamptalbahn
    Die Strecke zwischen Hadersdorf am Kamp entlang des immer enger werdenden Kamptals ist reizvoll und eine schöne Reise zu sich selbst.
  • Auto stehen lassen und per Rad den Wiener Neustädter Kanal entlang
    Von Wien aus mit der S-Bahn nach Wiener Neustadt und entlang des Kanals mit Rad zurück. Motto: „Radtour mit Kultur und Genuss“.
  • Analog – statt digital
    Den 15. August als „digital-free“ ausrufen und schauen, was passiert. Ein kleines Ritual mit großem Effekt.
  • „Ich-mache-es-anders-Tag“
    Kleine Veränderungen mit großer Wirkung: Schon mal probiert, mit der linken Hand die Zähne zu putzen (wenn Sie LinkshänderIn sind umgekehrt)? Oder bei jeder Türschwelle das Überschreiten bewusst wahrzunehmen und das als Moment zu spüren? Oder die Übung der „Drei bewussten Atemzüge“ - etwa vor jedem Schluck und jedem Bissen, oder beim Aufsperren der Auto- oder Wohnungstüre. Das bringt uns Schritt für Schritt ins Hier und Jetzt.
  • Einen Brief schreiben
    Zücken Sie ein Blatt Papier und schreiben Sie einige Zeilen mit der Hand an eine liebe Person, das können auch Sie selbst sein .


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