Was ist Shiatsu?

Die japanische Massageform Shiatsu erfreut sich steigender Beliebtheit, denn sie behandelt Körper, Geist und Seele gleichermaßen.

shiatsu behandlung
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Die Frage, was Shiatsu genau ist, ist nicht so leicht zu beantworten. Eine japanische Form der Massage, die am bekleideten Körper ausgeführt wird, lautet eine simple Definition. Will man es genauer wissen, erfährt man, dass der Shiatsu Praktiker bei der Behandlung mit seinen Daumen (jap. Shi) entlang bestimmter Energiebahnen Druck (jap. Atsu) ausübt, woraufhin beim Klienten Blockaden gelöst und die Selbstheilungskräfte des Körpers aktiviert werden.
Auch diese Definition ist nur eine Annäherung an das vielfältige Wesen von Shiatsu. Denn keine zwei Shiatsu Behandlungen sind ident, jede ist punktgenau auf die Tagesverfassung eines Klienten abgestimmt. Und das kann wiederum heißen, dass entweder körperliche Beschwerden im Mittelpunkt stehen oder seelische oder einfach nur der Wunsch, zu entspannen.

Wieder in Balance kommen

Tatsächlich ist Shiatsu eine relativ junge Körpertherapie aus Japan, die ein uraltes Fundament besitzt. Ihre Basis ist die Traditionelle Chinesische Medizin (TCM), die Gesundheit als Balance von Energie (Qi bzw. Ki) versteht. Ist diese Balance durch äußere Einflüsse (Witterung, Ernährung, Stress, Lebensweise …) oder innere Faktoren (Emotionen) gestört, kommt es zu Blockaden und in der Folge zu Krankheit. Mit Hilfe von Akupunktur, Kräutern (Tee) oder Massagen (Shiatsu, Tuina …) werden diese Blockaden gelöst, sodass das „System Mensch“ wieder zu seiner Balance zurückfinden kann.

Auf Shiatsu bezogen heißt das, mittels beruhigenden oder aktivierenden Grifftechniken werden Muskeln gelockert, Gelenke geöffnet oder eben auch Energieströme gelenkt. Beim klassischen Shiatsu liegt der Klient entspannt und passiv auf einem Futon auf dem Boden während sich der Praktiker um ihn herumbewegt und seinen Körper behandelt. Anders ist es beim mobilen Shiatsu, das häufig in Firmen, Flughäfen oder Bahnhöfen angeboten wird. Dabei sitzt der Klient auf einem speziellen Shiatsu Sessel und der Praktiker kann vor allem seinen Rücken und Nacken behandeln.

Tiefer Entspannungszustand

Ebenso wenig wie es die typische Shiatsu-Behandlung gibt, gibt es den typischen Shiatsu-Klienten. Die Bandbreite spiegelt das Leben selbst wider. Von der werdenden Mutter, die Hilfe bei Schwangerschaftsbeschwerden sucht über das Kleinkind mit dem ADHS-Verdacht, die Pubertierende, die sich fremd in ihrem veränderten Körper fühlt, den Studenten mit Schlafstörungen, der Sekretärin mit den Nackenverspannungen von der Bildschirmarbeit, dem Manager am Rand des Burnout bis zur Pensionistin, die sich etwas Gutes gönnen möchte.

Ihnen allen gemeinsam ist, dass sie beim Shiatsu durch die ruhigen, fließenden Bewegungen in einen tiefen Entspannungszustand gelangen – häufig sagen Klienten nach der Behandlung, dass sie nicht sicher seien, ob sie geschlafen hätten oder wach waren – in dem sich vieles auf körperlicher wie auf emotionaler Ebene lösen kann. So wird beim Shiatsu etwa nicht nur ein rebellierender Magen beruhigt, eine Kopfschmerzattacke erleichtert oder ein schmerzender Rücken entspannt. Auch Erlebnisse und Emotionen, die im Gewebe gespeichert sind, können sich durch die Entspannung lösen.

Freilich ersetzt eine Shiatsu-Behandlung bei massiven körperlichen oder emotionalen Beschwerden wie Krebs, Reizdarm-Syndrom, Burnout oder Depressionen keinen Arzt oder Psychotherapeuten, kann jedoch als Begleitmaßnahme den Heilungsprozess fördern.

Zur Person:
Felicitas Freise, regelmäßige Autorin des carpe diem - Blogs auf uniqa.at, ist selbst diplomierte Shiatsu-Praktikerin und hat eine Praxis in Wien. 

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