5 Tipps für guten Schlaf trotz Hitze

Was hilft, um bei Hitze schlafen zu können? Pinguine zählen, Eiswürfel in den Kopfpolster stecken oder in die Badewanne übersiedeln? Wir haben bessere Ideen.

frau schlaeft in blauer bettwaesche
© UNIQA | Melina Kutelas

Noch vor zehn Jahren dachten wir, Tropennächte kämen nur – wie der Name schon sagt – in den Tropen vor. Mittlerweile wissen wir es besser. Von diesen Nächten, in denen die Temperatur nicht unter 20 Grad fällt, gab es 2018 in Wien 46. Tendenz steigend. Wie soll man in solchen Nächten einschlafen, geschweige denn gut schlafen?

Am Abend sinkt unsere Körpertemperatur und dies ist zugleich ein Signal an das Gehirn, das Schlafhormon Melatonin zu produzieren. Ist die Umgebungstemperatur hoch, ist es für den Organismus naturgemäß schwieriger, auf die passende Schlaftemperatur zu kommen, und das Einschlafen fällt schwerer. Den Körper bei der Kühlung zu unterstützen, lautet also ein Ansatz für die Lösung des Problems. 

Tipp 1: Kühlflasche statt Thermophor

Die Unterschenkel mit kühlem Wasser abbrausen. Ganz wichtig: Nicht abtrocknen! Sich niederlegen und nur den Oberkörper zudecken, die feuchten Unterschenkel freilassen. „Diese Methode kann auch bei unruhigen Beinen, eventuell sogar beim Restless Legs Syndrom unterstützend helfen, weil Kälte das Nervensystem beruhigt“, weiß Psychologin und Schlafexpertin Christina Stefan.

Ein anderer Weg zu kühlen Füßen ist, aus dem Thermophor eine Kühlflasche zu machen. Dazu den Thermophor mit kaltem Wasser füllen, und wer es besonders kalt mag, legt ihn sogar noch kurz in den Kühlschrank.

Tipp 2: Sprühnebel fürs Gesicht


Gesichtssprays aus Apotheke, Parfumerie oder Drogeriemarkt helfen nicht nur bei Flugreisen, die Gesichtshaut zu befeuchten, sie sorgen auch für Frischekick in heißen Tropennächten. 
Wer sich selbst einen erfrischenden Spray herstellen möchte, sollte als Basis ein Blütenwasser (Hydrolat) nehmen. Diese Wasser – am bekanntesten ist vermutlich Rosenwasser – entstehen bei der Destillation von ätherischen Ölen und duften zart nach der jeweiligen Blütenart. Speziell Rosenöl wirkt beruhigend auf Körper und Seele. Bewahrt man den Spray im Kühlschrank auf, hat man stets eine kühle Erfrischung für Zwischendurch oder zum Einschlafen parat.

Tipp 3: Kühlen Kopf bewahren

Schönheitsaccessoires wie Gelmasken oder Augenentspannungskissen (die es mit Rosenquarzen gefüllt gibt), gekühlt auf Augen und Stirn gelegt, bringen ebenfalls Erfrischung und helfen, ins Traumland zu gelangen.

Hat man nichts davon daheim, tut es auch eine Schlafmaske aus Stoff, die man vor der Verwendung 30 Minuten lang in das Tiefkühlfach legt.

Tipp 4: Ein kurzer Gletscherschock

Ein eisiger Kurztripp gefällig? Dafür eine kleine Schüssel mit kühlem Wasser füllen, ein bis zwei Tropfen ätherisches Nana-Minze-Öl hineingeben. Nun die Fingerspitzen benetzen, die Öl-Wasser-Mischung auf Schulter und Nacken tröpfeln lassen und die kühlende Wirkung genießen.

Tipp 5: In Gedanken reisen

„Ein guter Nachtschlaf beginnt während des Tages“, weiß Schlafexpertin Christina Stefan, „Wer es untertags schafft, kleine Entspannungspausen einzulegen, findet auch abends leichter in den Schlaf, selbst in einer Tropennacht.“ Sie empfiehlt daher, schon während des Tages für die Nacht vorzubauen.

„Wenn Sie zum Beispiel mit Freunden in einem Garten bei einem Glas Wein sitzen, dann nehmen Sie sich einen Moment Zeit, um diese Situation mit allen Sinnen in sich aufzunehmen und abzuspeichern. Spüren Sie ganz bewusst das Gras unter ihren nackten Fußsohlen, riechen Sie die blühenden Sommerpflanzen, spüren Sie die Kühle ihres Getränks an ihren Lippen, hören Sie das Lachen ihrer Freunde und das Zirpen der Grillen. Wenn Sie dann schlaflos und schwitzend im Bett liegen, versuchen Sie in Gedanken nochmals in diese entspannende und erfrischende Situation einzutauchen, indem Sie die gespeicherten Sinneseindrücke im Geist abrufen. 

Üben Sie bereits untertags, sich detailgetreu an solch entspannende Situationen zu erinnern, etwa wenn sie im Stau stehen, in einem Wartezimmer oder im Bus sitzen. Dadurch trainieren Sie Ihr System darauf, loszulassen und zu entspannen, sodass Ihnen das Einschlafen mit dieser Gedankenreise leichter gelingt.“

Sollten alle diese Tricks in heißen Tropennächten dennoch nicht helfen, hat die Schlafexpertin noch eine tröstende Erkenntnis parat: „Auch wenn wir im Sommer schlechter und weniger schlafen, macht uns das meist viel weniger aus als im Winter, weil Sonnenlicht und Temperaturen dafür sorgen, dass wir aktiver, unternehmungslustiger und besser drauf sind.“ 


Zur Person: 
Mag. Christina Stefan ist Psychologin und hat sich als Schlaf-gut Coach darauf spezialisiert, ihren Klienten zu einer erholsamen Nachtruhe zu verhelfen. Viele weitere Tipps und Infos rund ums Thema schlafen verrät sie auf ihrer Website.

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