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„eHealth-Strategie Österreich“ soll Digitalisierung im Gesundheitswesen vorantreiben

Nach dem Leitsatz „digital vor ambulant vor stationär“ stellen Bund, Länder und Sozialversicherung im Zuge der Gesundheitsreform jährlich 51 Millionen Euro für die Digitalisierung des Gesundheitssystems zur Verfügung. Die Prioritäten des Ausbaus bis 2030 sind nun in der „eHealth-Strategie Österreich“ erstmals festgehalten.

14.8.2024 · Digital Health Trends · 5 Min. Lesezeit

Telemedizin - Call mit Ärztin

Übergeordnetes Ziel der Strategie ist es, die Gesundheitsversorgung der Bevölkerung durch den Einsatz digitaler Technologien in den nächsten Jahren systematisch zu verbessern. Acht strategische Ziele wurden definiert, die bis 2030 umgesetzt werden sollen. Der Fokus liegt darauf, allen Bürger:innen den digitalen Zugang zum Gesundheitssystem und zu den eigenen Gesundheitsdaten zu ermöglichen und die telemedizinischen Angebote auszubauen.

Patientenströme lenken: 1450 als erste Anlaufstelle

Die Gesundheitshotline 1450 soll deutlich ausgebaut werden und zur ersten Anlaufstelle für Menschen mit Gesundheitsbeschwerden werden. Nach einer ersten Abklärung sollen die Mitarbeiter:innen der Hotline eine Empfehlung abgeben, ob eine Apotheke, Allgemeinmediziner:innen bzw. Fachärzt:innen oder direkt ein Krankenhaus aufgesucht werden soll. Ab 2026 soll es auch möglich sein, über 1450 Arzttermine vereinbaren zu können. Zudem sollen ab 2026 Videokonsultationen flächendeckend möglich sein.

Ausbau von ELGA

Die elektronische Gesundheitsakte ELGA soll in den kommenden Jahren stark erweitert werden. Ärzt:innen, Angehörige anderer Gesundheitsberufe, Patient:innen, Mitarbeiter:innen von Rettungsorganisationen sowie Mitarbeiter:innen der Gesundheitshotline 1450 sollen Zugriff auf alle wichtigen Gesundheitsdaten – wie kürzlich eingenommene Medikamente, Vorerkrankungen, Bild- und Laborbefunde – haben. Patient:innen haben dabei weiterhin die Möglichkeit, sich von ELGA abzumelden. Um einen vollständigen Überblick zu gewährleisten, werden Kassenärzt:innen ab 2025 zur Diagnosecodierung verpflichtet, ab 2026 gilt dies auch für Wahlärzt:innen.

Pilotprojekt zu Gesundheitsapps

Ein zentraler Teil der Strategie ist die Einführung digitaler Gesundheitsanwendungen (DiGA). Ab dem kommenden Jahr sollen Patient:innen in Österreich im Rahmen eines Pilotprojekts die ersten Gesundheitsapps nützen können. Diese Anwendungen zielen besonders auf Menschen mit chronischen Erkrankungen wie Diabetiker:innen, Migräne-Patient:innen oder Menschen nach einem Herzinfarkt ab. Auch bei der Rauchentwöhnung oder bei einer Ernährungsumstellung könnten solche Apps in Österreich zum Einsatz kommen.

Die Voraussetzungen für den flächendeckenden Einsatz dieser Gesundheitsanwendungen werden seit Ende Juli erarbeitet. Geplant ist, dass die Krankenkassen bestehende Apps auf medizinische Qualitätsstandards und die Einhaltung der Datenschutz-Vorgaben prüfen. Nach erfolgreicher Zertifizierung können die Apps dann von Ärzt:innen verschrieben werden, wie es in Deutschland bereits seit 2020 möglich ist.

Link: eHealth-Strategie Österreich