Tiefe Bein- und Beckenvenenthrombose (TVT)

Manchmal wird eine Venenthrombose gar nicht bemerkt, sie kann jedoch eine gefährliche Lungenembolie nach sich ziehen.  

Close-up von zwei Beinen

Was geschieht bei einer tiefen Bein- und Beckenvenenthrombose?

Venen sind Gefäße, die das Blut aus allen Bereichen des Körpers zum Herzen transportieren. Kommt es zur Bildung eines Blutgerinnsels (Thrombus) in einer tief gelegenen Bein- oder Beckenvene, die das Gefäß teilweise oder vollständig verschließt, spricht man von einer tiefen Venenthrombose. Dabei können sich Bestandteile des Gerinnsels lösen, in die Lunge gelangen und dort ein arterielles Gefäß verschließen. Dies bezeichnet man als Lungenembolie. Bei einer ausgeprägten Lungenembolie droht ein lebensbedrohliches Herzversagen.

Was Sie über die Behandlung einer tiefen Venenthrombose wissen sollten

1. Risikofaktoren: Gerinnungsstörungen des Blutes, Dehydration („Austrocknung“ durch zu wenig Flüssigkeitszufuhr), Hormontherapie und Schwangerschaft, herabgesetzte Geschwindigkeit der Blutströmung durch Krampfadern, großer Bewegungsmangel (z.B. Bettlägerigkeit nach einer Operation oder aufgrund eines Gipsverbandes etc.) sowie langes Sitzen mit abgewinkelten Beinen (z.B. bei Langstreckenflügen) können zu einer tiefen Venenthrombose führen.

2. Beschwerden: Eine TVT führt bei der betroffenen Extremität zu Schwellung, Schmerz, Überwärmung und Röte der Haut.

3. Behandlung: Ziel der Behandlung ist es, ein Größerwerden des Gerinnsels zu verhindern und das Risiko für eine Lungenembolie zu reduzieren. Dazu werden blutverdünnende Medikamente verabreicht, welche die Gerinnungsneigung des Blutes verringern. Einige dieser Medikamente werden in Tablettenform, andere als Injektion unter die Haut („subkutan“) verabreicht. Um die übrigen Venen des betroffenen Beines zu entlasten, wird ein Kompressionsstrumpf angepasst.

4. Vorbeugende Maßnahmen: Hat sich einmal eine tiefe Venenthrombose entwickelt, besteht erhöhte Gefahr für weitere Thrombosen. Aus diesem Grund werden für einen gewissen Zeitraum gerinnungshemmende Medikamente eingesetzt.

Vorbeugende Maßnahmen sind darüber hinaus bei Patienten mit längerer Bettlägerigkeit, z.B. nach Operationen, sowie bei Risikopatienten vor langen Flügen angebracht. So wird empfohlen, auf Langstreckenflügen Kompressionsstrümpfe zu tragen, alle ein bis zwei Stunden aufzustehen und herumzugehen, im Sitzen immer wieder die Position zu wechseln und die Füße zu bewegen, viel zu trinken sowie unmittelbar vor dem Flug nicht zu rauchen.

5. Prognose: Um eine erneute Thrombose zu verhindern, wird die medikamentöse Therapie für 3–12 Monate durchgeführt. Zudem sollten die unter Punkt 3 empfohlenen Maßnahmen eingehalten werden. Verzichten Sie auf Risikofaktoren wie Rauchen oder hormonelle Verhütungsmethoden (z.B. „Antibaby-Pille“) und achten Sie auf eine ausgewogene Ernährung!


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