Mandelentzündung (Tonsillitis)
Hinter starken Halsschmerzen und Schluckbeschwerden kann eine Mandelentzündung stecken.
Was ist eine akute Mandelentzündung?
Bei einer Mandelentzündung schwellen die Gaumenmandeln, zwei mandelförmige Erhebungen links und rechts am hinteren Teil des Gaumens, an, röten sich und verursachen starke Schluckbeschwerden. Die Ursache sind Viren oder Bakterien (meist Streptokokken), die über Tröpfcheninfektion übertragen werden. Eine Mandelentzündung kann auch im Rahmen bestimmter Infektionserkrankungen (z.B. Pfeiffer’sches Drüsenfieber und Scharlach) auftreten.
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Was sind häufige Symptome einer Mandelentzündung?
- Fieber über 38° C
- Halsschmerzen mit Schluckbeschwerden
- Geschwollene und gerötete Mandeln
- Kopfschmerzen
- Abgeschlagenheit und Müdigkeit
- bei viraler Infektion: häufig zusätzlich Husten und Schnupfen
- bei bakterieller Infektion: gelblich-weißlicher Belag auf den Gaumenmandeln mit Mundgeruch
- bei Kindern: häufig auch Bauchschmerzen und Übelkeit
Wie wird eine akute Mandelentzündung behandelt?
1. Medikamentöse Behandlung: Wurde die Tonsilitis durch Viren ausgelöst, heilt sie meist auch ohne Behandlung ab. Bei Verdacht auf eine bakterielle Ursache können Antibiotika zum Einsatz kommen. Wird ein Antibiotikum verschrieben, ist es sehr wichtig, dass dieses wie vom Arzt bzw. von der Ärztin verordnet zu Ende eingenommen wird. Schmerzen und Fieber können am besten mit fiebersenkenden Medikamenten behandelt werden. Nehmen Sie von diesen Mitteln nie mehr als die empfohlene Dosis ein, da es sonst zu zum Teil ernsthaften Nebenwirkungen kommen kann.
Zudem ist Schonung bzw. Bettruhe angeraten. Auch Hausmittel wie Gurgeln mit Salbeitee oder warme Wickeln können hilfreich sein.
2. Ansteckung: Die Übertragung einer Mandelentzündung erfolgt via Tröpfcheninfektion. Sie sollten daher vor allem bei Verdacht auf eine bakterielle Ursache während der Erkrankung Menschenansammlungen (Schulen, öffentliche Verkehrsmittel, Büros) meiden. Fieber- und Beschwerdefreiheit können Ihnen helfen abzuschätzen, ab wann Sie nicht mehr ansteckend sind. Wenn Sie Antibiotika einnehmen, sind Sie meist schon ein bis zwei Tage nach Beginn der Einnahme nicht mehr ansteckend. Dennoch sollten Sie sich zumindest 10 bis 14 Tage körperlich schonen.
3. Operation: Wenn die Mandelentzündung sehr häufig auftritt und sehr stark ausgeprägt ist, kann eine Entfernung der Mandeln (in einer infektfreien Zeit) in Erwägung gezogen werden. Die Voraussetzung sind fünf oder mehr Entzündungen jährlich über einen Zeitraum von 24 Monaten bzw. sieben oder mehr Mandelentzündungen innerhalb von zwölf Monaten.
4. Komplikationen: In seltenen (vor allem in unbehandelten) Fällen kann sich im Rahmen der Tonsillitis ein Abszess bilden, der mit starken Rachenschmerzen, Schluckbeschwerden, kloßiger Sprache und erneutem Fieberanstieg einhergeht. Dabei kann es auch schwerfallen, den Mund zu öffnen. Falls bei Ihnen solche Symptome auftreten, wenden Sie sich bitte umgehend an Ihren Arzt bzw. Ihre Ärztin oder den hausärztlichen Notdienst (Notrufnummer 141)! Ohne antibiotische Behandlung kann eine bakterielle Angina zu einer Besiedelung der Herzklappen führen, was eine schwere Komplikation darstellt. Aus diesem Grund sind körperliche Schonung und die frühzeitige und vollständige Antibiotikaeinnahme besonders wichtig!
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