Ist Weizen schlecht für mich?

Wie das gelbe Korn auf die schwarze Liste von Ernährungsberatern geriet. Und wer es tatsächlich besser meidet.

Kind mit Weizen
© Adobe Stock | Zlatan Durakovic

Weizen gehört zu den wichtigsten Getreidesorten der Welt. Mit ihm lassen sich Massen ernähren – dank seiner über Jahrhunderte hochgezüchteten dicken Körner und der einfachen Anbauweise.  

Weizen enthält eine Kombination von Proteinen, die wir als Gluten kennen und die dafür sorgen, dass aus Mehl und Wasser ein elastischer Teig entsteht. Dieses Klebereiweiß wird oft industriell hergestelltem Brot zugesetzt, um es länger weich zu halten. Deshalb ist der Glutengehalt in manchen Produkten höher als der enthaltene Weizen vermuten ließe. Mancher Ernährungsberater sieht darin ein Problem.  

Seit in den 1950er-Jahren erkannt wurde, dass die schmerzhafte Autoimmunerkrankung Zöliakie durch eine Glutenunverträglichkeit hervorgerufen wird, wächst die Zahl derer, die Weizen als beliebtes, aber ungesundes Genussmittel ansehen; wie etwa Zucker oder Alkohol. Eine süchtig machende Wirkung ist bisher nicht bestätigt. Dennoch gibt es eine Reihe von Reaktionen, die durch Weizen verursacht werden – immer mehr Menschen werden hellhörig.  

Was ist Zöliakie?  

Die chronisch-entzündliche Erkrankung des Dünndarms entsteht durch eine fehlgeleitete Reaktion des Immunsystems durch Gluten. Die Darmzotten flachen ab, Nährstoffe können nicht mehr ordentlich verarbeitet werden. Unbehandelt führt Zöliakie neben Schmerzen zu gefährlichen Mangelzuständen. Die einzige Behandlungsmöglichkeit ist, gänzlich auf Gluten zu verzichten.  

Bisher ging man davon aus, dass jeder 500. Bewohner westlicher Länder Zöliakie hat. Eine Studie des Medizin- und Diagnosezentrums Mayo Clinic legt jedoch nahe, dass bereits jeder Hundertste betroffen ist.  

Weizenallergie 

Etwa 0,1 Prozent der Menschen haben eine Weizenallergie. Dabei kommt es ebenfalls zu einer immunologischen Reaktion, allerdings auch noch gegen andere Weizenproteine. Eine Allergie lässt sich durch einen Test bestätigen.  

Weizensensitivität  

Noch nicht ausführlich erforscht ist die Nicht-Zöliakie-Nicht-­Weizenallergie-Weizensensitivität: Hier mehren sich Hinweise darauf, dass nicht Gluten, sondern andere Inhaltsstoffe des Weizenkorns Beschwerden verursachen, die Zöliakie-Symptomen ähneln – bisher allerdings ohne Nachweis einschlägiger Biomarker. Bis zu sechs Prozent der Menschen in der westlichen Welt vermuten bei sich eine solche Weizensensitivität.  

Die Macht des Nocebo-Effekts 

Ich denke, also bin ich – krank? Zuweilen dürfte der Nocebo-Effekt eine Rolle spielen: Allein durch die Annahme einer bestimmten negativen Wirkung wird diese auch wahrgenommen. Der Nocebo- ist somit das Gegenstück zum Placebo-Effekt, bei dem durch die Annahme einer positiven Wirkung diese auch eintritt.  

Soll ich auf Weizen verzichten?  

Ob Ihnen Weizen – als gesunder Mensch – guttut, können nur Sie selbst entscheiden. Hilfreich ist dabei, ein Ernährungs-­Symptom-Tagebuch zu führen. Anbei finden Sie die entsprechende Vorlage zum Download.

Sie möchten stets gut informiert sein?

Erfahren Sie Interessantes zu den Themen Gesundheit, Familie, Freizeit und Auto. Selbstverständlich können Sie sich jederzeit mit nur einem Klick abmelden.