Das Glück auf zwei Rädern

Manches, das einen in der Jugend begeistert, vergisst man als Erwachsener ganz schnell wieder. Hält die Leidenschaft aber an, so muss es Liebe sein. Im Fall von Peter Haider und seiner Begeisterung für Vespas trifft das mit Sicherheit zu.

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(c) Adobe Stock | tamayura39

UNIQA Berater Peter Haider hatte seine erste Vespa, als er 15 Jahre alt war: „Vespas waren damals total in, am Wochenende mit der Freundin am Sozius ausfahren war cool. Wir waren eine Gruppe von Schulkameraden, haben an den Vespas herumgeschraubt und herumgebastelt. Die Folge war, dass meine Vespa häufig mehr gestanden als gefahren ist“, erinnert er sich lachend, „Damals hatte ich eine Freundin, die einen Volvo gefahren hat, und die mich immer wieder aufsammeln musste.“

Peter Haider wurde 1973 geboren, sechs Jahre später machte der Film „Quadrophenia“ den Motorroller zum Kult. So wie die Filmhelden hatte natürlich auch er den obligaten Parka mit blau-weiß-rotem Target – Logo der Musikgruppe „The Who“ – auf dem Rücken. Und den Traum, einmal selbst am Pier in Brighton zu stehen, wo eine der berühmtesten Szenen des Films spielt. Es sollte aber noch ein paar Jahre dauern, bis sich dieser Traum erfüllen konnte…

Nach Brighton und übers Stilfser Joch

Die intensiven Vespa-Jahre von Peter Haider fanden eine Unterbrechung mit dem Beginn seiner Berufslaufbahn. Erst als Assistent in einem Verlag in München, ab 1995 als UNIQA Berater in Wien. Während dieser Zeit ruhte seine Leidenschaft, aber im Jahr 2000 erwachte sie wieder, und er kaufte sich eine belgische Vespa aus dem Jahr 1958. „Sie war hellblau und ein richtiger Eyecatcher, aber für Auslandsfahrten nicht wirklich geeignet. Dafür besitze ich andere Modelle", erzählt er. 2012 war es schließlich soweit. Er fuhr von Wien nach London und selbstverständlich nach Brighton.

Lesetipp

„Immer dann, wenn mir das Leben Fragen stellt, nehme ich die Kamera in die Hand“, erzählt UNIQA Berater Christian Rericha. Für ihn ist das Fotografieren weit mehr als nur ein Hobby: Teil 2 unserer Serie: Meine Leidenschaft.

Peter Haider: „Das war meine weiteste Auslandsreise, glaube ich. Insgesamt werden es wohl 15 bis 20 Touren gewesen sein. Selbstverständlich auch nach Italien ins Vespa-Werk nach Pontedera. Mehre Male wurde auch das berühmte Stilfser Joch bezwungen, sowohl mit Schaltroller als auch mit der modernen Automatikvespa. Meine spektakulärste Vespa-Reise war aber sicher die durch die Schweiz. Wir sind mit dem Autoreisezug nach Feldkirch gefahren und von dort mit der Vespa über alle Schweizer Pässe und weiter nach Frankreich, wo wir den Col de l’Iseran überquert haben, das ist mit 2770 Meter der höchste überfahrbare Gebirgspass der Alpen. Von dort ging es weiter nach Sestriere und Pinerolo zur Vespa Europameisterschaft.“

Auf die ungläubige Frage, ob eine Vespa so eine Steigung nur noch im Schritttempo schafft, erklärt Peter Haider lachend, dass die modernen Vespas bis zu 300 ccm besitzen und in der Ebene durchaus 130 km/h zusammenbringen.

Was bei solch weiten Reisen mit dem Motorroller zu bedenken ist? „Man muss mit Sicherheit besser planen als bei einer Autoreise. Welche Route nehme ich, wo kann ich übernachten oder wo ist die nächste Tankstelle?“, sagt er.

In Papas Reifenspuren

Mit seiner Leidenschaft für italienischen Motorroller ist Peter Haider nicht allein. Tatsächlich ist die Liebe zur Vespa in Österreich stark ausgeprägt, und die Marke besitzt hierzulande die höchsten Verkaufszahlen weltweit. Kein Wunder, dass es auch einen Vespa-Club Wien gibt, und noch weniger Wunder, dass sich Peter Haider in diesem Club viele Jahre lang engagiert hat. Als Vorstandsmitglied hat er bei der Herausgabe der Vereinszeitschrift ebenso mitgearbeitet wie Vespa-Meisterschaften oder Vespa-Treffen mitorganisiert, darunter das weltweit größte mit 1.800 Teilnehmenden.

In den letzten Jahren ist seine Leidenschaft für den Fahrspaß auf zwei Rädern vorübergehend wieder etwas in den Hintergrund gerückt. Denn Beruf und Familie nehmen seine Zeit in Anspruch. Vor allem seine beiden kleinen Kinder. Jedoch wachsen auch diese schon zu Vespa-Fans heran, wie er erzählt: „Sie lieben es, auf den Knöpfen der Vespa herumzudrücken.“ Es ist also nur eine Frage der Zeit, bis die nächste Generation im Hause Haider in Papas Fußsstapfen – besser gesagt Reifenspuren – treten und selbständig auf zwei Rädern unterwegs sein wird. Natürlich mit einer Vespa.

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