Stonehenge, Strand oder Schaukelstuhl: Einfach Kraft tanken

Die eigenartige Kombination hat einen gemeinsamen Nenner: Alle drei Orte besitzen als Kraftplätze eine besondere Wirkung.

Frau sitzt auf Bank im Augarten Wien
Unser Model hat den persönlichen Kraftplatz im Wiener Augarten gefunden. (c) UNIQA | Melina Kutelas

Zugegeben, als der Steinkreis von Stonehenge von Keltischen Druiden errichtet wurde, hatten diese dabei wohl kaum eine Wellness-Oase im Sinn. Vermutlich wurden dort spirituelle Riten abgehalten und mathematisch-astronomische Messungen vorgenommen. Tatsache ist jedoch, dass es sich bei der monumentalen Kultstätte um einen Kraftplatz handelt. 

Vom Naturphänomen zum Kloster

Solche Kraftplätze entstanden im Laufe der Menschheitsgeschichte häufig dort, wo spezielle Naturphänomene auftraten wie beispielsweise Felsformationen oder eigenartig gewachsene Bäume. Schon frühe Kulturen schrieben diesen Orten besondere Kräfte zu und nutzten sie für rituelle Zwecke wie etwa Opferungen. Viele von ihnen wurden in Folge christianisiert. So weiß man, dass manche Wallfahrtskirche (z.B. Maria Taferl) oder Kloster (z.B. Stift Göttweig) an der Stelle solch eines heidnischen Kraftplatzes steht. Das, was ein gotischer Dom unverändert mit einer uralten Kultstätte gemeinsam hat, ist, dass Menschen an solche Orte kommen, um etwas von ihrer Kraft aufzunehmen, oder wie es treffend heißt: Kraft zu tanken. 

Der Lieblingsplatz im Garten

Freilich geht es auch eine Nummer kleiner, so kann die eigene Wohnung oder der eigene Garten ebenso zum Kraftplatz werden. Meist hat jeder Mensch in seinen eigenen vier Wänden (oder im Garten) einen Lieblingsplatz. Womöglich hat er diesen gar nicht bewusst ausgewählt, sondern er hat sich im Lauf der Zeit „ergeben“ – der Schaukelstuhl in der Zimmerecke, der Platz am Esstisch, die Gartenbank neben dem Hollerstrauch. Auch diese Plätze haben den gemeinsamen Nenner des Kraftschöpfens. „In erster Linie geht es darum, seinen Energiehaushalt anzugleichen. Man sucht seinen Kraftplatz auf, wenn einem der Antrieb fehlt, wenn man also mehr Energie braucht.“, erklärt der Mediziner Dr. Peter Kirschner.

Hier kommt man zur Ruhe, hier fühlt man sich sicher und geborgen. Eine wesentliche Qualität von Kraftplätzen, die sich noch steigern lässt, indem man sie mit Dingen gestaltet, die einem „das Herz aufgehen“ lassen. Etwa mit Fotos von lieben Menschen, einer schönen Vase mit frischen Blumen oder einem Accessoire, das einem etwas bedeutet.

In Gedanken am Strand

Häufig sind Orte, an denen man auftanken kann, mit schönen Lebensereignissen verbunden: der Sandstrand auf der griechischen Urlaubsinsel, die Waldlichtung, auf der man mit dem Großvater Rehe beobachtet hat oder die Wohnküche im Haus der Lieblingstante. Auch wenn diese Lebensphasen vorüber oder die Orte im Augenblick nicht erreichbar sind, in Gedanken lässt sich ihre Qualität zum Auftanken nützen. Dr. Peter Kirschner: „Wichtig ist, dass man sich seinen Kraftort mit allen Sinnen vorstellt. Wie riecht es dort? Wie fühlt sich der Boden an? Was höre ich dort? Was kann ich sehen, wenn ich mich umschaue? Solche Phantasiereisen haben einen genauso starken Effekt auf den Körper wie die Realität. Sehen wir ein Video von der Natur, dann kommt es zu denselben Hormonausschüttungen als wenn wir tatsächlich im Wald unterwegs sind. Der Cortisol-Spiegel, der Auskunft gibt, wie gestresst wir sind, und der Blutdruck sinken während unserer Zeit am Kraftplatz. Unsere Atemfrequenz wird langsamer. Wir entspannen uns. Es tut uns also gut, dort zu sein. Auch in Gedanken.“

Und wem es schwerfällt, sich an einen Kraftort in seinem Leben zu erinnern, dem bleibt immer noch die Möglichkeit, einen in der Phantasie komplett selbst zu erschaffen. Ganz nach den persönlichen Vorlieben, egal ob mit Palmen oder Fichten, Blumen oder Mosaiken, Tieren oder Wolken – erlaubt ist, was einem gut tut und Kraft gibt.  

Zur Person: 
Dr. Peter Kirschner ist Chief Product Officer bei  Anima Mentis, dem “ersten Fitnesscenter für die Seele“.