Mehr Glitzer, bitte!

„Wir Frauen dürfen uns wichtig nehmen und uns selbst an die erste Stelle stellen, auch bei uns selbst“, sagt Autorin und Mentaltainerin Karin Ahamer. Mit ihrem Buch möchte sie Frauen ermutigen, gut auf sich selbst zu schauen und selbstbestimmt zu leben.

Junge Frau haelt Glas mit Glitzer
(c) Adobe Stock | sc Fotografie

Es geht um eine Lebenseinstellung: wer sich selbst liebt und sich gut um sich kümmert, strahlt das auch aus und erlebt schöne Dinge. Wenn es ums Kümmern geht, sind Frauen ja echte Weltmeisterinnen – nur um die eigene Selbstfürsorge, da ist es oft nicht weit her.

Das kennt Karin Ahamer aus eigener Erfahrung. Als Portraitfotografin und Trainerin hat sie in den letzten Jahren mit vielen Frauen gearbeitet. Immer wieder sieht sie, wie unzufrieden Frauen mit sich selbst sind, wie sie sich unter ihrem Wert verkaufen.

Sich selbst wichtig nehmen, dass musste auch die Neo-Autorin erst Schritt für Schritt lernen. Über diesen persönlichen Weg, der mit mehr Zufriedenheit und besserer Gesundheit belohnt wurde, berichtet Karin Ahamer in ihrem Ratgeber „Glitzerleben“.
 
„Ich bin ein sehr verspielter Typ und ich liebe Glitzer. Es bedeutet für mich Glück im Sinne von Selbstbewusstsein. Es hat für mich mit Zufriedenheit und den strahlenden Momenten im Leben zu tun“, so Ahamer. Neben ihrer persönlichen Glitzer-Geschichte stellt sie in ihrem Buch sieben Handlungsanleitungen aus dem Mentaltraining vor. Damit will sie anderen Frauen Impulse geben und vor allem Mut machen, weniger auf die Wünsche anderer zur achten, sondern einen eigenen Weg zu gehen.

Selbstfürsorge ist nicht Selbstoptimierung

Zur Klarstellung: Eine wertschätzende Haltung sich selbst gegenüber hat wenig mit Selbstoptimierung zu tun, wie sie uns nur allzu oft auf YouTube, Instagram & Co begegnet. Im Gegenteil, der Drang nach Perfektion – zelebriert in einer geschönten und niemals realistisch erreichbaren Bilderwelt – kann überhöhte Selbstansprüche  fördern. Das ist keineswegs gesund, denn solchen Ansprüche sind oftmals Auslöser chronischer Versagensgefühle. Achtung also vor „Gurus“, die mit dem Credo „Best Mum“ oder „Best-Ager“ perfekte Menschenbilder evozieren.

Vielmehr gehe es um eine bewusste Zuneigung zu sich selbst. „Stellen Sie sich vor, Sie wären selbst Ihre beste Freundin. Mit dieser fürsorglichen, fördernden und manchmal fordernden Haltung, können Sie im Alltag immer wieder hinterfragen, ob Sie empathisch mit sich selbst umgehen,“ so Alhamer. „Wie oft sagt frau im Alltag Sätze, die sie wohl nie zur besten Freundin sagen würde“, erklärt sie weiter. Aus der Vogelperspektive einer besten Freundin lassen sich diese besser entlarven und auch mal mit Humor nehmen.

Etwa das kleine Wörtchen „eigentlich“, das eine große Wirkung hat, sofern es aus dem täglichen Wortschatz ersatzlos gestrichen wird. Es gibt nichts zu entschuldigen – und genau diese innere Haltung kann trainiert werden. 

Selbstfürsorge bedeutet auch Vorsorge

Zur Selbstfürsorge gehört, dass Druck und Belastung kleiner werden, bevor Körper und Seele an ihre Grenzen kommen. Die eigenen Bedürfnisse und Wünsche wahrzunehmen macht nachhaltig Sinn und stärkt die eigene Resilienz: Wer es gewohnt ist, selbstbestimmt zu leben, kann auch Krisen besser meistern und ist gut gerüstet.

Sei für dich selbst da

Natürlich ist es schön und macht uns glücklich, sich um andere zu kümmern, aber eben nur, wenn man sich dabei selber nicht vergisst.

In diesem Sinne:

„Gönne dich dir selbst. Ich sage nicht: tu das immer. Ich sage nicht: tu das oft. Aber ich sage: tu es immer wieder einmal. Sei, wie für alle anderen, auch für dich selbst da."

(Bernard de Clairvaux, Zisterziensermönch, 12. Jh.)

Zur Person:
Karin Ahamer ist Fotografin und Mentaltrainerin. Ihr Buch Glitzerleben ist im Herbst 2019 erschienen. Auf Instagram veröffentlicht sie unter dem Motto „Mehr Glück geht immer“ täglich Affirmationen, die zu einem positiven Grundrauschen im Alltag verhelfen.