Home Office: Wie effektiv arbeiten & erholen?

Manchmal im Leben darf (oder muss) man von zu Hause aus arbeiten. Womöglich weil das Auto streikt. Weil der Rauchfangkehrer kommt. Oder, seien wir mal kreativ, weil es einen weltweiten Virusausbruch gibt und im ganzen Land eine Ausgangsbeschränkung gilt. 

frau arbeitet im home office mit katze
© Adobe Stock | olezzo

Im Home Office gibt es zwei große Herausforderungen: (1) Sie lassen sich ablenken, denn Katze oder Couch lächeln Sie verführerisch an. Oder (2) Sie arbeiten sogar mehr als im Büro. Schließlich finden Arbeit und Freizeit am gleichen Ort statt. Die Chance ist groß, dass Sie den Pausen-Snack gleich vor dem Laptop essen und abends nochmal Ihre E-Mails checken. Wie diesen Fallen entgehen?

Die Routine ist der Trick

Ganz wichtig: Routinen. Wenn Sie tagsüber Ihren Pyjama anziehen, fühlen Sie sich auch wie im Pyjama. Für mehr "Arbeitsgefühl" sorgt eine klare Tagesstruktur: 

  • Morgenroutine: Stehen Sie am besten zur ungefähr gleichen Uhrzeit auf, zu der sie auch für Arbeitstage im Büro aufstehen. Und: Ziehen Sie sich Kleidung an, die Sie auch fürs Büro anziehen würden. So bereiten Sie sich psychisch auf Arbeit vor, ganz ohne wie üblich den Ort zu wechseln.
  • Team-Meetings müssen nicht ausfallen. Online-Besprechungen sorgen dafür, dass alle am Laufenden bleiben und möglichst niemand das Gefühl hat, nicht mitzubekommen, was im Unternehmen passiert.
  • Genügend trinken: Im Büro halten wir uns, manchmal ganz unbemerkt, an Routinen, die zu Hause plötzlich wegfallen. Ein Beispiel ist die Wasserflasche am Schreibtisch, die viele im Büro wie selbstverständlich neben sich stehen haben, zu Hause aber vergessen. Stellen Sie sich auch zu Hause eine Wasserflasche auf den Schreibtisch, so trinken Sie genug und werden weniger leicht müde. Für noch mehr Energie sorgt Brainfood.
  • Regelmäßige Pausen: Halten Sie Pausen ein, am besten zu festgelegten Zeiten. Legen Sie auch fest, wann Ihre Mittagspause stattfindet und wann Sie Feierabend machen, teilen Sie das ruhig auch ihren Kollegen mit. Ansonsten ist die Chance hoch, dass Sie einfach weiterarbeiten.  
  • Arbeitsweg: Eine Routine, die mit Home Office wegfällt, ist der tägliche Weg in die Arbeit. Um trotzdem Schritte zu sammeln, gehen Sie während Online-Meetings, bei denen Sie ohnehin nicht mitschreiben oder am Laptop sitzen müssen, doch einfach ein bisschen in der Wohnung auf und ab. Vielleicht schaffen Sie es so auch im Home Office, 10.000 Schritte pro Tag zu gehen? Das hält fit und wach! 
  • Feierabend-Routine: Während der Ausgangsbeschränkung können wir abends nicht wie gewohnt Freunde treffen oder ins Kino gehen, das macht die Trennung zwischen Arbeit und Freizeit noch ein Stück schwieriger. Ein Tipp, damit Sie nicht irgendwann nur noch an Arbeit denken: Treffen Sie Ihre Freunde doch abends via Skype. Wir haben es getestet: Macht Spaß und funktioniert! 
  • Arbeitsplatz einrichten

Ob Schreibtisch oder ganzes Arbeitszimmer, Ihr Arbeitsplatz ist für effektives Arbeiten besonders wichtig: 

  • Am besten ist der Raum, in dem Sie arbeiten, lärmgeschützt und gut beleuchtet.
  • Arbeiten Sie nicht im Bett oder auf der Couch! Ein (Schreib-)Tisch ist quasi ein Muss, schon allein, um Rückenschmerzen vorzubeugen – auch im Home Office können Sie auf einen gesunden Rücken achten. Dafür überlegenswert: ein ergonomischer Bürostuhl.
  • Im Büro haben Sie wahrscheinlich ein System etabliert, damit Ihre Unterlagen nicht wild herumfliegen. Überlegen Sie sich am besten von Beginn an ein solches System auch für zu Hause. 
  • Ein aufgeräumtes Zuhause (oder zumindest Arbeitszimmer) hilft bei der Konzentration. 
  • Arbeiten Sie nicht am selben Ort, an dem Sie später entspannen. So kommen Sie nach Arbeitsende leichter wieder in den Freizeit-Modus.


Gut zu wissen

Ein bisschen Prokrastinieren ist nicht immer verkehrt. Im Gegenteil: Wenn Sie zu Hause bewusst Pause machen und sich zum Beispiel um die Wäsche kümmern,  ist das gesünder, als ununterbrochen in den Bildschirm zu schauen, vor allem, wenn die Motivation ohnehin bereits am Tiefpunkt ist.

Home sweet Home Office

Die Devise lautet: Probieren Sie aus, wie Home Office für Sie am besten funktioniert. Wenn Sie zum Home Office-Profi werden, profitieren Sie am meisten: In einer Umfrage des amerikanischen Softwareunternehmens Tinypulse aus dem Jahr 2016 gaben Telearbeiter ihre Zufriedenheit mit 8,1 von 10 Punkten an. Bei ihren Kollegen im Büro lag der Schnitt bei 7,4. Auch das Gefühl von Wertschätzung fiel bei den Personen im Home Office höher aus. 

Und in einer zweijährigen Stanford-Studie, in der ein großer chinesischer Konzern bis 2017 als Versuchskaninchen fungierte, schnitt Home Office auch für den Arbeitgeber fantastisch ab: Telearbeiter waren produktiver, verließen die Firma seltener und meldeten sich auch seltener krank. Was will man mehr? Abschließend erforscht ist das Thema aber noch nicht. Eine überraschende Erkenntnis der Stanford-Studie war, dass rund die Hälfte der Teilnehmer recht schnell vom dauerhaften Home Office absah, der Grund: Isolation. Denn gegen sozialen Kontakt kommen Katze und eigene Kaffeemaschine nicht dauerhaft an.

Zum Glück ist die aktuelle Situation vorübergehend – und wir können ja schon mal anfangen, Muffinrezepte zu sammeln, damit wir dann für die Kolleginnen und Kollegen backen können, die uns im Büro-Alltag vielleicht manchmal nerven, uns dann aber trotzdem fehlen, wenn sie mal nicht da sind. Und bis dahin: Schauen Sie gut auf sich!

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