Heimwerken – Österreich, das Land der Naturtalente

Wenn man der Statistik glauben darf, sieht sich jeder zweite Österreicher als Heimwerker-Naturtalent. Für ihn gibt es kaum etwas Schöneres als Werkzeug in die Hand zu nehmen und drauf los zu sägen, bohren oder hämmern.

Mann schlägt Nagel in Holzboden

Da werden Böden verlegt, Wände verschönert, Hochbeete gezimmert und Gartenliegen repariert. Und weil man schon dabei ist, macht man der besseren Hälfte eine Freude und hängt auch gleich noch das neue Bild auf. Ist ja ein „Klacks“ …

Aber auch beim „Klacks“ kann es schnell mal blaue Daumen oder Zehen geben, nämlich dann, wenn Sie nicht mit dem richtigen Arbeitsgerät ans Werk gehen. Halten Sie Ihr Werkzeug in Schuss, denn mangelhaft befestigte oder beschädigte Teile können das Vergnügen schnell trüben.

Bevor Sie richtig loslegen

sollten Sie auch etwas Energie in die Vorarbeiten stecken, denn das hilft bei der Umsetzung und bringt Ihr Projekt auch schneller voran:

  1. Nehmen Sie sich für Ihr Vorhaben genügend Zeit und erstellen Sie einen realistischen Zeitplan. Denn Stress durch Zeitmangel und fehlende Planung führt zu Unachtsamkeit und mangelnder Konzentration, was wiederum die Verletzungsgefahr erhöht.
  2. Wenn Sie nicht so recht wissen, wie Sie ein Projekt beginnen sollen oder ein Werkzeug richtig funktioniert, holen Sie sich Rat bei einem Profi.
  3. Haben Sie alles besorgt? Denn nichts ist ärgerlicher, als wenn Sie die Arbeit unterbrechen und nochmals zum Baumarkt pilgern müssen - wo's doch grad so gut läuft ...
  4. Kontrollieren Sie, ob die benötigten Werkzeuge funktionstüchtig sind.


Alles bedacht und vorbereitet? Na dann kann’s ja los gehen … oder nein, warten Sie … ein paar Tipps hätten wir da noch:

Der Umgang mit Leitern

  • Verwenden Sie nur sicherheitsgeprüfte Leitern mit breiten Tritten, rutschfester Riffelung, Sicherheitsbügel und Gummifüßen.
  • Vergewissern Sie sich, dass der Spreizschutz richtig eingerastet ist – schenken Sie in jedem Fall der Volksweisheit "niemals unter einer Leiter durchgehen" Glauben.
  • Achten Sie auf einen sicheren Stand auf trockenem Untergrund.
  • Mit Socken steigt man nicht auf Leitern – immer rutschfestes Schuhwerk mit Profilsohle tragen.
  • Ärzte mögen es gar nicht, wenn Sie auf die oberste Sprosse steigen und dann einen Köpfler in den Asphalt machen.
  • Vermeiden Sie lange Überkopfarbeiten.


Sicheres Arbeiten mit Handwerkzeugen

  • Hämmer: Die Stiele sollten griffig und frei von Ölen und Fetten sein. Hämmer mit mangelhaft befestigten Stielen entsorgen.
  • Schraubenschlüssel: Verwenden Sie nur jene, die zu den Schraubenköpfen passen. Schraubenschlüssel sind keine Brecheisen oder Meißel!
  • Messer: Nur Messer mit scharfen Klingen verwenden. Beim Schneiden mit Cuttern (Teppichmessern) immer auf eine feste Unterlage achten und das Messer niemals zum Körper hinziehen.
  • Äxte: Wenn Sie nicht gerade beim Feuerholz oder Christbaum schlagen sind, sichern Sie die Axt mit einer Hülle. Da Holzhacken nicht sehr spannend ist, schicken Sie Zuschauer weg, damit sie nicht von herumfliegenden Teilen getroffen werden. Niemals das Holzscheit mit den Fingern festhalten, sonst sind diese auch weg …


Vom Malen und Lackieren 

  • Viele Lacke, Farben und Lösungsmittel sind leicht entzündlich, daher ist es keine gute Idee zu rauchen oder vorhandene Zündquellen nicht aus dem Arbeitsbereich zu entfernen.
  • Sorgen Sie immer für eine gute Durchlüftung der Werkstatt bzw. führen Sie größere Arbeiten im Freien durch.
  • Atemschutzmasken und Handschuhe sind ein Muss beim Arbeiten mit giftigen Substanzen.
  • Behälter nach Gebrauch immer gleich gut verschließen. Sollten diese leer sein, bitte nicht im Hausmüll entsorgen, sondern als Sondermüll zu den dafür vorgesehenen Sammelstellen bringen.


Und dann ist da noch das Thema Ordnung 

Klar sind Sie begeistert und stolz, dass Ihr Projekt reibungslos und unfallfrei von Statten ging. Kein Schönheitschirurg hätte die Wände faltenfreier tapezieren können, jedes Klick der verlegten Bodenbretter war Balsam auf Ihrer Heimwerkerseele und die Kreissäge hat Sie beim Schneiden der Bretter auch nicht im Stich gelassen. 

Trotz aller Euphorie bleibt aber doch die Tatsache, dass nach getaner Arbeit auch die Werkstatt wieder in Ordnung gebracht werden sollte. Am Boden querfeldein laufende Kabel, liegengelassene spitze oder scharfe Werkzeuge – all das sind Dinge, die einen Unfall auslösen können.

Daher bitte nicht vergessen: Abfälle gehören in den Müll (Trennung!) und nicht auf den Boden, Werkzeuge & Co. gereinigt in den Schrank und Kabel aufgerollt und verstaut.

So ist Ihre Werkstatt wieder einsatzbereit, wenn es heißt „Du Schatz?! Weißt du … im Garten würde mir so ein Hochbeet schon gut gefallen. Dann hätten wir immer frischen Salat oder die kleinen Paradeiser, die du doch so magst …“.

Hier geht's zum zweiten Teil des Artikels ...


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