Pilates – in 30 Stunden besser aussehen?

100 Jahre alt und noch immer im Trend: Training nach der Pilates Methode steigert Kraft ebenso wie Beweglichkeit.

Frau im Freien bei Pilates Übungen

„Nach 10 Stunden fühlen Sie sich besser, nach 20 Stunden sehen Sie besser aus, nach 30 Stunden haben Sie einen neuen Körper“, hat Joseph Pilates einmal über die Effekte der von ihm entwickelten Trainingsmethode gesagt.

„Das stimmt. Schon nach wenigen Einheiten hat man einen viel besser definierten und schlankeren Körper“, bestätigt UNIQA VitalCoach Marissa Jöbstl, „Ich war Leistungssportlerin und habe 20 Jahre lang aktiv voltigiert. Obwohl ich durchtrainiert war, hatte ich Rücken- und Knieschmerzen. Nach meiner Schwangerschaft habe ich dann mit Pilates begonnen und bin regelrecht reingekippt, weil es mich so begeistert hat, und schließlich habe ich die Ausbildung zur Trainerin gemacht. Was mich begeistert ist, dass Pilates Muskeln kräftigt und beweglicher macht, die ich mit anderen Sportarten nicht erreichen kann. Das hat mir eine ganz neue Dimension eröffnet.“

Ganzkörpertraining statt Problemzonen-Gymnastik

Wer zum ersten Mal Pilates macht, ist vermutlich erst verblüfft, wie einfach es anmutet und dann, wie schwierig und meist auch anstrengend es tatsächlich ist – wenn man die Übungen korrekt ausführt. Denn Pilates ist ein Ganzkörpertraining mit dem Fokus auf tiefliegende Muskulatur. Jöbstl: „Es bietet zugleich Kräftigung und Dehnung. Viele unserer Muskeln sind Gegensatzpaare. Das heißt, es gibt einen Spieler und einen Gegenspieler, und während der eine Muskel gekräftigt wird, dehnt dieselbe Übung gleichzeitig seinen Gegenspieler.“

Erreicht wird dies ohne Kraftanstrengung und mit fließenden, langsamen Bewegungen. Jede Übung trainiert eine Vielzahl von Muskeln, jede Einheit den ganzen Körper, im Gegensatz zu weitverbreiteter Problemzonen-Gymnastik. „Man braucht keine Geräte oder Hilfsmittel, es genügt eine Matte und der eigene Körper. Was simpel klingt, ist es jedoch nicht, denn die Intensität lässt sich bei Pilates unendlich steigern“, so Jöbstl.

Das Powerhouse als Zentrum

Viele der Pilates Übungen finden im Liegen statt. Man liegt beispielsweise auf dem Rücken und stellt die Beine hüftbreit auf. Dann richtet man das Becken parallel zum Boden aus – beide Beckenkammknochen befinden sich auf einer Ebene – die Wirbelsäule hat nun ihre natürliche S-Krümmung. Um diese neutrale Position beizubehalten und zu fixieren, aktiviert man das sogenannte Powerhouse, die Bauch- und Rückenmuskeln, welche die Wirbelsäule wie ein Kraftgürtel umgeben. Schließlich lässt man mit dem Ausatmen ein Bein langsam, wie auf einer Schiene, nach vorne in die Streckung gleiten und zieht es wieder zu sich heran – ohne diese neutrale Position dabei zu verlieren!

Vom Hobbysportler bis zum Spitzenathlet

Entwickelt wurde Pilates zu Beginn des 20. Jahrhunderts von Joseph Hubert Pilates aus Deutschland, der seine eigene schwächliche Konstitution verbessern wollte und es bis zum Leistungssportler brachte. Die positiven Aspekte von völlig unterschiedlichen Sportarten wie Gymnastik, Tanz oder Gewichtstraining verband er in einer Methode, die ein Optimum an Kraft und Flexibilität bewirken sollte.

Da Pilates mit den Bewegungsabläufen verschiedenster Sport- und Tanzarten harmoniert, wird es von zahlreichen Sportlern oder Tänzern angewendet, um Beweglichkeit und Kondition zu erhöhen und die eigene Leistung zu steigern. Jöbstl bestätigt: „Das Schöne an Pilates ist, dass es niemanden ausschließt, weil es einen anderen Zugang zum Training bietet. Es ist egal, wie alt man ist, welches Leistungsniveau man hat oder welches Geschlecht. Durch die feinen, akkuraten und langsamen Bewegungen lernt man seinen Körper viel besser kennen und spürt in die tiefen Schichten der Muskulatur hinein. Etwas, das am Anfang jedem schwerfällt, egal wie trainiert man ist. Auch Leistungssportler profitieren von Pilates als unterstützendes oder regeneratives Training, weil es die Beweglichkeit verbessert und hilft, das Kraftniveau zu halten. Zusätzlich wird durch Pilates die Verletzungsgefahr verringert, weil die Tiefenmuskulatur trainiert wird. Was natürlich nicht nur für Leistungssportler, sondern auch für jeden Hobbyathleten optimal ist.“

Zur Person:

Mag. Marissa Jöbstl war Leistungssportlerin (Voltigieren) und hat Sportwissenschaften studiert. Als UNIQA VitalCoach und Trainerin für Pilates bietet sie individuelles Personal Training, Kurse und Online Workouts sowie Outdoor Retreats. 

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