Warum es für Sex immer mehr als einen Grund gibt

Wer mehr Sex hat, lebt gesünder und länger. Doch das ist noch lange nicht alles – Sex bietet die vielfältigsten Formen, sich auszudrücken und Gefühle zu erzeugen.

4 Beine unter Bettdecke
© Adobe Stock | dima_sidelnikov

Dass Sex gesund ist, ist landläufig bekannt. Er verbraucht mit rund 360 Kalorien gleich viel wie eine durchschnittliche Fitnesseinheit, macht beweglich und hält somit jung. Zahlreiche Studien zeigen, dass Menschen, die regelmäßig dem Liebesspiel frönen, länger leben.

Durch das Kuschelhormon Oxytocin, das beim Orgasmus, aber auch beim Schmusen und Kuscheln, ausgestoßen wird, reduziert man Stress und schläft besser – die produzierten Endorphine lindern Schmerzen und machen glücklich. Experten meinen außerdem, dass man durch die Vielzahl an Keimen, mit denen man in Kontakt kommt, die Immunabwehr stärkt. Allein diese Gründe sollten schon ausreichen, sich mit seinem Liebsten oder seiner Liebsten auf ein Schäferstündchen zu treffen.

Unendlich viele Gefühle ausdrücken

Katharina Hinsch, Psychologin, Psychotherapeutin und klinische Sexologin in Wien, sieht die Sache mit dem Sex noch unter einem ganz anderen Aspekt: „Anders als Tiere können wir Menschen uns über Sex ausdrücken – und das Spektrum ist dabei nahezu unendlich. Es ist eine immer zur Verfügung stehende Möglichkeit, sich intensiv zu spüren.“

Die Partnerbeziehung zu bestätigen sei neben dem rein körperlichen Verlangen und dem Wunsch, sich fortzupflanzen, einer der primären Gründe, warum Menschen Geschlechtsverkehr haben. Allerdings könne man sich auf dieser körperlichen Ebene noch so viel mehr geben und nehmen: „Man kann Gefühle erzeugen, Geborgenheit herstellen, Trost spenden, sich Bestätigung holen, Macht demonstrieren, Wut ausleben, Nähe und Distanz regeln, Schmerz und ausgeliefert Sein erproben … es gibt eine Fülle an intensiven Erlebnissen auf den verschiedensten Ebenen, mit denen man sonst nirgends zu zweit auf diese Art experimentieren kann.“ 

Masturbation als Ersatz

Wer möchte, dass Sexualität ein wesentlicher Bestandteil des Lebens bleibt, muss in so manchen Lebensphasen im wahrsten Sinne des Wortes selbst Hand anlegen. „Das ist eine gewisse körperliche Regulation: Wer Lust nicht in den Hintergrund wandern lassen möchte, sollte immer wieder Sex mit sich selbst haben.“, weiß die Expertin. Man weiß schließlich, dass sich jeder lustvolle Mensch leichter, glücklicher und schwungvoller fühlt.

Zur Person
Mag.a Katharina Hinsch arbeitet als Psychologin, Psychotherapeutin und klinische Sexologin in Wien. Sie verfügt über zahlreiche Ausbildungen, unter anderem in Hypnose und Hypnotherapie und Narrativer Therapie. Sie unterrichtet an zahlreichen Institutionen unter anderem an der SFU Sigmund Freud Universität Wien. 

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