Trendsport: Fit & hip

Yoga am Surfbrett oder Schwimmen wie eine Meerjungfrau? Was ist diesen Sommer angesagt? Und sind Sporttrends nur Geschäftemacherei der Industrie oder neue Abwechslung für SportlerInnen?

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Manches kommt einem (alt)bekannt vor, manches bringt zum Staunen, bei manchem fragt man sich, warum noch niemand draufgekommen ist und bei anderem, wann es bitte wieder verschwindet. Das mit neuen Moden ist so eine Sache. Auch beim Sport. „Sportarten, die das Zeug zum Trend haben, sind cool, einfach auszuführen, meist unaufwändig und ihre Fangemeinde wächst stetig“, weiß UNIQA VitalCoach Edith Bierbaumer.

SUP: Mit Brett und Paddel

Eine Beschreibung, die perfekt auf Stand Up Paddling (SUP) zutrifft. Bei diesem Sommertrend wird das Surfbrett umfunktioniert. Man paddelt stehend mit Hilfe eines Stechpaddels über (möglichst ruhige) Gewässer. Angeblich wurde diese Fortbewegungsart den Fischern von Tahiti abgeschaut, die in ihren Kanus stehend durch die Lagune paddeln. Edith Bierbaumer: „SUP kombiniert perfektes Gleichgewichtstraining und die Kräftigung tiefliegender Muskeln mit dem magischen Erlebnis, am Wasser zu sein. Die Idee ist so einfach, dass man sich fragt, warum man erst in den letzten Jahren darauf gekommen ist. Mittlerweile gibt es sogar schon Abwandlungen davon wie etwa SUP Yoga, wo auf den Surfbrettern Yoga gemacht wird. Das ist allerdings schon wieder so speziell, dass es vermutlich nicht massentauglich werden wird.“

Mermaiding: Schwimmen wie Arielle

Wer kennt nicht die kleine Meerjungfrau, die sich dank ihres Fischschwanzes elegant durchs Wasser bewegt? Beim Mermaiding macht eine Monoflosse aus (jungen) Mädchen Meerjungfrauen. Edith Bierbaumer: „Eine originelle Idee für alle, die sich wie eine Meerjungfrau fühlen wollen. Obwohl es sehr tänzerisch wirkt, erfordert der Schwimmstil, den man dafür benötigt, sehr viel Kraft.“ Auch kann man mit einer Monoflosse nicht in jedem öffentlichen Bad schwimmen, sondern braucht entweder einen Schwimmclub oder offenes Gewässer. Ob es ein großer Trend wird, ist daher fraglich.

Trailrunning: Quer durchs Gelände

Was früher als Geländelauf bezeichnet wurde, heißt nun Trailrunning. Dabei wird durch eine schöne Landschaft gelaufen und meist viele Höhenmeter zurückgelegt. „Trailrunning besitzt hohes Potential zum Trend, denn es gibt dem Laufen einen neuen Kick. In Österreich existiert eine große Läuferszene, die immer wieder neue Herausforderungen braucht, Trailrunning bietet sie. Die Höhenmeter machen das Laufen schwieriger und die Landschaft sorgt für Abwechslung und Erlebnisse“, kommentiert die Expertin. Und weiter: „Beim Trailrunning lässt sich beobachten, wie sich die Industrie Trends zunutze macht. Sportbekleidungshersteller bringen nun ihre eigenen Trailkollektionen auf den Markt. Aber im Grunde genommen hat Trailrunning das Zeug zum Trend, gerade weil man dafür keine aufwändige Ausrüstung braucht.“

Bouldern: Ohne Seil und ohne Netz

Bouldern ist Klettern ohne Sicherung. Dafür jedoch nur in einer Höhe von maximal drei Metern und mit einer Sicherungsmatte als Unterlage. Welche Vorteile dieses freie Klettern hat, weiß Bierbaumer: „Dabei wird der ganze Körper trainiert, die Koordinationsfähigkeiten und das Zusammenspiel der beiden Gehirnhälften werden verbessert. Bouldern ist einfach durchzuführen und man kann es auch alleine machen, nicht so wie Sportklettern, wo man jemand Zweiten zum Sichern braucht. Daher hat es ebenfalls das Zeug für wachsende Beliebtheit.“

Ramba Zamba im Pool

Aqua Fitness war gestern, Wassergymnastik vorgestern, heute heißt es Aqua Zumba. Die Sommervariante des Zumba erobert die Bäder. „Jede Sportart im Wasser verbessert die Durchblutung und schont die Gelenke. Mit der mitreißenden Musik und den Choreographien von Zumba bekommt Wassergymnastik einen peppigen Touch. Ob man von einem großen Trend sprechen kann, ist fraglich. Im Grunde genommen ist es nur ein neues Etikett auf einer bereits bewährten Sportart“, so Bierbaumer kritisch.

Zur Person
Edith Bierbaumer 
ist Sportwissenschafterin und Trainerin für zahlreiche Sportarten wie Yoga, Pilates oder Nordic Walking. Als Personal Coach und Referentin steht sie Hobby- und Gesundheitssportlern mit Begeisterung zur Seite, wenn es um die Verbesserung des Wohlbefindens, die Förderung der eigenen Gesundheit und die Steigerung der persönlichen Leistungsfähigkeit geht. 

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