Der beste Weg zur letzten Zigarette

Nikotin bringt nicht nur die Stoffwechselprozesse im Körper durcheinander, es schafft auch Verwirrung unter den körpereigenen Botenstoffen. Hier setzt eine der erfolgreichsten Anti-Rauch-Methoden an. Rauchfrei in ein neues Leben – Teil 2.

frau atmet tief durch
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„Viele Menschen rauchen, wenn ihr Stresssystem in Gang kommt – etwa durch Trauer, Ekel, Scham oder Furcht. Um dies zu normalisieren, braucht es eine Ausschüttung der Botenstoffe Adrenalin, Dopamin und Serotonin. Das ist eine der Wirkungen von Nikotin“, erklärt Ursula Grohs, Klinische- und Gesundheitspsychologin und Psychotherapeutin eine Hauptursache für die Sucht nach dem Nervengift.

Auch ihr antriebssteigernder Effekt lässt Raucher gern zur Zigarette greifen. Um hier wieder ein körpereigenes Gleichgewicht herzustellen, arbeitet die Expertin mit der sogenannten PDM – Psychodynamischen Methode, die weltweit anerkannt als eine der wirksamsten zur Rauchentwöhnung gilt. 

Emotionalisieren mit Information 

Als ersten Schritt setzt Grohs auf Gefühle: „Wenn wir das Thema Rauchen emotionalisieren, spürt man besser, wie sehr man sich etwas Gutes tut, wenn man aufhört.“ Dazu dient etwa die Information, dass Gefäße, Drüsen und Organe im Körper bereits im Alter von drei Jahren vollkommen entwickelt sind. „Würden Sie Ihrem dreijährigen Kind eine Zigarette geben? Nein! Das ist ein absurdes Bild. Aber genau das tut man seinem Körper an – man verursacht in Wahrheit Leid.“ In weiterer Folge müsse man sämtliche durch das Nikotin irritierte Körperfunktionen wieder „normal“ werden lassen. 

Wohlbefinden herstellen 

Um wieder zu einem entspannten, glücklichen Leben ohne Zigaretten zu finden gelte es, so Grohs, vor allem, die Ausschüttung der Glücksbotenstoffe wieder natürlich herbeizuführen. Primär sind es Serotonin, Oxytocin, Noradrenalin und Dopamin, die uns helfen, gesund rauchfrei werden zu können. Um sie zu aktivieren müsse man Zufriedenheit erleben (Serotonin), Erfolgserlebnisse haben (Dopamin), sich gut verstanden fühlen (Oxytocin) und Begeisterung verspüren (Noradrenalin). Das gelingt durch möglichst viele positive Erlebnisse und Situationen, aber auch durch Erinnerungen an solche.

In Ihren Kursen führt Grohs ihre Teilnehmerinnen und Teilnehmer deshalb durch 20-minütige Meditationen, in denen sie solche Erlebnisse visualisieren. Diese werden dann noch mit einem Dufterlebnis verbunden, um sie jederzeit mittels Schnupperfläschchen wieder hervorrufen zu können. Etwa, wenn man sich mutlos, kraftlos fühlt und die Nikotinsucht anklopft. 

Ergänzend gilt es, den Stoffwechsel mit gesunder Ernährung wieder zu stabilisieren. Dann steht dem neuen, glücklichen Leben ohne Zigaretten nichts mehr im Weg.  

Zur Person:
Dr. Ursula Grohs hat als Klinische- und Gesundheitspsychologin und Psychotherapeutin die PDM-Methode für Raucher entwickelt. Sie leitet in Graz das Zentrum Grohs Gesundheitsdysnamik.

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