Was passiert bei einem Laktat-Test?

Einfach fit bleiben oder sich ehrgeizige sportliche Ziele setzen? Egal, was man plant: Ein Laktat-Test ist ein guter Start.

Sportaerztin bei medizinischem Test
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Wer vermeiden will, beim Training falschen Zielen hinterherzulaufen, kann sich einem Laktat-Test unterziehen. Denn so erfährt man, wieviel, wie oft und wie intensiv man sich am besten bewegt, um die persönliche Bestleistung zu erreichen.

Dr. Robert Fritz ist Sport- und Präventivmediziner. Er unterzieht jährlich hunderte Trainingswillige einer Leistungsdiagnostik. Ein Teil dieser Untersuchung ist der sogenannte Laktat-Test: „Im Grunde geht es dabei darum, herauszufinden, in welcher Intensität und bei welcher Herzfrequenz das optimale Training stattfindet – je nach Ziel.“ 

Ein Tropfen Blut gibt Auskunft 

Und das funktioniert so: Der Klient wird am Laufband oder Ergometer einer ansteigenden Belastung ausgesetzt. Jede Intensität wird ein paar Minuten gehalten. Anschließend wird ein Tropfen Blut aus dem Ohrläppchen entnommen und der Laktatwert bestimmt. Dieser sagt aus, wie hoch die Konzentration der Milchsäure in der Muskulatur ist. Wird nun bei dem Belastungstest die Schwelle erreicht, an der der Körper nicht mehr das gesamte von ihm selbst erzeugte Laktat verbrauchen kann, steigt der Laktatwert im Blut kontinuierlich an. Die Schwelle zur starken Belastung ist erreicht. Je besser ein Sportler trainiert ist, umso später erreicht er diese Schwelle. 

Zucker- oder Fettverbrennung 

Dr. Robert Fritz: „Der Test sagt mir im Grunde, in welchem Stoffwechselzustand sich der Organismus gerade befindet. Ich erfahre, wie lange der Muskel gut mit Sauerstoff versorgt ist und erfahre auch, ab wann der Körper von der Fettsäuren- in die Glucose-Verbrennung umsteigt.“ Auch für all jene, die trainieren wollen, um Körperfett zu reduzieren, kann das eine interessante Information sein. 

Trainingsrisiko Herzinfarkt 

Für Menschen ab 35, insbesondere noch ältere, die länger nichts gemacht haben, empfiehlt Robert Fritz darüber hinaus eine medizinische Leistungsdiagnostik, bei der der Status-Quo des Körpers erhoben wird, etwa auch mittels Belastungs-EKG und Blutdruck unter Belastung. „Damit beuge ich dem Risiko vor, eine Herzschädigung zu übersehen und beim Sport einen Herzinfarkt zu erleiden“, rät der Sportmediziner. Zusätzlich empfohlen sind auch regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen, die Ihnen helfen, gesundheitliche Risiken schneller zu erkennen und rechtzeitig zu behandeln

Die Leistungsdiagnostik sei daher für jedermann sinnvoll – egal ob junger Hobbysportler, älterer Wiedereinsteiger oder Triathlet. Denn nur wer weiß, wo er steht, kann einen sinnvollen Plan entwickeln, wie es weitergehen soll.

Zur Person
Dr. Robert Fritz ist Sport-, Präventiv- und Ernährungsmediziner, Leiter des Medical Centers des Vienna City Marathons und er arbeitet in der Sportordination Wien. Er ist selbst passionierter Sportler.

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