Anti-Pollen-Laufplan: So geht Jogging für Allergiker

Frühling ist Laufzeit – aber auch eine der pollenreichsten Saisonen. Wer trotz Allergien in eine ungestörte Joggingsaison starten möchte, bekommt hier einen Überblick über die wichtigsten Faktoren.

Frau joggt im Burggarten
Die ersten Pollen sind schon früh im Jahr unterwegs. © UNIQA | Melina Kutelas

Die ersten Sonnenstrahlen sind da, die Temperatur passt, die Blüten duften – das Frühjahr ist für viele der Anlass, die Laufschuhe zu schnüren und ein paar Runden im Freien zu drehen. Doch nicht für alle endet dies gleichermaßen freudvoll: Juckende, tränende Augen, eine rinnende Nase und Niesreiz, vielleicht sogar Atembeschwerden können einem die Sache ganz schön vermiesen. „Wichtig ist es, seinen Feind zu kennen. Gegen welche Pollen bin ich allergisch und wann fliegen diese?“ weiß Dr. Fritz Horak, ärztlicher Leiter des Allergiezentrums Wien West. „Pollen fliegen zu unterschiedlichen Jahreszeiten. Im Februar sind die ersten Baumpollen unterwegs, von Mai-Juli ist der Gräserpollenflug am stärksten, danach kommen die Unkräuterpollen wie Beifuß oder Ragweed.“ 

Die ersten Anzeichen 

Allergische Reaktionen auf Pollenflug könnten sogar beim Laufen erstmals auftreten. Horak: „Die Allergie betrifft meist die Schleimhäute von Nase und Augen. Neben der juckenden Nase kann auch eine Bindehautentzündung der Augen auftreten. Asthmabeschwerden, Juckreiz oder Haut-Ausschläge sind ebenfalls typisch.“ Diese könne sich sukzessive wieder bessern, insbesondere nach der Anwendung von Antihistaminika. Die häufigsten Allergien im Frühling sind laut Horak jene gegen Birken und andere buchenartige Bäume (wie Erle oder Hasel) sowie gegen Eschenpollen.  

Der Anti-Pollen-Laufplan 

Einen Anti-Pollen-Laufplan zu entwickeln, ist gar nicht so einfach. Zuallererst sei das richtige Wissen über die eigene Allergie wesentlich. „Eine Testung bei einem Allergiespezialisten oder in einem Allergieambulatorium ist unumgänglich“, empfiehlt der Spezialist.

Weiß man dann, welche Teilchen für die Symptome zuständig sind, hilft ein Blick auf den Pollenkalender des Pollenwarndienstes. Hier sieht man, was gerade – im wahrsten Sinn des Wortes – in der Luft liegt. Und das ist je nach Wind und Wetterlage sehr unterschiedlich. Oft werden am frühen Nachmittag die höchsten Werte gemessen, das kann lokal aber stark variieren.

Horak: „Gräserpollen-Allergiker sollten sonnige, sehr windige Tage vor allem in der Nähe von blühenden Wiesen meiden und ihre Laufroute eher durch Wälder planen. Baumpollenallergiker machen das Gegenteil: Sie meiden den Wald. Nach einem Regenguss ist die Pollenbelastung am geringsten, dafür bekommen hier wieder Schimmelpilzallergiker ernsthafte Probleme.“ 

Wenn es anders nicht mehr geht 

Kann man den Allergenen nicht aus dem Weg gehen, wird eine symptomatische Therapie mit Antihistaminika (Tabletten, Augen-, oder Nasentropfen) oder lokalen Cortisonpräparaten (z.B. Nasenspray) begonnen. Horak: „Bei stärkeren Beschwerden, die zumindest schon zwei Saisonen aufgetreten sind, ist auch an eine spezifische Immuntherapie zu denken. Diese kann mit Injektionen oder Tabletten bzw. Tropfen erfolgen, ist in der Regel sehr gut verträglich und hochwirksam.“ Viele Patienten würden nach einer vollständigen Impfkur – meist über 3 Saisonen – ihre Beschwerden vollständig verlieren. Aber: „Rechtzeitig anfangen ist hier wichtig! Der optimale Zeitpunkt ist immer 2-4 Monate vor der jeweiligen Saison“, rät der Allergie-Spezialist. 

Zur Person
Prim. Priv.-Doz.Dr. Fritz Horak ist Facharzt für Kinderheilkunde und Kinderlungenheilkunde und ärztlicher Leiter des Allergiezentrums Wien West. Er ist Allergiespezialist und hat langjährige Erfahrung in der Diagnostik und Behandlung von Allergien.