Auf die Feige gekommen

Frische Feigen sind eine Delikatesse. Auch zur Weiterverarbeitung eignen sich die süßen Früchte wunderbar. Diese zwei Feigenrezepte haben das Potenzial, auch in kälteren Jahreszeiten ein wenig Sommer-Exotik auf die Tafel zu zaubern.

Feigen-Chutney
© UNIQA | Melina Kutelas

Der Name ist Programm – so meinen Feigenfans: lateinisch „ficus“, zu Deutsch: „fruchtbar“. 

Schon der einzigartige Duft des Feigenbaumes kündigt das voll-fruchtige Aroma an, das in den saftigen Früchten steckt. Die Geschmacksnoten der reifen Früchte variieren von süßlich bis leicht herb – gemeinsam haben sie dabei, dass alle der mehr als 50 verschiedenen Feigenarten wohltuend an laue Sommerabende in mediterranen Gefilden erinnern.  

Übrigens: Frische Feigen kannte man bis vor etwa 15 Jahren in Österreich kaum – sie galten als extrem exotisch und wurden lange nur in getrockneter Form verspeist. Interessanter Weise haben einige Feigenarten speziell in Wiener Innenhöfen lange Tradition. Derzeit lässt sich sogar von einer Feigenbaum-Renaissance sprechen: In vielen Gärten werden winterharte Feigenarten gepflanzt.

Feigen: Power-Obst mit Geschichte

Feigen galten bereits in der Antike als Grundnahrungsmittel – und das zu Recht. In der Feige steckt schnelle Energie für Körper und Geist. Neben 80 Prozent Wasser enthalten reife Feigen ca. 1,3 Prozent Protein, 0,5 Prozent Fett, 13 Prozent Kohlenhydrate, ca. 5 Prozent Ballaststoffe und 0,7 Prozent Mineralstoffe, besonders Kalzium, Phosphor und Eisen. Außerdem sind die reifen Früchte reich an Vitamin B1.

Aus der mediterranen Küche sind Feigen nicht wegzudenken. Feigen verleihen etwa einem herzhaften Salat mit Rucola, Tomaten und Pinienkernen einen besonderen Charakter. Auch zu warmen Speisen hat die moderne italienische Küche die süße Frucht entdeckt: Mit Frisch- oder Ziegenkäse gefüllt im Ofen gebacken oder am Braten, auf Pizza oder zu Nudelsoßen.

Gut zu wissen

Wichtige Randnotiz: Frische Feigen sollten immer möglichst schnell verbraucht werden, da sie nur wenige Tage im Kühlschrank aufbewahrt werden können. Am besten also die Feigen gleich nach der Ernte verwenden, egal ob warm oder kalt.


Als gute Quelle für „tagesfrische“ Feigen hier unser Tipp: der in Wien Simmering beheimatete Feigenhof (siehe unten) bietet von Frühling bis in den Herbst hinein Feigen im Ab-Hof-Verkauf an. 

Diese zwei Feigenrezepte konnten wir den Simmeringer Feigen-Gurus zum selber Nachkochen entlocken. Vorsicht, die Marmelade enthält extrem wenig Zucker, mit der Menge an Pektin (gibt es im Handel) sollte deshalb wegen ausreichender Haltbarkeit ein wenig experimentiert werden! Viel Freude beim Einkochen und Genießen!

Rezept 1: Feigen-Marmelade

Geeignet fürs Frühstück, als Fülle zu Palatschinken, mit Vanille-Eis, Joghurt aber auch zu Käse

Feige in Glas

1 kg entstielte, halbierte weiche – also reife – Feigen.
Ca 5-7 g Pektin mit je einer Messerspitze Zimt, Kardamom, Orangenzesten und Zitronenzesten in 100g Zucker einmischen und unter die Feigen rühren. Ein Spritzer Zitronensaft (2ml) beigeben.
Unter ständigem Rühren rasch erhitzen und fünf Minuten wallend kochen.

Je nach gewünschter Konsistenz kann das Mus püriert werden. Sehr heiß in saubere Gläser abfüllen. Man kann vor dem Verschließen mit 80 Prozent Rum abflämmen. Beim Abkühlen die Gläser nicht bewegen, sodass die Feigenmarmelade gut geliert. 

Rezept 2: Feigen-Chutney 

Zu Käse, fürs Barbecue - speziell zu Rindfleisch und Wild.
 
Ein kleiner Mokkalöffel Korianderbeeren im Mörser zerstoßen und im Kochtopf unter ständigem Rühren erwärmen.
140g würfelig geschnittene Zwiebel anschwitzen, bis sie glasig sind.
Mit 30g Zucker unter ständigem Rühren 20 Minuten karamellisieren.
Mit 20ml Balsamicoessig ablöschen.
200g entkernte, geschälte säuerliche Äpfel in Würfel geschnitten unterheben und kurze Zeit weiter erhitzen, sodass sie noch bissfest sind.
 
Ein zweiter Kochtopf:
1 kg entstielte, halbierte weiche – also reife – Feigen. 50g frische Ingwer dazu geben (geschält und gerieben).

Pektin mit je einer Messerspitze Zimt, Kardamom, Piment, Salz, Chili in 35g Zucker einmischen und unter die Feigen rühren. Ein Spritzer Zitronensaft (2ml) beigeben und gut pürieren. Die karamellisierten Zwiebeln mit den ganzen Apfelstücken unterheben. Unter ständigem Rühren rasch erhitzen und fünf Minuten wallend kochen.

Sehr heiß in saubere Gläser abfüllen. Vor dem Verschließen mit 80 Prozent Rum abflämmen. Beim Abkühlen die Gläser nicht bewegen, sodass das Feigen-Chutney gut geliert.

Alles Feige

Gute Qualität bei Feigen erkennen Kunden daran, dass sich die Früchte beim sanften Druck auf die Schale weich, aber nicht matschig anfühlen. Eine Feige ist umso reifer und süßer, je dunkler ihre Haut gefärbt ist. Die Schale ist im Prinzip essbar. Aber wer sie nicht mag, kann die Frucht auch halbieren und das Fruchtfleisch wie bei einer Kiwi auslöffeln.

Feigen sind Sammelfrüchte, die wie Himbeeren aus vielen kleinen Steinfrüchten bestehen. Da sie sehr druckempfindlich sind, sollte man sie nur in der Stielpartie berühren und gepolstert lagern.

Der Feigenhof

Von Mitte Juni bis Anfang November reifen 50 verschiedene Feigensorten am Feigenhof in Wien Simmering (Glashaus und in der Freilandplantage). Freitag und Samstag ist der Feigenhof für Gäste geöffnet. 

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