Per E-Mobilität in den Frühling! 

E-Bikes, E-Autos, E-Roller, E-Longboards … die Auswahl an Elektrofahrzeugen ist groß und gerade im Frühling lassen sich damit viele Ausflüge starten. Doch was muss ich beim Mieten oder Kaufen beachten? Ein Experte gibt Tipps.

Pause machen beim Frühlingsausflug mit dem e-Bike

Bei Kaiserwetter mit dem Auto raus ins Grüne düsen. Oder: Endlich einmal den Donau-Radweg anpacken und 320 Kilometer von Passau nach Wien fahren.
Elektrisch betriebene Fahrzeuge unterstützen unsere Ausflugs-Vorhaben umweltfreundlich. Und: Sie sind mitunter auch eine Wohltat für müde Muskeln, weil E-Bikes etwa beim Bergauffahren unterstützen und Energiereserven schonen helfen. Doch was gilt es bei elektrisch betriebenen Fahrzeugen und Sportgeräten zu beachten, egal ob man sie nun kauft oder „nur“ mietet? Christian Klejna, Experte für E-Mobilität beim ÖAMTC, klärt auf.  

E-Bike: Die wichtigsten Fragen 

1. Welche Akku-Leistung hat das E-Bike und wofür will ich das Fahrrad nutzen?

Prinzipiell ist die Frage nach dem Akku wichtiger als die nach dem Motor, denn der Akku bestimmt die Stromspeicher-Fähigkeit – also wie lange und wie weit ich mit dem e-Bike fahren kann“, erklärt Experte Christian Klejna. „Im unteren und mittleren Preissegment findet man Akkus zwischen 400 oder 450 Wattstunden (Wh). Im oberen Segment sind es 600 oder 650 Wh.“ Wie lange man damit jeweils unterwegs sein kann, hängt aber vom persönlichen Nutzungsverhalten ab: Schalte man z. B. oft die stärkste Unterstützungsstufe zu, weil es viel bergauf geht oder man gerne mehr Unterstützung beim Treten hat? Dann wird ein 400 Wh-Akku am Ende wahrscheinlich nur 50 bis 60 Kilometer reichen – anstatt der vom Hersteller angegebenen 120 Kilometer.  

2. Lagere ich das E-Bike richtig?

Und – sofern ich es gebraucht kaufe – wie wurde das Fahrrad vom Vorbesitzer gepflegt? „Die Lagerung hat Einfluss auf die Lebensdauer und auf die Leistungsfähigkeit des Akkus“, erklärt Klejna. „Idealerweise steht das Elektrorad nicht im Freien oder an einem Platz, wo es hohen Temperaturschwankungen und Minusgraden ausgesetzt ist,“ so Klejna. Wer das E-Bike längere Zeit nicht benutzt, sollte überdies den Akku abnehmen, etwaige Verschmutzungen entfernen und Regenwasser abwischen, um spätere Oxidation zu vermeiden. Dann am besten in halb geladenem Zustand bei gemäßigter Temperatur in einer Garage lagern. „Den Akku monatelang ans Ladegerät zu hängen, ist nicht ideal. Hersteller garantieren meist an die 1.000 Ladezyklen, bei sachgerechter Lagerung können es aber auch wesentlich mehr sein.“  

3. Wo finde ich Ladestationen für mein E-Bike? 

Wer längere bzw. mehrtägige Radtouren plant, sollte sich vorab informieren, an welchen Raststätten, Tankstellen, Restaurants, etc. E-Bike Ladestationen vorhanden sind (und dann auch das entsprechende Ladekabel mithaben). Die App „Lade.station“ bietet z. B. einen Überblick über E-Bike Ladestationen in Österreich, Deutschland und der Schweiz.  

E-Auto: Diese Fragen sollte sich jeder stellen 

1.      Wofür nutze ich das E-Auto?

Eine Neuanschaffung ist nicht immer notwendig. Mittlerweile gibt es genug Miet- oder für Carsharing-Optionen, in Österreich zum Beispiel unter eloop.app (Wien), checkdrive.at oder carsharing-oesterreich.at (Links zu Anbietern landesweit). Aber egal, wofür man sich entscheidet, an der Frage: „Wofür will ich das E-Auto nutzen?“, kommt niemand vorbei.

„Möchte ich damit längere Autobahnstrecken fahren, dann bin ich mit einem kleinen E-Auto, das nur eine Reichweite von 200 Kilometer hat, nicht gut beraten. Denn das würde bedeuten: Ich müsste für Hin- und Rückfahrt mehrmals laden, und jeder Prozess dauert mindestens 15 bis 20 Minuten, wenn nicht mehr.“  

2. Wie hoch ist die Reichweite meines E-Cars wirklich?

„Hersteller geben eine Idealreichweite an“, erklärt Klejna. „Die tatsächliche Reichweite ist aber meist kleiner, denn sie hängt sowohl von der Umgebungstemperatur, vom Fahrverhalten, der Art der Strecke (Stadt-, Überland-, Bergfahrt), dem Alter des E-Autos und auch davon ab, ob ich die Heizung oder Klimaanlage im Auto benutze.“ Gerade bei Gebrauchtwagen empfehlt der Experte vor dem Kauf ein unabhängiges Akku-Gutachten: „Nach vier, fünf Jahren kann die Leistung schon 15 bis 20 Prozent an Kapazität abgenommen haben. Da muss man sich fragen: Reicht mir dieser Akku noch?“

3. Wo finde ich Ladestationen für das E-Auto und ist meine Ladekarte für mehrere Anbieter zugelassen? 

„Hat man keine eigene Solaranlage oder Wallbox zum Aufladen daheim, dann gilt es zu klären: Gibt es eine Ladestation in unmittelbarer Nähe oder muss ich für jedes Aufladen eine Anfahrt in Kauf nehmen und dann dort das Auto eine Stunde später wieder abholen?“, so Klejna. Online-Routenplaner helfen dabei, e-Ladesäulen anzuzeigen. „Bei Mietautos wiederum ist darauf zu achten, dass eine Ladekarte im Auto ist und diese auch bei mehreren Anbietern ein Aufladen möglich macht, sonst fährt man lange suchend herum“. Der ÖAMTC bietet z. B. mit der ePower-Card eine Ladekarte, die nicht nur an den ÖAMTC-Ladestationen akzeptiert wird, sondern bei insgesamt 3.000 Ladepunkten in Österreich. 

Zusammengefasst:

Die Auswahl an elektrisch betriebenen Fahrzeugen ist groß – und bei allen dreht es sich vor allem um eine Frage:  Wohin will ich fahren? Wie lange hält der Akku? Wie weit kann ich damit fahren? Was auch zu beachten ist: E-Fahrzeuge erfordern, gerade für längere Strecke, Planung: Wo sind E-Ladesäulen auf meiner Strecke? Gilt meine Ladekarte auch für mehrere Anbieter? 

Zur Person

Christian Klejna ist Techniker und Experte für E-Mobilität beim ÖAMTC. Mehr Infos: www.oeamtc.at 


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