Glücksfeuerwerk Begeisterung

Wer mit Leidenschaft und Eifer bei der Sache ist, wer glüht oder brennt für das, was er tut, lebt ein glücklicheres Leben. Ein Plädoyer für die Begeisterung.

Lächelnde Frau mit Gitarre
© Adobe Stock | Maksym

„Wir sind wachstumsorientierte Wesen mit einer angeborenen Begeisterungsfähigkeit. Wenn wir etwas schaffen oder erreichen – ein positives Erlebnis haben – werden neurobiologische Botenstoffe ausgeschüttet und wir fühlen uns gut“, weiß Dr. Bardia Monshi, CEO des Instituts für Vitalpsychologie. Dieses Feuerwerk an Neurotransmittern, wie Dopamin, Adrenalin, Noradrenalin und Endorphin, lässt tatsächlich unsere neuronalen Netzwerke wachsen, uns euphorisch werden und im besten Fall in den sogenannten Flow eintauchen, jener Zustand, in dem man völlig vergisst, was rund um einen passiert: Man versinkt in dem, was man tut.

Idealerweise kennt jeder Mensch Tätigkeiten, die ihn in Begeisterung versetzen. Andernfalls könnten laut Monshi Selbstentfremdung und depressive Verstimmungen die Folge sein. „Echte Begeisterung folgt aus intrinsischer Motivation. Wir machen dann das, was wir freiwillig tun möchten, etwas das wir wirklich wollen.“

Begeisterungsräume schaffen

Um langfristig nicht nur zufrieden und glücklich, sondern auch psychisch gesund zu bleiben, sei es nötig, die Fähigkeit zur Begeisterung zu erhalten: „Leider ist es eine Zeiterscheinung, dass man Dinge erledigt, einfach abhakt. Es bleibt zu wenig Muße für Single-Tasking, sich einer Sache zu widmen und damit die Chance, in ihr aufzugehen.“ Der Führungskräfte-Trainer und Coach empfiehlt, sich Begeisterungsräume zu schaffen – und zwar täglich.

„Im ZEN folgt man der Weisheit: Das Allerwichtigste im Leben ist, sich zu fragen, was das Allerwichtigste ist.“ Persönliches Wachstum zu erleben und eigene Fähigkeiten zu erweitern sei der zentrale Motor für die Begeisterung. Also: Eine Fremdsprache, ein Instrument, Tanzen lernen … es gibt eine Vielzahl an Möglichkeiten, mit denen man sich entwickeln kann.

Ersatzdrogen Facebook und Netflix

Knifflig ist, dass man sich Begeisterung und Flow auch recht einfach besorgen kann. Denn sollte man der Typ dafür sein, liefern Facebook-Likes, ein Binge-Watching-Abend oder Videogames die erwünschte Euphorie. „Neurobiologisch spielt sich dasselbe ab – unabhängig davon, ob Sie etwas tun, was auch noch echten Wert für Sie hat oder ob sie sich über 340 Instagram-Likes freuen“, so Monshi. Die Kunst sei es nun, die richtige Balance im Leben und jene Form von Enthusiasmus zu finden, die sich auch in persönlich sinnstiftenden Tätigkeiten kanalisiert.

Zur Person
Dr. Mag. Bardia Monshi - Gründer und Geschäftsführer der iVip OG - Institut für Vitalpsychologie und Eigentümer der APP eleMental (www.elemental-app.com). Seit 1999 als Psychologe, hypnosystemischer Coach, Trainer und Speaker tätig. Er und sein Team begleiten im Rahmen der Arbeits- & Organisationspsychologie in D-A-CH Menschen und Organisationen in der Entwicklung ihrer mentalen, sozialen und organisationalen Vitalität.

© carpe diem

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