Naturschwimmteiche: Die besseren Pools?

Ihr Nachbar hat einen Pool gebaut? Das können Sie nicht auf sich sitzen lassen! Doch bevor Sie zu Spachtel und Mörtel greifen: Wollen Sie nicht optisch noch eins draufsetzen und stattdessen einen Naturschwimmteich bauen?

gaertner reinigt teich
© Adobe Stock | pfluegler photo

Was kann ich mir unter einem Schwimmteich vorstellen? Ein Naturschwimmteich besteht in der Regel aus einem Schwimm- und einem Regenerationsbereich. Auf Ersteren schaut neidisch Ihr:e Nachbar:in, in Zweiterem findet die biologische Reinigung des Wassers statt. Zur Abtrennung dient beispielsweise ein ”Käfig” aus nicht verrottendem Lärchenholz, der knapp unter der Wasseroberfläche endet.

Gut zu wissen

Schwimmteiche setzen komplett auf natürliche Wasserreinigung, Naturpools kombinieren diese mit Technik. Manchmal werden die Begriffe aber auch synonym verwendet.

Naturschwimmteich: Die Pflanzen nehmen Ihnen die Arbeit ab

Die Regeneration im Teich geschieht durch Wasserpflanzen sowie Zoo- und Phytoplankton. Dafür wird der Regenerationsbereich mit etwa sechs Pflanzen pro Quadratmeter dicht bepflanzt.  Ziel ist, ein gutes Verhältnis aus Unterwasser-, Sumpf- und Röhrichtpflanzen herzustellen, damit die Wasseraufbereitung gelingt.

Zwischen Regenerations- und Nutzungszone besteht ein Wasseraustausch. Das geht, indem der Schwimmbereich durch einen gitterartigen Holzkäfig abgetrennt wird oder aber auch per Pumptechnik.

Die Regenerationsfläche sollte zumindest die Hälfte der Gesamtfläche ausmachen. Ihre Größe hängt davon ab, wie Sie den Teich nutzen. Glücklicher Single? Mehrere Kinder? Ein badefreudiger Haustierelefant? Je mehr Belastung für das System, desto mehr Regenerationsfläche ist nötig. 

Vorteile eines Schwimmteichs:

  • Er schlägt optisch den Pool Ihrer Nachbar:innen.
  • Er bietet Lebensraum für zahlreiche Tierarten und trägt so zur Artenvielfalt bei.
  • Er kommt ohne Chemie aus.
  • Sie fühlen sich, als würden Sie mitten in der Natur schwimmen.
  • Der Teich reinigt sich selbst – planen Sie aber Zeit ein, um gelegentlich Pflanzen zu schneiden und Ablagerungen zu entfernen.

Wie einen Schwimmteich bauen?

50 bis 60 Quadratmeter Fläche sollte ein Teich zumindest haben. Ein größerer Teich bleibt im Sommer kühler und damit stabiler, es bilden sich weniger Algen. Und wie tief ist ein Schwimmteich? Am bestens mindestens 2 Meter tief, so werden Sedimente vom Boden beim Schwimmen nicht so leicht hochgewirbelt. 

Gut zu wissen

Die Kosten eines Schwimmteichs hängen stark davon ab, wie viel Sie in Eigenregie machen – beispielsweise Aushub und Bepflanzung – und wie qualitativ die Materialien – zum Beispiel die Teichfolie, die den Teich abdichtet – sein sollen. 


Für die Lage bietet sich ein Ort an, der im Sommer möglichst nicht in der prallen Sonne liegt. Falls sich in der Nähe des Teichs Bäume befinden, ist es wichtig, im Herbst das Laub aufzusammeln, damit das Wassergleichgewicht erhalten bleibt.

Sie wollen mit Fischen schwimmen?

Schwimmteich und Fischteich gehen leider nicht so einfach Hand in Hand. Denn Fische bedeuten mehr Biomasse – zum Beispiel durch Futter und Ausscheidungen – und können so zu Algenwachstum führen und das kleine Ökosystem kollabieren kippen lassen. 

Wer sich hingegen in jedem Fall freut, sind Frösche, Vögel und Insekten. Denn diese finden in Ihrem Naturschwimmteich einen kleinen Lebensraum. Auch über Mücken müssen Sie sich im Idealfall keine Sorgen machen, denn ein gut funktionierender Teich hat genügend Fressfeinde parat, zum Beispiel Libellen.

Kontakt

Reiseversicherung