Auffrischungsimpfungen – die wichtigsten Infos 

Allen Personen über 18 Jahren empfiehlt das Nationale Impfgremium, sich frühestens ab vier Monaten und jedenfalls sechs Monate nach der Erstimmunisierung eine weitere Dosis verabreichen zu lassen. Die wichtigsten Fragen und Antworten im Überblick.

Ältere Frau mit Pflaster am Oberarm

Weitere Impfdosis: Was wird empfohlen?

Das Nationale Impfgremium empfiehlt aktuell mit Janssen einmalig geimpften Personen eine weitere Impfdosis, um den Impfschutz zu erhöhen. Sie soll zeitnah, frühestens aber 28 Tage nach der Erstimpfung durchgeführt werden. Die zweite Impfung wird mit einem mRNA-Impfstoff (vorzugsweise Comirnaty) empfohlen. Auf ausdrücklichen Wunsch kann die zweite Impfung auch mit einer erneuten Dosis von COVID-19-Vaccine Janssen durchgeführt werden. Man geht davon aus, dass auch hier eine dritte Impfung mit einem mRNA-Impfstoff nach vier bis sechs Monaten erforderlich sein wird.

Das Nationale Impfgremium empfiehlt zudem aufgrund der derzeitigen Datenlage eine dritte Dosis für Personen über 18 Jahren, die mit BioNTech-Pfizer (Comirnaty), Moderna oder AstraZeneca (Vaxzevria) geimpft sindDie dritte Impfung kann ab vier und soll ab sechs Monaten nach der zweiten Impfung durchgeführt werden. Nach zwei Impfungen mit Vektorimpfstoffen wie AstraZeneca ist die Drittimpfung vier Monate nach dem Zweitstich nicht nur möglich, sondern wird auch ausdrücklich empfohlen. Für diese dritte Dosis soll ein mRNA-Impfstoff (Details unter: „Welcher Impfstoff wird für die Auffrischung empfohlen?“) verwendet werden. Die weitere Dosis ist laut Expertinnen und Experten notwendig, um einen langanhaltenden Impfschutz aufzubauen.

Aufgrund der aktuellen Situation wird eine dritte Impfung mit BioNTech/Pfizer (Comirnaty) bei Kindern und Jugendlichen zwischen 12 und 17 Jahren derzeit ab sechs Monaten nach der zweiten Impfung empfohlen (off-label). Die rasche Ausbreitung der Virusvariante Omikron könnte in den kommenden Wochen jedoch zu einer Verkürzung des Intervalls auf vier Monate führen. Hierzu finden laufend Bewertungen der aktuellen Lage statt.

Sollte eine weitere Impfung gemäß der Empfehlung des Nationalen Impfgremiums in die Zeit der Schwangerschaft fallen, wird die Durchführung ab dem 2. Trimenon empfohlen, dabei soll wie für alle COVID-19-Impfungen in der Schwangerschaft Comirnaty eingesetzt werden (off-label).

Gut zu wissen

Die Abläufe und Möglichkeiten für die Auffrischungsimpfung sind von Bundesland zu Bundesland verschieden. Über die Seite Österreich impft gelangen Sie zur zuständigen Stelle in Ihrem Bundesland. Hier erhalten Sie weitere Informationen zur Anmeldung für eine Auffrischungsimpfung.

Eine weitere, dritte Dosis von Comirnaty (BioNTech/Pfizer) und Spikevax (Moderna) ist für Personen ab 18 Jahren ab sechs Monate nach der zweiten Dosis (nach einer homologen Impfserie) bereits zugelassen.  Bei den weiteren genannten Empfehlungen zu einer weiteren Dosis handelt es sich um eine sogenannte „off-label“-Anwendung, also eine Anwendung außerhalb der Zulassung der bisher verfügbaren Impfstoffe. Daher soll die Anwendung durch gute Aufklärung und Dokumentation begleitet werden.  Nähere Informationen finden Sie im Dokument „COVID-19-Impfungen: Anwendungsempfehlungen des Nationalen Impfgremiums“ auf der Website des Sozialministeriums unter Fachinformationen.

Nach der Impfung werden drei Tage körperliche Schonung sowie eine Sportkarenz für eine Woche empfohlen. Bei Erschöpfung, Müdigkeit oder Fieber innerhalb von drei Wochen nach der Impfung soll körperliche Anstrengung und Sport vermieden werden. Suchen Sie bei Atemnot oder Brustschmerzen ärztliche Hilfe auf.


Warum wird eine Auffrischungsimpfung empfohlen?

In Österreich herrscht derzeit eine hohe Virusaktivität. Daten aus Israel und England und den USA lassen darauf schließen, dass bei Personen höheren Alters und bei Personen mit bestimmten Vorerkrankungen bzw. mit Immunsuppression die Schutzwirkung gegen die Delta-Variante nicht in allen Fällen neun Monate lang in vollem Ausmaß gegeben ist. Gleichzeitig zeigen Daten aus Israel, Schweden und England auch, dass durch Drittimpfungen Infektionen, Impfdurchbrüche und damit assoziierte Krankenhausaufenthalte reduziert werden können.

Erste, sehr begrenzte Daten zur Wirksamkeit der Schutzimpfung gegen die Omikron-Variante weisen darauf hin, dass die Schutzwirkung durch die verfügbaren Impfstoffe reduziert sein dürfte. Die Effektivität hinsichtlich der Vermeidung von Hospitalisierung, schweren Verläufen und Todesfällen dürfte nach dreimaliger Impfung jedoch noch gegeben sein (Stand: 17.12.2021).

Welcher Impfstoff wird für die Auffrischungsimpfung empfohlen?

Für die Auffrischungsimpfung werden laut Empfehlungen des Nationalen Impfgremiums mRNA-Impfstoffe eingesetzt, unabhängig davon, welcher Impfstoff für die Grundimmunisierung verimpft wurde. Empfohlen wird grundsätzlich ein homologes Impfschema, also derselbe Impfstoff wie bei der Erstimmunisierung. Spikevax von Moderna soll aber nur für Über-30-Jährige zur Auffrischung verwendet werden. Für alle Jüngeren wird empfohlen, zur Auffrischung Comirnaty von Pfizer/BioNTech zu verwenden. Grund dafür ist eine vorläufige Unsicherheit in Bezug auf ein erhöhtes Risiko einer Myokarditis (Herzmuskelentzündung) oder Perikarditis (Herzbeutelentzündung) nach Spikevax-Impfung bei jüngeren Personen.

Haben genesene Personen ebenfalls Anspruch auf eine Auffrischungsimpfung?

Genesene Personen ab 12 Jahren, die eine Impfung erhalten haben, werden wie Personen mit zwei Impfungen angesehen. Das heißt, sie haben Anspruch auf eine weitere Impfung. Diese Impfung kann ab vier und soll ab sechs Monaten nach der ersten Impfung verabreicht werden. Dies gilt auch für den Impfstoff Janssen.

Nach zwei oder mehr abgelaufenen COVID-19-Infektionen erhalten betroffene Personen ebenfalls eine einzelne Impfung. 

Wird Personen mit einem Impfdurchbruch (symptomatische SARS-CoV-2 Infektion) oder einer Infektion nach vollständiger erster Impfserie eine weitere Impfung empfohlen?

Das Nationale Impfgremium empfiehlt Personen ab 12 Jahren eine dritte Impfung kurz vor Ende von 180 Tagen nach der Genesung bzw. sechs bis neun Monate nach der zweiten Impfung. Der Zeitpunkt der dritten Impfung nach zwei Impfungen und einem positiven PCR-Test wird dabei zum längst möglichen Intervall empfohlen. 

Ist eine Antikörpertestung vor einer Corona-Schutzimpfung sinnvoll?

Antikörperbestimmungen zur Bestätigung eines durch die Impfung induzierten Schutzes erscheinen derzeit nicht zielführend. Nach wie vor konnte für COVID-19-Impfungen keine Höhe des Antikörperspiegels, ab der von einer Schutzwirkung ausgegangen werden kann („Schutzkorrelat“), festgelegt werden. Ebenso ist die maßgeblich zum Schutz beitragende zelluläre Immunität mit einfachen Methoden nicht messbar. Von der routinemäßigen Bestimmung von Antikörpern zur Impferfolgskontrolle wird daher bei Personen mit funktionierendem Immunsystem abgeraten.


Quellen:


COVID-19-Impfungen: Anwendungsempfehlungen des Nationalen Impfgremiums, Version 7.0., Stand: 17.12.021
https://www.sozialministerium.at/Corona-Schutzimpfung/Corona-Schutzimpfung---Fachinformationen.html

Bundesministerium für Soziales, Gesundheit, Pflege und Konsumentenschutz: Corona Schutzimpfung – Medizinische Fachfragen, Zugriff am 10.10.2021
https://www.sozialministerium.at/Corona-Schutzimpfung/Corona-Schutzimpfung---Haeufig-gestellte-Fragen/Corona-Schutzimpfung-%E2%80%93-Haeufig-gestellte-Fragen---Medizinische-Fachfragen.html

Österreichische Akademie der Wissenschaften: Der Wert des Corona-Antikörpertests, Zugriff am 10.10.2021
https://www.oeaw.ac.at/detail/news/der-wert-des-corona-antikoerpertests

Sie möchten immer gut informiert sein?

Am Ball bleiben ist das Um und Auf. Mit Ihrer Einwilligung erhalten Sie Informationen zu Produkten, Services und Aktionen rund um Gesundheit, Familie, Freizeit und Auto.

Kontakt

Reiseversicherung